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vom 26.06.2017, aktuelle Version,

61e régiment d’infanterie

Régiment de Vermandois
61e régiment d’infanterie

Verbandsabzeichen des 61e régiment d’infanterie
Aktiv 1669 bis 1962
Land Frankreich
Streitkräfte französische Armee
Teilstreitkraft Infanterie
Typ Regiment
Stationierungsort Aix-en-Provence, Belle-Isle
Schutzpatron Saint-Maurice d’Agaune
Regimentsfahne 1671 bis 1791

Das Régiment de Vermandois (zuletzt: 61e régiment d’infanterie-61e RI)[1] war ein Verband der französischen Infanterie. Das Regiment zeichnete sich seit seiner Aufstellung in allen Kriegen mit französischer Beteiligung bis zum Ersten Weltkrieg aus. Es existiert heute nicht mehr.

Aufstellung und signifikante Änderungen

  • 24. Dezember 1669: Aufstellung als „Régiment de l’Amiral de France“ und Zuweisung als Seesoldateneinheit zur Flotte in der Levante.
  • nach März 1671: Überstellung zu den Landstreitkräften und Umbenennung in Régiment de Vermandois nach Louis de Bourbon (letzter Comte de Vermandois)
  • 1. Januar 1791: Umbenennung in 61e régiment d’infanterie de ligne
  • 10. Oktober 1794: Eingliederung des 1. Bataillons in die 121e demi-brigade de bataille (Premier amalgame)
  • 19. Juni 1795: das 2. Bataillon wurde in die 122e demi-brigade de bataille eingegliedert
  • 1793: als späterer Nachfolgeverband aus der „Zweiten Zusammenlegung“ wurden die 24e demi-brigade de bataille bestehend aus den folgenden Einheiten:
2. Bataillon des 12 e régiment d'infanterie,
3 e bataillon de volontaires de la Somme,
10 e bataillon de volontaires des réserves et bataillon de volontaires de réquisition de Saint-Omer;

und die 138e demi-brigade de bataille, bestehend aus den folgenden Einheiten:

1. Bataillon des 31 e régiment d'infanterie
1 er bataillon de volontaires du Morbihan ;
8 e bataillon de volontaires de la Manche ;

zur „61e demi-brigade d'infanterie“ zusammengefügt.

  • 1803: die „61e demi-brigade d'infanterie“ wurde in 61e régiment d’infanterie de ligne umbenannt
  • 1914: Bei der Mobilmachung wurde das Reserveregiment, das „261e régiment d'infanterie“ aufgestellt
  • 11. Juni 1919: Auflösung
  • 1939: Wiederaufstellung aus Anlass der drohenden Kriegsgefahr
  • Juni 1940: Auflösung nach der Niederlage Frankreichs und dem Waffenstillstand von Compiègne (1940)
  • 1954: Wiederaufstellung zum Einsatz im Algerienkrieg
  • 1962: Auflösung nach Beendigung des Algerienkrieges

Uniformierung im Ancien Regime

Mestres de camp/Colonels/Chefs de brigade

Mestre de camp war von 1569 bis 1661 und von 1730 bis 1780 die Rangbezeichnung für den Regimentsinhaber und/oder den tatsächlichen Kommandeur eines Infanterieregiments. Sollte es sich bei dem Mestre de camp/Colonel um eine Person des Hochadels handeln, die an der Führung des Regiments kein Interesse hatte (wie z. B. der König oder die Königin) so wurde das Kommando dem „Mestre de camp lieutenant“ (oder „Mestre de camp en second“) respektive dem Colonel-lieutenant oder Colonel en second überlassen. Die Bezeichnung Colonel wurde von 1721 bis 1730, von 1791 bis 1793 und ab 1803 geführt, von 1793 bis 1803 verwendete man die Bezeichnung Chef de brigade. Ab 1791 gab es keine Regimentsinhaber mehr.

