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vom 30.04.2017, aktuelle Version,

38e régiment d’infanterie

Régiment de Dauphiné
38e régiment d’infanterie

Internes Verbandsabzeichen
Aktiv 1663 bis 1966
Land Frankreich
Streitkräfte Französische Streitkräfte
Teilstreitkraft Armée française de terre
Truppengattung Infanterie
Typ Mechanisiertes Infanterieregiment
Stationierungsort Saint-Étienne
Schutzpatron Saint-Maurice d’Agaune
Motto Ah quel métier de pivoter pour avancer
Kommandeur
Kommandeur Letzter:
Regimentsfahne von Dauphiné und aller Vorgänger bis 1791

Das Régiment de Dauphiné (1762) (zuletzt: 38e régiment d’infanterie38e RI)[1] war ein Verband der französischen Infanterie. Das Regiment nahm seit seiner Aufstellung in allen Kriegen mit französischer Beteiligung bis zum Zweiten Weltkrieg teil. Es existiert heute nicht mehr.

Ein Regiment gleichen Namens existierte bereits von 1684 bis 1749 → Régiment de Dauphiné (1684)

Aufstellung und signifikante Änderungen

  • 26. Oktober 1629 : Aufstellung als Régiment de Nettancourt
  • 18. Dezember 1652 : Umbenennung in: Régiment de Dampierre
  • 1689 : Umbenennung in: Régiment de Chappes
  • 1690 : Umbenennung in: Régiment d’Humières
  • 1702 : Umbenennung in: Régiment de Charost
  • 2. April 1712 : Umbenennung in: Régiment de Saillant
  • 1732 : Umbenennung in: Régiment d’Estaing
  • 1734 : Umbenennung in: Régiment de Noailles
  • 29. Juni 1744 : Umbenennung in: Régiment de Custine
  • 1749 : Umbenennung in: Régiment de Saint-Chamond
  • 1762 : Umbenennung in: Régiment de Rosen
  • 10. Dezember 1762 : Umbenennung in: Régiment de Dauphiné, nach der Provinz Dauphiné
  • 1. Januar 1791 : Umbenennung in:38e régiment d’infanterie de ligne
Premier amalgame
  • 1794 : das 2. Bataillon wurde zur Aufstellung der „76e demi-brigade de bataille“ verwendet.
  • 19. Juni 1795 : das 1. Bataillon wurde zur Aufstellung der „75e demi-brigade de bataille“ verwendet.
  • 1803/04: Als die Demi-brigades wieder in Regimenter umgewandelt wurden, wurde das 38e RI nicht wieder errichtet. Während der Zeit des Konsulats und des Ersten Kaiserreichs war es in den französischen Regimentslisten als „vacant“ geführt.
  • 1814 : Im Zuge der Ersten Restauration wurde das bestehende 40e RI in 38e RI umbenannt

Damit war 1794 die Geschichte des Regiments, bis 1828 unterbrochen, auch wenn die französische Armee diese zunächst für die beiden de facto weiterbestehenden Bataillone bis 1804 fortführt, weswegen auch einige Schlachten der Koalitionskriege auf der letzten Regimentsfahne aufgeführt sind.

  • 1815 : Während der Herrschaft der Hundert Tage erhielt es die Nummer 40 zurück.
  • 1828 : Wiederaufstellung als 38e régiment d’infanterie de ligne
  • 1940 : Auflösung
  • 1944 : Wiederaufstellung
  • 1945 : Auflösung
  • 1963 : Wiederaufstellung
  • 1966 : Endgültige Auflösung

Mestres de camp/Colonels/Chefs de brigade

Mestre de camp war von 1569 bis 1661 und von 1730 bis 1780 die Rangbezeichnung für den Regimentsinhaber und/oder den tatsächlichen Kommandeur eines Infanterieregiments. Sollte es sich bei dem Mestre de camp/Colonel um eine Person des Hochadels handeln, die an der Führung des Regiments kein Interesse hatte (wie z. B. der König oder die Königin) so wurde das Kommando dem „Mestre de camp lieutenant“ (oder „Mestre de camp en second“) respektive dem Colonel-lieutenant oder Colonel en second überlassen. Die Bezeichnung Colonel wurde von 1721 bis 1730, von 1791 bis 1793 und ab 1803 geführt, von 1793 bis 1803 verwendete man in der französischen Armee die Bezeichnung Chef de brigade. Ab 1791 gab es keine Regimentsinhaber mehr.

