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vom 09.02.2017, aktuelle Version,

Damülser Berge

Damülser Berge
Höchster Gipfel Damülser Mittagsspitze (2095 m ü. A.)
Lage Vorarlberg, Österreich
Teil des Bregenzerwaldgebirges
Einteilung nach AVF 2008: Damülser Berge[1]
AVF 1977: Damülser Berge und Kanisfluh[2]
SOIUSA: 22.I.1.b Damülser Berge i.e.S.[3]
Damülser Berge (Vorarlberg)
Damülser Berge
Koordinaten 47° 19′ N,  53′ O
Typ Faltengebirge
Gestein Kalkstein, Mergel, Sandstein
Alter des Gesteins Jura, Kreide, Paläogen
Fläche 70 km²
Kanisfluh

Kanisfluh

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p1
BW

Die Damülser Berge sind eine knapp 13 Kilometer lange Bergkette im Bregenzerwaldgebirge in Vorarlberg. Sie gehört zum Kernbereich des Hinteren Bregenzerwalds. Ihr höchster Gipfel ist die Damülser Mittagsspitze mit 2095 m ü. A..

Einordnung

Im aktuellen Alpenvereinsführer von Dieter Seibert aus dem Jahre 2008[1], in der Vorversion von Walther Flaig aus dem Jahre 1977[2] und in der internationalen vereinheitlichten orographischen Einteilung der Alpen (SOIUSA)[3] bilden die Damülser Berge eine der vier, elf respektive dreizehn Untergruppen des Bregenzerwaldgebirges. Bei Flaig heißt die Untergruppe Damülser Berge und Kanisfluh, während sie in der SOIUSA Damülser Berge im engeren Sinn genannt wird, zur Unterscheidung zu den Damülser Bergen im weiteren Sinn, die zusätzlich noch die angrenzende Glatthorngruppe umfassen.

Einordnung nach SOIUSA[3]
Teil II Ostalpen
Sektor II/B Nördliche Ostalpen
Abschnitt 22 Bayerische Alpen
Sektor 22/A Allgäuer und Bregenzer Alpen
Unterabschnitt 22.I Bregenzerwaldgebirge
Obergruppe 22.I.A Westliches Bregenzerwaldgebirge
Gruppe 22.I.1 Damülser Berge i.w.S.
(Glatthorn-Mittagspitze-Kette)
Untergruppe 22.I.1.b Damülser Berge i.e.S.

Die Gebirgsgruppengliederung für das österreichische Höhlenverzeichnis nach Hubert Trimmel aus dem Jahre 1968 teilt die Damülser Berge auf die Nummern 1117 Kanisfluh und 1118 Damülser Mittagsspitz innerhalb der Gruppe 1110 Rheintal – Walgau – Bregenzer Wald auf.[4]

Lage und Umgrenzung

Die Damülser Berge liegen im österreichischen Bundesland Vorarlberg, zwischen Mellau im Norden und Damüls im Süden. Außer diesen beiden Gemeinden haben auch noch Au (Vorarlberg), Schnepfau und Dornbirn Anteil an dieser Gebirgskette.

Die Umgrenzung der Damülser Berge verläuft im Uhrzeigersinn entlang der Linie Bregenzer Ach – Argenbach – Bregetzbach – Unterdamülser Furka – Hüttabach – LadritschbachPortlabach – Portla Fürkele – Mellenbach. Die Unterdamülser Furka verbindet die Damülser Berge mit der Glatthorngruppe und das Portla Fürkele mit der Freschengruppe.[1][2][3]

Angrenzende Untergruppen
Dornbirner First Bizauer Hirschberggruppe
Freschengruppe Mittagsfluh
Glatthorngruppe Zitterklapfengruppe
(Lechquellengebirge)

Gipfel und Sättel

Südseite des Damülser Kamms um die Ugaalpe mit der dominierenden Mittagspitze
Kanisfluh – Sattel der Öberlealpe – Klippernkamm, vom Dornbirner First aus gegen Osten
Gipfelkreuz des Elsenkopfs

Innerhalb der Damülser Berge hat die Kanisfluh durch ihre markante Erscheinung eine besondere Stellung. Für den Rest der Gebirgsgruppe verwendet der Alpenvereinsführer von 1977 die Bezeichnung „Damülser Berge“ (im engeren Sinne)[2], die SOIUSA „Mittagspitzkamm“[3] und die Gebirgsgruppengliederung für das österreichische Höhlenverzeichnis „Damülser Mittagsspitz“[4].