24. Dezember 1669: Charles de Goyon-Mattignon, comte de Gacé
1. November 1674: Charles-Auguste Goyon-Mattignon, comte de Gacé
29. März 1689: de Seiglières-Bellefortière, marquis de Soyecourt
16. Juli 1690: Armand de Béthune, marquis de Charost
5. Mai 1696: Antoine de La Vove, marquis de Tourouvre
Januar 1705: de la Vove, chevalier de Tourouve
27. Juli 1709: François-Lazare Thomassin, marquis de Saint-Paul
26. August 1733: Louis Antoine, comte de l’Esparre de Gramont
10. März 1734: Louis Marie Bretagne Dominique de Rohan-Chabot, duc de Rohan
16. April 1738  : Colonel Armand Henri, marquis de Clermont-Gallerande
21. Februar 1740  : Colonel de Froulay, chevalier de Tessé
16. April 1743  : Colonel Pierre François, marquis de Rougé
1. Februar 1749  : Colonel César-Jean-Baptiste de Valence-Combes, marquis de Thimbrune
5. Juni 1763  : Colonel Anne-Joseph-Hippolyte de Maurès de Malartic, comte de Malartic
13. April 1780  : Colonel Pons Simon de Pierre, vicomte de Bernis
10. März 1788  : Colonel Jean François Béranger, vicomte de Thézan
1791  : Colonel Jean-François-Beranger de Thezan
5. Februar 1792  : Colonel Jean-Joseph Christophe de Bazelaire
23. März 1792  : Colonel Claude-Louis de Chartongne
1794  : Chef de brigade Louis Camus
1796  : Chef de brigade Posser (?)
1797  : Chef de brigade Barjonnet (?)
1797  : Chef de brigade Conroux (?)
1800  : Chef de brigade, ab 1803 Colonel Jean-Marie-Pierre-François Lepaige Dorsenne
1805  : Colonel Jean Nicolas
1806  : Colonel Jean-Charles Faure
1807  : Colonel Charles Bouge
1813  : Colonel Antoine Pailhes
1813  : Colonel Jacques Ricard
1814  : Colonel Charles Bouge
1840  : Colonel Josse
1843  : Colonel Herbillon
1874 bis 1879  : Colonel François Pittié

Während der Koalitionskriege gefallene oder verwundete Regimentskommandeure

13. März 1801: Chef-de-brigade Dorsenne, verwundet
14. Oktober 1806: Colonel Nicolas, verwundet
8. Februar 1807: Colonel Faure, an seinen Verwundungen verstorben
17. Februar 1814: Colonel Ricard, verwundet

Zwischen 1804 und 1815 gefallene oder verwundete Offiziere

gefallen  : 34
an ihren Verwundungen verstorben  : 19
verwundet  : 142

Gefechtskalender

König Ludwig XIV. ernannte 1669 seinen unehelichen Sohn Louis de Bourbon, comte de Vermandois zum Amiral de France womit dieser automatisch zum Regimentsinhaber der Seesoldatenenheit „Régiment de l'Amiral“ wurde. Im August 1670 stellte das Regiment ein Detachement, das mit der Flotte von Abraham Duquesne nach den Kanaren und nach Cap Verde fuhr. Im März 1671 zurück in Brest wurde die Einheit von der Marine zum Heer überstellt und erhielt den Namen „Régiment de Vermandois“, den es dann bis 1791 führen sollte.

Im Holländischen Krieg 1671 bis 1678

Zur „Holländischen Armee“ abgestellt, verbrachte die Einheit den Winter in Guise. 1672 erfolgte die Teilnahme an der Belagerung von Orsoy und von Rheinberg. Danach die Einnahmen von Doesburg, Deventer und Utrecht. Nach der Beendigung des Feldzuges wurde das Regiment in Kampen garnisoniert, das es im Juni 1763 zur Belagerung von Maastricht verließ. Nach der Einnahme der Stadt wurde die Einheit nach Bonn befohlen und nahm an der vergeblichen Verteidigung der Stadt gegen die Truppen von Raimondo Montecuccoli teil. Dabei konnten drei Generalangriffe abgewiesen werden, die Garnison musste dann aber doch ehrenvoll kapitulieren,

1674: Schlacht bei Seneffe

Der Regimentskommandant wurde in der Schlacht getötet und durch seinen Bruder ersetzt. Danach wurde Vermandois zur Verstärkung der Armee von Turenne abgestellt, Beteiligung am Scharmützel bei Ensheim und Mühlhausen.