  • 26. Oktober 1629 : Louis II, marquis de Nettancourt
  • 1638 : Nettancourt
  • 18. Dezember 1652 : Henry Duval, comte, dann marquis de Dampierre
  • 1669 : Comte de Dampierre
  • 12. März 1689 : Louis François d’Aumont, marquis de Chappes, dann duc d’Humières
  • 9. Februar 1702 : Louis Joseph de Béthune, marquis, dann duc de Charost
  • 1709 : Duc de Charost
  • 2. April 1712 : Charles François, marquis de Saillant, dann comte d’Estaing
  • 1734 : Comte, dann duc de Noailles
  • 29. Juni 1744 : Marc Antoine, marquis de Custine
  • 1749 : Marquis de Saint-Chamond
  • 1762 : Comte de Rosen
  • 1770 : Vicomte de Pons
  • 1788 : Charles-Laure de Mac-Mahon
  • August 1791 : Colonel Lagardiolle

...

  • 1870 : Colonel Minot
  • 25. November 1870 - 13 décembre 1870 : Colonel François Auguste Logerot
  • 1870 : Lieutenant-colonel Courtot
  • 1939 : Colonel Louis Grélot

Uniformen und Fahnen während des Ancien Régime

Das Regiment führte neun Fahnen, davon war eine die weiße Leibfahne des Colonels (Regimentsinhabers).[2]

Gefechtskalender

Kriege, an denen das Regiment teilgenommen hat

Devolutionskrieg
Holländischer Krieg
Reunionskrieg
Pfälzischer Erbfolgekrieg
Spanischer Erbfolgekrieg
Krieg der Quadrupelallianz
Polnischer Thronfolgekrieg
Österreichischer Erbfolgekrieg
Siebenjähriger Krieg
Eroberung von Algerien
Koalitionskriege
Deutsch-Französischer Krieg
Erster Weltkrieg
Zweiter Weltkrieg

1815 bis 1852

Zweites Kaiserreich

Caserne Crouchy in Saint-Étienne

1870 bis 1914

Deutsch-Französischer Krieg

Am 15. Oktober 1870 gehörte das Regiment zur Armée de la Loire (Loirearmee). Am 17. November kämpfte die Einheit im Gefecht bei Torçay und musst dann eine Marschkompanie zur Aufstellung des „36e régiment de marche“ (36. Marschregiment) abgeben.

Am 24. November bildeten Teile des Regiments das „29e régiment de marche“.

Zusammen mit dem „4e bataillon de chasseurs de marche“ unter Commandant Sicco, dem „1er régiment Zouaves de marche“ unter Lieutenant-colonel Chaulan, den Mobiles de la Nièvre unter Lieutenant-colonel de Bourgoing und dem „Bataillon d’infanterie de marine“ unter Commandant Laurent, bildete des 38e RI die 1. Brigade unter dem Kommando von Général de Chabron (dann Général Minot)

Am 28. Dezember 1870 wurde das 38e RI der Armée de l’Est von Général de division Charles Denis Bourbaki zugeteilt.

Erster Weltkrieg

Von August 1914 bis Juni 1915 gehörte das Regiment zur 25. Infanteriedivision und vom Juni 1915 bis zum November 1918 zur 120. Infanteriedivision

1914
August bis November: Stellungskämpfe in den Vogesen
1915
November 1914 bis November 1915: Stellungskämpfe im Abschnitt SommeOise bei Roye, Le Hamel und Ribécourt
1916
ab 23. Februar: Schlacht um Verdun
ab Anfang Juli: Sommeschlacht
1917
ab Jahresbeginn Stellungskämpfe im Abschnitt Somme–Oise
Juli bis September  : Stellungskämpfe vor Verdun
1918
April: Stellungskämpfe bei St. Quentin
Mai: Angriffskämpfe am Chemin des Dames
11. November  : Einmarsch in Vouziers

47 Offiziere, sowie 850 Unteroffiziere und Mannschaften sind während der Kampfhandlungen zwischen 1914 und 1918 gefallen oder sind an deren Auswirkungen gestorben.

