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vom 25.02.2019, aktuelle Version,

Der letzte Tanz (2014)

Filmdaten
Originaltitel Der letzte Tanz
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2014
Länge 96 Minuten
Stab
Regie Houchang Allahyari
Drehbuch Houchang Allahyari,
Daniel Kundi,
August Staudenmayer
Produktion Houchang Allahyari
Musik Erdem Tunakan
Kamera Peter Roehsler
Schnitt Daniela Müllner,
Charlotte Müllner
Besetzung

Der letzte Tanz ist ein österreichischer Spielfilm. Zwischen dem Zivildiener Karl und der Alzheimer-Patientin Julia Ecker entsteht eine emotionale Beziehung, in der es zu einem Geschlechtsverkehr kommt. Dieser wird von der Oberschwester entdeckt. Karl wird verhaftet, als Vergewaltiger angeklagt und verurteilt.

Der Film wurde 2013 unter dem Arbeitstitel 2 Akte gedreht.

Handlung

Am Beginn des Films (schwarz / weiß) wird Karl zu Hause, bei seiner Mutter, verhaftet. Der Grund bleibt zunächst unklar. Karls Mutter sucht Unterstützung bei Karls Freundin Nathalie und ihrer Familie. Ein Rechtsanwalt wird engagiert. Allmählich stellt sich heraus, dass Karl eine Straftat mit sexuellem Hintergrund vorgeworfen wird.

Rückblende, „3 Monate davor“ (in Farbe): Karl hat Wirtschaft studiert und wird als Zivildiener an eine Geriatrische Abteilung eines Krankenhauses versetzt. Die Abteilung wird von der überaus resoluten Oberschwester Regina streng geführt. Karl versucht, die Patienten ernst zu nehmen und kümmert sich besonders um die Alzheimer-Patientin Frau Ecker, indem er ihr z. B. vorliest und Musik besorgt.

Frau Ecker wird als Alzheimer-Patientin behandelt; sie zeigt Zeichen von Demenz, ist aber andererseits in vielen Situationen völlig klar und auch widerspenstig. Sie äußert ihre Meinung gegenüber dem Regime von Oberschwester Regina („Feldwebel“) und verweigert die Einnahme von Medikamenten, weil ihr die Wirkung unklar ist („Giftmischer“). Sie kotet ein, kann aber mit Karl plötzlich wieder gehen und lässt sich von ihm auf die Toilette führen.

Karl lernt im Bus seine Schulkollegin Nathalie wieder kennen. Sie beginnen eine Beziehung. Gleichzeitig entsteht eine starke emotionale Bindung zwischen Karl und Frau Ecker. Karl liest Frau Ecker aus dem Roman Die Geier-Wally vor, geht mit ihr spazieren und besorgt ihr einen mp3-Player und Kopfhörer. Diese Bindung wird von der Oberschwester erkannt und als Störung identifiziert, da sie Frau Ecker „weckt“ und schwerer kontrollierbar macht. Die Oberschwester veranlasst deshalb die Versetzung Karls auf eine andere Station. Als Frau Ecker von der Versetzung Karls erfährt, verführt sie ihn in seinem letzten Nachtdienst. Dabei kommt es zu einem Geschlechtsverkehr, der von der Oberschwester entdeckt wird.

Frau Ecker tanzt nach dem Verkehr mit Karl einen letzten, glücklichen Tanz alleine durch die Station und stirbt dann offensichtlich. Karl wird am nächsten Morgen verhaftet. Es kommt zum Gefängnisaufenthalt und zu einer Anklage.

Der Staatsanwalt brieft Oberschwester Regina bei Gericht, dass es auf ihre Aussage ankomme, da die Patientin nicht mehr befragt werden könne. Offenbar wird Karl verurteilt; ein Strafausmaß wird im Film nicht genannt.

Motive und Themen

Motive und Themen des Films sind die tatsächlich gegebenen Zustände in der stationären Pflege alter Menschen (bei Oberschwester Regina sind Anklänge an Schwester Ratched aus Einer flog über das Kuckucksnest nicht zu übersehen; auch der Name der Schwester ist sprechend) und die Einschränkungen besonders auch an sexueller Freiheit, die einerseits mit Pflege bzw. Pflegebedürftigkeit an sich und andererseits mit der Rollenzuschreibung an alte Frauen (Frau Ecker bezeichnet sich selbst als „Hexe“) verbunden sind. Nebenmotive sind Mutter-Sohn-Beziehung, die Zustände in U-Haft und die Machtlosigkeit an sich vernünftiger Menschen im System des Strafvollzugs.

Erni Mangold (Österr. Filmpreis 2015)

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