1675:

Am 5. Januar Gefecht bei Durckheim. Dann Verfolgungskämpfe mit den aus Colmar abziehenden kaiserlichen Truppen. Anschließend Verlegung nach den spanischen Niederlanden zur Armee von Maréchal François de Créquy. Teilnahme an der Belagerung von Dinant, Huy und Limbourg. Den Winter verbrachte das Regiment in Charleroi.

1676:

Teilnahme an den Belagerungen von Condé, Bouchain, Aire-sur-la-Lys, und Maastricht. Feldzug am Rhein mit einem Gefecht bei Kokersberg. Der Winter wurde in Metz verbracht.

1677:

Feldzug in Deutschland, Belagerung von Freiburg

1678:

Nach Flandern abkommandiert nahm es an den Belagerungen von Gent und von Ypern teil. Im Juni wurde die Armee von Maréchal Créquet zunächst nach dem Camp de Nomény verlegt, zog von hier aus nach Nancy und Pont-à-Mousson und von dort aus in das Kurfürstentum Brandenburg. Winterquartiere wurden in Soest belegt.

Nordischer Krieg

1679:

Gefecht bei Minden (26. Juni).

Reunionskrieg

1684:

Bei der Belagerung von Luxemburg verlor das Regiment am 19. Mai über 20 Grenadiere, der Colonel de Gacé und sieben Offiziere wurden verwundet.

Pfälzischer Erbfolgekrieg

1688:

Belagerung von Philippsburg

1690:

Schlacht bei Fleurus; der Colonel de Soyecourt ist gefallen, der Lieutenant-colonel la Ferrière und 13 Offiziere wurden verwundet,

1691:

Belagerung von Mons, der Lieutenant-colonel la Ferrière wurde beim Angriff am 6. April erneut verwundet. Das Regiment nahm am Moselfeldzug teil und verbrachte den Winter in Courtrai.

1692:

„Vermandois“ war bei der Einnahme von Namur, in der Schlacht bei Steenkerke und bei der Beschießung von Charleroi eingesetzt. Den Winter über lag es in Hautrange (bei Ath) in Garnison.

Schlacht bei Neerwinden
1693:

In der Schlacht bei Neerwinden erlangte das Regiment Verdienste im dritten und letzten Angriff auf das Dorf. Bei der Belagerung von Charleroi wurde der Colonel Charost verwundet.

1695:

Bei der Beschießung von Brüssel eingesetzt.

1797:

Teilnahme an der Belagerung von Ath, bei derdie Grenadiere eine Demi-lune erobern konnten, was am nächsten Tag zur Kapitulation der Garnison führte.

1698:

Im Camp de Compiègne.

Spanischer Erbfolgekrieg

1701:

Besetzung von Namur.

1702:

Abgestellt zu „Armée du Rhin“ (Rheinarmee) unter Maréchal Villars, verließ das Regiment im September Straßburg und zog über Hüningen in das Gefecht bei Friedlingen.

1703:

Einsatz bei der Belagerung von Kehl. „Vermandois“ konnte sich, zusammen mit dem Régiment de Navarre beim Angriff am 6. März auszeichnen, als sich die Grenadiere unter Lieutenant-colonel des Arennes in einer Bresche der Umwallung festsetzten. Danach zog das Regiment mit der Armee nach Bayern, nahm am Angriff auf die Befestigung von Hornberg und am Gefecht bei Munderkirchen teil.

Erste Schlacht bei Höchstädt und Einnahme von Augsburg und Winterquartier in Neuburg an der Donau

1704:

Zweite Schlacht bei Höchstädt im Corps von Maréchal Ferdinand de Marsin. Danach kehrte das stark dezimierte Regiment nach Frankreich zurück und wurde in die Festung Landau geschickt, wo es zusammen mit den Regimentern de Toulouse, d'Angoumois, Beaufermé, Hessy-Suisse, de Ponthieu, d'Agenois, Savigny und Castelet (zusammen 12 Bataillone) an der erfolglosen Verteidigung teilnahm. Nach der Kapitulation am 24. November zog „Vermandois“ nach Straßburg ab.