In der folgenden Tabelle sind die benannten Gipfel und Sättel von Westen nach Osten aufgelistet.[2][5]

Sektor Gipfel/Sattel Höhe m ü. A. Anmerkung
a. Mittagspitzkamm Schafberg 1805
Sünser Spitze 2061
Sünserkopf 2032
Sünser Joch 1911 südlicher Nebenkamm am Hübschen Bühel
Portlahorn 2010
Portlakopf 1905
Portler Fürkele 1813
Ragazer Blanken 2051
Hochblanken 2068
Kojenkopf 1583 nördlicher Nebenkamm am Hochblanken
Hochblankensattel ca. 1970
Hohes Licht ca. 2000
Hochlichtsattel 1956
Damülser Mittagsspitze 2095 höchster Gipfel der Gruppe
Bettlerkopf 1822 nördlicher Nebenkamm an der Damülser Mittagsspitze
Ugner Höhe ca. 1790 südlicher Nebenkamm an der Damülser Mittagsspitze
Elsenkopf 1940
Ugenjoch 1910
Wannenkopf 2006
Gungern 2053
Klippern 2066
Korbschrofen 1828 östlicher Nebenkamm am Klippern
Wurzacher Eck 1639
b. Kanisfluh Hoher Stoß (Westgipfel) 1806
Hoher Stoß (Ostgipfel) 1948
Holenke 2044 Hauptgipfel der Kanisfluh
Runder Kopf 2014
Sonnenspitz 1965
Häle 1510

Geologie

Die Damülser Berge liegen in der im Bregenzerwald ausgeprägten Helvetikumzone, die von Ostschweizerischen Charakter ist, und nach Norden in das Allgäu streicht. Südlich steht die Flyschzone an, an der die Gruppe im Südwesten auch Anteil hat.

Die Schichtfolge umfasst von Norden her Seewerkalk (Sünser Spitze, Ragatzer Blanken, Damülser Mittagsspitz, Ragatzer Schrofen), die grobbankigen, leicht mergeligen Kalke der Drusberg-Formation (Schafberg, Hochblanken, Klippern), Kieselkalk (zumeist unterhalb der Drusberg-Formation gelegen), Palfris-Formation, Zementstein-Formation, Quinterkalk (Kojenkopf, gesamter Kanisfluh), Mergel und Tonmergel der Schilt-Formation, sowie Leimernmergel (Ultrahelvetikum, im Gebiet zwischen Ragazalpe und Ugaalpe). Die Flyschzone zeigt sich mit Reiselsberger Sandstein (Schwabbrünnenserie) in den Gipfeln von Portlahorn, Portlakopf und Elsenkopf.[6]

Landschaft

Der Kamm streicht hauptsächlich in West–Ost-Richtung, von Au im Osten gegen das Furkajoch hin. Die Berge bilden nach Süden schöne grasreiche Hänge, nach Norden brechen sie immer wieder in hohen Schroffen (Blanken) ab, mit einigen Wasserfällen,[7] im Osten brechen sie in einer Wand über 1000 Höhenmeter ab. Sie bilden dazwischen Plateaus und Mulden (Wannen), um die Hauseralpe,[8] am Ulfernbach,[9] um die Galtsuttisalpe,[10] und die Kanisalpe [11] auch Hang- und Quell- sowie einige Flachmoore. Moore und kleiner Seen finden sich auch in den Taltobeln der Südhänge, etwa der Sünser See.

Erschließung

Lift- und Wegplan Damüls

Der Damülserkamm ist ein Skigebiet, und mit etlichen Liftanlagen erschlossen. Seit 2008 sind die Damülser und Mellauer Bergbahnen auch über den Kamm erschlossen und bilden das Skigebiet Faschina–Damüls–Mellau.[12]

Daneben ist das Gebiet, und besonders die unberührte Kanisfluh, aber auch reizvolles Wandergebiet, mit zahlreichen markierten Wegen, etwa dem Damülser Rundkurs. Sie bietet auch einige anspruchsvollere Touren (Überschreitungen, Steilgras-Touren). Außer dem Alpengasthof Edelweiß[13] (zwischen Kanisfluh und Damülserkamm bei Au, 1492 m, privat) liegen Unterkünfte nur in Talnähe.

Auch als Mountainbike-Terrain ist die Gruppe beliebt.