Zwischenkriegszeit

  • März 1928 : Zuweisung zur 25. motorisierten Infanteriedivision

Zweiter Weltkrieg

Am 27. August 1939 bildete das Regiment, zusammen mit dem 92e régiment d’infanterie motorisée und dem 121e régiment d’infanterie motorisée die „5e groupe de reconnaissance de division d’infanterie motorisée“ (5. Aufklärungsgruppe der motoriesierten Infanterie)

Den Winter 1939/40 verbrachte das Regiment in der Region um Brouckerque

Im Mai 1940 befand sich die Einheit im Kessel von Lille. Aus Anlass der Kapitulation der hier eingeschlossenen Truppen, wurde dem Regiment am 29. Mai vom Divisionskommandeur befohlen, die Fahne zu verbrennen, um sie nicht dem Feind in die Hände fallen zu lassen.

Am 28. Mai hatte der Lieutenant Sanglerat mit einigen seiner Männer den deutschen General Fritz Kühne (Kommandeur der 253. Infanteriedivision) kurzzeitig gefangengenommen.

Die entkommenen Reste des Regiments kämpften in der Schlacht von Dünkirchen und trugen so zum Entkommen des britischen Expeditionscorps bei.

Einsatz bei der Rückeroberung Frankreichs 1944–1945

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende 1945 wurde das Regiment aufgelöst.

Am 22. Mai wurde in einem feierlichen Aufzug vor dem Rathaus der Stadt Saint-Étienne das „38e bataillon d’infanterie“ in Dienst gestellt, jedoch bereits einige Monate später wieder aufgelöst. 1963 wurde das „38e RI“ wieder aufgestellt und 1966 wieder aufgelöst.

Regimentsfahnen seit der Revolution

Die zuletzt geführte Fahne trägt seit napoleonischer Zeit auf der Rückseite in goldenen Lettern den Namen der Schlachten, an denen das Regiment ehrenvoll teilgenommen hat. [4][5]

Devise

Ah quel métier de pivoter pour avancer

Ehrungen

Das Fahnenband ist mit dem Croix de guerre 1914-1918 mit drei Palmenzweigen für dreimalige lobende Erwähnung im Armeebefehl, einem vergoldeten Stern für eine lobende Erwähnung im Corpsbefehl und einem silbernen Stern für eine lobende Erwähnung im Divisionsbefehl dekoriert.

Die Angehörigen des Regiments haben das Recht die Fourragère in den Farben für mindestens sechsmalige lobende Erwähnung im Armeebefehl zu tragen.

Das Fahnenband ist weiterhin mit dem Croix de guerre 1939-1945 mit einem silbernen Stern für eine lobende Erwähnung im Corpsbefehl dekoriert.

Insgesamt wurden 212 Angehörige des Regiments mit der Médaille militaire ausgezeichnet.

Literatur

  • Cinquième abrégé de la carte générale du militaire de France, sur terre et sur mer - Depuis novembre 1737, jusqu’en décembre 1738, Lemau de la Jaisse, Paris 1739
  • M. Pinard, Chronologie historique-militairetomes 4, 6, 7 et 8, Paris 1761, 1763, 1764 et 1778
  • Colonel de Conchard, État militaire de la France au milieu du XVIIIe siècle. – Les Régiments limousins et leur filiation jusqu'à nos jours, S. 84–89, Bulletin de la Société scientifique historique et archéologique du Périgord, 1919, tome 41

Fußnoten

  1. dt.: 38.  Infanterieregiment
  2. Cinquième abrégé général du militaire de France, sur terre et sur mer, Lemau de la Jaisse, Paris, 1739
  3. Histoire de l’infanterie en France de Victor Louis Jean François Belhomme vol 5 page 151
  4. Bestimmung n°12350/SGA/DPMA/SHD/DAT vom 14. September 2007 über das Aussehen der Inschriften auf den Fahnen und Standarten der Truppenkörper des Heeres, des Sanitätsdienstes und der Treibstoffversorgungsbranche. Veröffentlicht mit dem offiziellen Armeebulletin Nr. 27 vom 9. November 2007
  5. Auftrag AFN 1952–1962 über die Zuweisung der Inschriften auf den Fahnen und Standarten der Formationen der Armee und der Dienste vom 19. November 2004 (A) NORDEF0452926A Michèle Alliot-Marie