1705:

Der Lieutenant-colonel de Nocey nahm mit 300 Mann das Schloß von Wœrth ein und brannte es nieder. Im Gefecht bei Lauterbourg zählte der Major zu den Gefallenen.

1706:

Besetzung von Rheinzabern; Teilnahme am Entsatz von Fort-Louis und Einnahme von Drusenheim. Am 2. Juli, nachdem die kaiserlichen Truppen wieder den Rhein überquert hatten wurde „Vermandois“ nach Lauterbourg geworfen und nahm dann an einem Marsch zur „Île de Marquisat“ teil, einer ehemaligen Rheininsel, auf der sich ein Befestigungswerk befand. Die Insel ist seit der Rheinbegradigung verschwunden, die Festung existiert ebenfalls nicht mehr.

1707:

Feldzug mit Maréchal Villars nach Schwaben und nach Franken.

1709:

In der Dauphiné

1710 bis 1712:

Ende 1710 wurde das Regiment nach Katalonien verlegt, wo es unter dem Kommando von Maréchal Anne-Jules de Noailles an der Belagerung von Girone teilnahm. Während der nächsten beiden Feldzüge blieb es in den Alpen.

1713:

In diesem Jahr Rückkehr auf den Kriegsschauplatz am Rhein mit der Einnahme von Landau und Freiburg

1715:

Nach dem Ende des Krieges bestand das Regiment nur noch aus einem Bataillon.

Polnischer Thronfolgekrieg

Während des Krieges operierte „Vermandois“ am Rhein. Es nahm am Gefecht bei Ettlingen, der Belagerung von Philippsburg und dem Gefecht bei Klausen teil. 1736 war das Regiment auf der Belle-Isle-en-Mer stationiert.

Österreichischer Erbfolgekrieg

1741 bis 1742:

„Vermandois“ war der „Armée de Westphalie“ (Westfalenarmee) zugeteilt und blieb bis Juni in Paderborn, um dann, mit dem Régiment de Limousin eine Brigade zu bilden und am Winterfeldzug nach Bayern und Böhmen teilzunehmen. Einnahme von Elbogen, Kaaden und Eger. Danach Marsch zum Entsatz von Braunau am Inn, sowie zur Verteidigung von Landau an der Isar und Deggendorf. Winterquartier wurde in Amberg bezogen.

1743:

Nach der Verteidigung von Dingolfing erfolgte im Juli die Rückkehr nach Frankreich, wobei ein Abteilung in Ingolstadt zurückgelassen wurde, die erst im Oktober nachfolgte. Die Winterquartiere wurden in Saarlouis bezogen.

1744:

„Vermandois“ wurde der „Armée de la Moselle“ zugeteilt, wo es bei Zabern zur Niederlage des kaiserlichen Generals Nádasdy beitrug. Es erfolgte der Einsatz im Scharmützel bei Suffelsheim und der bemerkenswerte Angriff auf den gedeckten Weg des befestigten Freiburg. Nach der Einnahme der Stadt wurde die Einheit zur „Armée du Bas Rhin“ (Niederrhein-Armee) abkommandiert

1746:

Einsatz in Flandern unter dem Kommando von Maréchal d'Estrées mit der Beteiligung an den Belagerungen von Mons, Saint-Ghislain und Charleroi, sowie der Schlacht bei Roucourt. Das 2. Bataillon wurde am 27. Oktober wieder aufgestellt.

1747:

Im April löste das Regiment die Arquebusiere de Grassin in Namur ab und stieß im Juni zur Armee im Camp Tirlemont.

Schlacht bei Lauffeldt

Den Winter über lag es dann in Antwerpen.

1748:

Als Begleitschutz für einen Munitionskonvoi nach Bergen-op-Zoom eingesetzt, wurde die Einheit unterwegs von überlegenen Kräften angegriffen. Alle Attacken konnten jedoch abgewiesen und der Bestimmungsort in guter Ordnung erreicht werden. Zusammen mit dem Régiment de Champagne war „Vermandois“ dann bei der Belagerung von Maastricht im Einsatz. Das 2. Bataillon wurde am 15. November aufgelöst.