Panorama

Panorama von der Kanisfluh über die Damülser Berge zwischen Damülsertal (links, Blick in die Bregenzer Ach bei Au-Rehmen, Hinterster Wald) und Mellauer Talkessel (rechts, Mittelwald): Vom Klippern–Mittagsspitz-Kamm links die Glatthorn–Zitterklapfen-Künzelspitz-Gruppe, ganz links der Diedamskopf vor dem Hohen Ifen im Osten; rechts Freschen, Mörelspitze–First, fern das Bödele bis zum Pfänder gegen Nordwest, ganz rechts wieder die Berge östlich der Bregenzer Ach: Hirschberg–Gopfberg-Zug und Winterstauden-Zug.
  Commons: Damülser Berge  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  • Rosemarie Zöhrer (Geländeerhebung), Markus Staudinger (Bericht): Aktualisierung des Biotopinventars Vorarlberg – Gemeinde Mellau. In: Vorarlberger Landesregierung Abteilung Umweltschutz [IVe], AVL Arge Vegetationsökologie und Landschaftsplanung (Hrsg.): Biotopinventar Vorarlberg. Februar 2009 (vorarlberg.at [PDF]).
  • Günter Bischof (Geländeerhebung), Markus Staudinger (Bericht): Aktualisierung des Biotopinventars Vorarlberg – Gemeinde Damüls. In: Vorarlberger Landesregierung Abteilung Umweltschutz [IVe], AVL Arge Vegetationsökologie und Landschaftsplanung (Hrsg.): Biotopinventar Vorarlberg. Februar 2009 (vorarlberg.at [PDF]).
  • Markus Staudinger, Günter Bischof (Geländeerhebung), Markus Staudinger (Bericht): Aktualisierung des Biotopinventars Vorarlberg – Gemeinde Au. In: Vorarlberger Landesregierung Abteilung Umweltschutz [IVe], AVL Arge Vegetationsökologie und Landschaftsplanung (Hrsg.): Biotopinventar Vorarlberg. Februar 2009 (vorarlberg.at [PDF]).
  1. 1 2 3 Dieter Seibert: Bregenzerwald- und Lechquellengebirge. Alpenvereinsführer alpin. 1. Auflage. Bergverlag Rother, München 2008, ISBN 978-3-7633-1095-1, S. 59, 125–137.
  2. 1 2 3 4 5 Walther Flaig: Alpenvereinsführer Bregenzerwaldgebirge. 1. Auflage. Bergverlag Rudolf Rother, München 1977, ISBN 3-7633-1203-X, Randzahlen 825–859, S. 340–356.
  3. 1 2 3 4 5 Sergio Marazzi: Atlante orografico delle Alpi. SOIUSA – Suddivisione orografica internazionale unificata del Sistema Alpino. 1. Auflage. Priuli & Verlucca, Scarmagno 2005, ISBN 88-8068-273-3 (italienisch, Zusammenfassung [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 26. Dezember 2016]).
  4. 1 2 Günter Stummer, Lukas Plan: Handbuch zum Österreichischen Höhlenverzeichnis inklusive bayerischer Alpenraum. Hrsg.: Verband Österreichischer Höhlenforscher und karst- und höhlenkundliche Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien (= Speldok. Nr. 10). Wien 2002 (hoehle.org [PDF; 2,1 MB; abgerufen am 5. November 2016]).
  5. Basiskarten & Bilder. In: Vorarlberg Atlas4. Land Vorarlberg, abgerufen am 27. Dezember 2016.
  6. zusammengestellt aus den jeweiligen Abschnitten Allgemeine Angaben zur Gemeinde der Biotopinventare Mellau, Au und Damüls, jeweils S. 9.
  7. insb. der Wasserfall unter der Freudenberger Alpe (Biotop 22714); 0,96 ha. Biotopinventar Mellau. S. 39 f.
  8. Moor bei der Hauseralpe (Biotop 22720) 1,28 ha. Biotopinventar Mellau, S. 17 f. Quellgebiet bei der Hauseralpe (Bereich Riedhütte laut Flurnamenkarte) (Biotop 22721) 4,64 ha, S. 49 f.
  9. Talbodenvermoorungen der Ulfernalpe-Ulfernbach (Biotop 22709), 71,53 ha. Biotopinventar Mellau, S. 15 f. "Schnimösle" laut Flurnamenkarte (Biotop 22710) 1,43 ha, S. 33 f. Moorwald beim Gätterle (Biotop 22713) 1,79 ha, S. 33 f.
  10. Flachmoor bei der Galtsuttisalpe (Biotop 22716) 10,2 ha. Biotopinventar Mellau, S. 43 f. Hangflachmoorkomplex bei der Hinterbleichtenalpe (Biotop 22718) 12,5 ha, S. 45 f. Moorkomplex bei der Vorderbleichtenalpe (Biotop 22719) 7,36 ha, S. 47 f.
  11. Moorkomplex bei der Kanis-Alpe (Biotop 22707) 68,16 ha. Biotopinventar Mellau, S. 27 f.
  12. Mellau – Damüls – Faschina Skischaukel 710 – 2.009m. bergfex.at, abgerufen am 14. April 2011.
  13. Alpengasthof Edelweiß