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vom 13.01.2017, aktuelle Version,

Johann Jäger

Gedenktafel am Haus Marktstraße 41, in Bad Tölz

Johann Jäger (* 1667 in Bad Tölz; † 17. März 1706 in München) war ein Anführer des bayerischen Volksaufstandes 1705.

Johann Jäger wurde etwa 1667 in Bad Tölz als Sohn eines Wirtes und Bürgermeisters geboren. Sein Geburtshaus ist das heute noch bestehende Weinhaus Höckh. Er ging als Kellner nach München, wo er 1691 das Bürgerrecht und eine Weinwirtschaft erwarb. Er war verheiratet und hatte sechs Kinder. 1700 beantragte er die Aufnahme in den Äußeren Rat der Stadt, was vom Magistrat zunächst abgelehnt wurde.

Der Jägerwirt scheint gute Beziehungen zum Hof gehabt zu haben, denn drei Monate danach befahl Kurfürst Maximilian II. Emanuel dem Rat die Aufnahme Jägers. Als Mitglied des Äußeren Rates wurden Jäger bald verschiedene Aufgaben, Referate und Geschäfte übertragen. Er war ein ehrgeiziger Mann und neigte laut Beschreibung von Christian Probst etwas zur Großsprecherei.

Er scheint auch nicht gut gewirtschaftet zu haben, denn er hinterließ nach seiner Hinrichtung am 17. März 1706 hohe Schulden.

Literatur

  • Hubert Dorn: Die Schlacht von Sendling 1705. Chronologie einer bayerischen Tragödie. Buchendorfer, München 2005, ISBN 3-934036-94-5.
  • Alexander Langheiter: Johann Jäger. In: Jürgen Wurst, Alexander Langheiter: Monachia. Von Carl Theodor von Piloty im Münchner Rathaus. Städtische Galerie im Lenbachhaus, München 2005, ISBN 3-88645-156-9, S. 139–141.
  • Christian Probst: Lieber bayrisch sterben. Der bayrische Volksaufstand der Jahre 1705 und 1706. Süddeutscher Verlag, München 1978, ISBN 3-7991-5970-3.

Siehe auch