Zwischenkriegszeit

1749:

Am 10. März wurde das 2. Bataillon wieder aufgestellt, dazu wurden die Reste das aufgelösten Régiment de Vexin eingegliedert.

1753:

Das Regiment lag im Lager bei Saarlouis in Garnison.

Siebenjähriger Krieg

1756:

Vermandois kam unter dem Kommando von Richelieu im April auf Menorca an und konnte sich am 27. Juni bei der gewaltsamen Einnahme von Fort Saint-Philippe de Mahon auszeichnen. Der Capitaine Kerjean und der Lieutenant de Charmont sind dabei gefallen. Bis zum Kriegsende blieb die Einheit auf Menorca stationiert.

Zwischenkriegszeit

Nach der Rückkehr nach Frankreich wurde der Einheit zunächst Rochefort als Garnison zugewiesen, im Mai 1763 verlegte sie nach Blaye und Bordeaux. Im April 1764 kam das Regiment zurück nach Rochefort, im August ging es 1765 nach Brest und wurde dort im Oktober 1767 nach den Antillen verschifft.

Nach der erfolgreichen Okkupation von Guadeloupe, Martinique und Sant-Domingo verließ das Regiment die Kolonien und traf am 28. November 1769 wieder in Brest ein. Es folgte ein ständiger Wechsel der Garnisonen: nach Metz im November 1770, nach Gravelines im Oktober 1772, nach La Rochelle im Mai 1773, nach der Île de Ré im März 1774, nach La Rochelle im Juli 1775, nach Perpignan im Mai 1776, nach Béziers im Oktober 1776, nach Montpellier im September 1777, nach Marseille im April 1778 und nach Korsika im Oktober des gleichen Jahres. Dort blieb es bis 1784. Dann wurde es auf das Festland zurückbeordert und kam am 10. Mai 1784 in Toulon an. Zunächst nach Montpellier und Béziers kommandiert, kam es im April 1788 nach Perpignan – dort blieb es bis zum Ausbruch der Revolution.

1790:

Von der Assemblée nationale wurde das Regiment gelobt, da es sich bei der Niederschlagung des Aufruhrs vom 10. und 11. Mai 1790 verdient gemacht hatte. Nach den Auseinandersetzungen mit dem vom königstreuen André Boniface Louis Riquetti de Mirabeau kommandierten Régiment d’infanterie de Touraine stellte „Vermandois“ eine Abordnung von 200 Mann um das Haus zu bewachen, in dem die Fahnen von „Touraine“ aufbewahrt wurden.

Am 5. Dezember stand das Regiment in Perpignan einem Aufruhr gegenüber, in dem es die Oberhand behielt.

1791:

Am 1. Juni erfolgte die Verlegung nach Béziers.

Kriege der Revolution

1792:

Das 1. Bataillon wurde nach Gap kommandiert, das 2. Bataillon ging zurück nach Perpignan.

Das 1. Bataillon war dann unter dem Kommando der Generäle Anselme und Brunet an der Eroberung der Grafschaft Nizza beteiligt. Hier zeichnete es sich im Gefecht bei Sospello aus. Bald darauf wurde es nach Korsika verlegt wo es gegen die Banden von Pasquale Paoli und auch gegen die Engländer kämpfte. Nach der Rückkehr aus Korsika wurde es in Toulon stationiert und am 10. Oktober 1794 in die 121edemi-brigade de bataille eingegliedert.

Das 2. Bataillon war 1793 bei der Armée des Pyrénées Orientales eingesetzt. Hier zeichnete es sich am 31. August im Scharmützel bei Cornélia aus. Am 22. September war es in der Schlacht bei Truillas eingesetzt und wurde am 19. Juni 1795 in der „122e demi brigade de bataille“ eingegliedert.

Kriege des Kaiserreichs

1804 wurde die 61e demi brigade d'infanterie – die mit dem vormaligen Régiment de Vermandois nichts zu tun hatte – in 61e régiment d'infanterie umbenannt.

1815 bis 1848

Das Regiment war bei der Eroberung von Algerien eingesetzt

1870 bis 1914

Im Deutsch-Französischen Krieg stellten die acht Kompanien des 2. und 3. bataillons das „29e régiment de marche“ (29. Marschregiment) das im Département Loiret an den Gefechten bei Chilleurs, Ladon, Boiscommun, Neuville-aux-Bois und Maizières eingesetzt war.

Erster Weltkrieg

Stationiert in Aix-en-Provence und Privas gehörte das Regiment zur 60. Infanteriebrigade der 30. Infanteriedivision im 15. Armeekorps.

1914:

Das Regiment verließ unter dem Kommando von Colonel Leblanc Privas am 6. August und verlegte nach Dieuze. Mit Ausnahme eines Scharmützels der Vorhut am 15. August war es bis zum 19. August in keine Kampfhandlungen verwickelt.

Gefecht bei Dieuze am 19. und 20. August

Das Regiment griff das auf deutscher Seite der Grenze liegende Duß (Dieuze) an, musste sich aber am nächsten Tag nach erbitterter Gegenwehr wieder zurückziehen. Der Kommandant, Colonel Leblanc, war durch ein Schuss in den Arm verwundet worden.

Angriff auf Mont-sur-Meurthe am 24. August

Das von den Deutschen besetzte Mont-sur-Meurthe wurde angegriffen. Nach verbissen geführten Kämpfen gaben die Deutschen das Dorf auf und zogen sich nach Lunéville zurück.

Es folgten Kämpfe bei Maison-Blanche und Audernay in der Region um Bar-le-Duc, wobei die Deutschen bis auf die Linie Avocourt – Montfaucon zurückgedrängt werden konnten. Ab dem 16. September gruben sie sich zwischen Avocourt und dem Bois de Forges ein: der Stellungskrieg hatte begonnen.

Stellungskämpfe bei Avoncourt vom 23. bis 25. September

Angriffe auf Avocourt und den Bois de Cheppy. Der Regimentskommandeur, Colonel Capxier, ist dabei gefallen. Es wurde ein Anzahl Gefangener gemacht.[2]

Stellungskämpfe an der Höhe 281 – Malancourt – Béthincourt vom 29. Oktober bis 20. Dezember
1915:
Stellungskämpfe an der Höhe 281 – Malancourt – Béthincourt von Januar bis Mai 1915
Stellungskämpfe in der Champagne im Mai 1915

Kämpfe im Sektor Tourbe – Massiges. Als Besatzung im Fort de la Pompelle und in Stellungen im Bois des Zouaves.

Umfeld von Fort de la Pompelle

Am 28. September stand das Regiment in Angriffsstellungen bei Suippes (Champagne). Am 6. Oktober griff es die Butte de Souain an, wo es in Vernichtungsfeuer der deutschen Artillerie geriet. Es besetzte weiterhin Stellungen bei Souain und Tahure. Dann in Reims wieder aufgefüllt, wurden dem Regiment Stellungen im Norden und Osten von Reims zugewiesen.

1916:

Bis April Kämpfe im Sektor von La Pompelle.

  • Verdun (Juni bis August)

Wieder aufgefüllt zog das Regiment im Juni in die Schlacht um Verdun wo es am 20. Juni einen Abschnitt bei Louvemont-Côte-du-Poivre besetzte.[3] Am 22. Juni erfolgte ein deutscher Angriff auf den rechten Abschnitt des Regiments, der die Verteidiger zur Aufgabe des 1. und 2. Grabens zwang und sie bis zur Ouvrage de Froideterre zurückwarf. der Am 23. Juni erfolgte durch die 5. und 6. Kompanie und durch zwei Kompanien des „106e bataillon de chasseurs à pied“ ein erfolgreicher Gegenangriff

Am 2. August wurde dem 3. Bataillon der Befehl erteilt, den Kamm der Côte du Poivre (dt:Pulverhöhe) mit einem deutschen Beobachtungsposten anzugreifen. Hierbei konnten 800 Meter Gelände gewonnen und eine Anzahl Gefangene gemacht werden.

Am 18. August wurde das Regiment aus der Front herausgezogen, wieder aufgefüllt und von September bis Dezember im Sektor Paissy am Chemin des Dames eingesetzt. Danach erfolgte die Bahnverladung und der Transport nach Toulouse.[4]

  • Bei der Armée d'Orient (Orientarmee)

Von Dezember 1916 bis Februar 1917 wurde das Regiment in Toulouse für seinen Einsatz im Orient vorbereitet.

1917:

Der Stab und das 1. Bataillon verließen Toulouse am 18. Februar 1917 und verlegten nach Italien. Das 2. und 3. Bataillon fuhren am 23. Januar und 3. Februar nach Toulon um von dort nach Saloniki eingeschifft zu werden.

Ab 10. Juni beim Einmarsch in Thessalien eingesetzt, am 12. Juni Besetzung von Larisa. Am 20. Juni wurde nach Domokos und dann nach Makedonien marschiert.

Das Regiment wurde durch die sehr heißen Tage im Laufe dieser Etappen dezimiert; zahlreiche Fälle von Malaria und Dysenterie traten auf, deren Ursache in der Durchquerung der Sümpfe von Arkilisé zu suchen war.

Im August wurden Stellungen im Sektor Bitola bezogen.[5] und bis August 1918 besetzt gehalten.

1918:

Vom 14. bis 28. August nahm die Einheit an einer Offensive gegen die bulgarische Front teil. Die Verfolgungskämpfe erstreckten sich bis zum Dorf Bucum-Dolenci.

  • Einmarsch in Serbien und in Bulgarien.

Nach dem Waffenstillstand mit Bulgarien wurde die Division bei Prilep zusammengezogen und wieder aufgefüllt. Am 31. Oktober gelangte das Regiment nach Kjustendil, wo es bis zum 5. November verblieb. Am 8. November erfolgte der Abmarsch nach Roustchouk an der Donau, wo die Brücke kontrolliert wurde.

Am 28. November paradierte das Regiment in Bukarest vor dem rumänischen König.

Noch am 3. Dezember 1918 in die Dobrudscha verlegt kehrte es 1919 nach Frankreich zurück und wurde dort am 11. Juni aufgelöst.

Zweiter Weltkrieg

Nach dem Beginn des deutschen Westfeldzuges kämpfte das Regiment im Rahmen seiner Möglichkeiten. Seine Spur verliert sich nach dem Waffenstillstand im Juni 1940.

1954 bis 1962

Teilnahme am Algerienkrieg

Regimentsfahne

Auf der Rückseite der Regimentsfahne sind (seit Napoleonischer Zeit) in goldenen Lettern die Feldzüge und Schlachten aufgeführt, an denen das Regiment ruhmvoll teilgenommen hat.[6][7]

Auszeichnungen

Das Regiment wurde seit 1914 in keinem Armeebericht lobend erwähnt und hat daher auch keine Auszeichnungen erhalten.

Literatur

  • Chronologie historique-militaire, par M. Pinard, tomes 3, 4, 5 et 8, Paris 1761, 1761, 1762 et 1778
  • À partir du Recueil d'Historiques de l'Infanterie Française (Général Andolenko – Eurimprim 1969)

Fußnoten

  1. dt.: 61. Infanterieregiment
  2. Historique du 61ème RI (Anonyme, Charles-Lavauzelle, 1920) numérisé par Olivier Gaget 2/5
  3. Historique du 61ème RI (Anonyme, Charles-Lavauzelle, 1920) numérisé par Olivier Gaget 3/5
  4. Historique du 61ème RI (Anonyme, Charles-Lavauzelle, 1920) numérisé par Olivier Gaget 4/5
  5. Historique du 61ème RI (Anonyme, Charles-Lavauzelle, 1920) numérisé par Olivier Gaget 5/5
  6. Décision n°12350/SGA/DPMA/SHD/DAT du 14 septembre 2007 relative aux inscriptions de noms de batailles sur les drapeaux et étendards des corps de troupe de l'armée de terre, du service de santé des armées et du service des essences des armées, Bulletin officiel des armées, n°27, 9 novembre 2007
  7. Arrêté relatif à l'attribution de l'inscription AFN 1952–1962 sur les drapeaux et étendards des formations des armées et services, du 19 novembre 2004 (A) NORDEF0452926A Michèle Alliot-Marie