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vom 08.02.2017, aktuelle Version,

Maria Happel

Maria Happel und Dirk Nocker (2015)

Maria Happel (* 16. Oktober 1962 in Elsenfeld im Spessart) ist eine deutsche Schauspielerin und Regisseurin.

Leben

Maria Happel absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Schauspielschule Bühnenstudio bei Hedi Höpfner in Hamburg. Ihre Karriere begann an den Schauspielhäusern in Bremen (wo sie auch die Rolle der Édith Piaf spielte), Köln und Hannover, bevor Claus Peymann sie 1991 ans Wiener Burgtheater holte. Im Jahr 2000 folgte sie Claus Peymann zunächst ans Berliner Ensemble, bevor sie zur Spielzeit 2002/03 wieder ans Burgtheater zurückkehrte. Dem Berliner Ensemble blieb sie aber durch regelmäßige Gastauftritte stets weiter verbunden. Happel hat sich nie auf ein Rollenfach festlegen lassen. Sie spielt mit großem Erfolg sowohl tragische als auch komische Rollen.

Neben der Schauspielerei entdeckte Maria Happel auch die Regie für sich. Anfangs überwiegend bei den Festspielen Reichenau, später auch am Burgtheater, inszenierte sie einige Stücke selbst – und spielte zum Teil auch selbst mit. Daneben ist Maria Happel eine versierte Hörspielsprecherin. 2005 wurde sie für ihre Verdienste in dieser Sparte mit der Auszeichnung „Schauspielerin des Jahres“ ausgezeichnet. Auch musikalisch ist Happel sehr versiert, sie spielt Orgel und Klavier und ist ausgebildete Mezzosopranistin. 1995 gestaltete sie im Akademietheater mit großem Erfolg einen Edith-Piaf-Liederabend, der viele Jahre auf dem Programm stand. Auch in der „Dreigroschenoper“ war sie zwei Mal zu sehen: 1996 als Polly Peachum unter der Regie von Paulus Manker und 2006 als Spelunkenjenny unter der Regie von Klaus-Maria Brandauer.

Maria Happel mit Nicholas Ofczarek und Michael Maertens in „ Die Affäre Rue de Lourcine“ am Burgtheater, 2015

Die schauspielerischen Erfolge Happels spiegeln sich auch in den ihr verliehenen Preisen wider: 1999 wurde sie mit der Kainz-Medaille der Stadt Wien (dem Vorgänger des heutigen Nestroy-Theaterpreises) für ihre Darstellung der Irmi in „Die Eingeborene“ und für ihre Interpretation der Franziska in „Minna von Barnhelm“ geehrt. Im Jahr 2003 erhielt sie den Nestroy-Theaterpreis als Beste Schauspielerin für ihre Rolle als Maria Planck in dem Stück „Das Leben der Plancks“.

Maria Happel hat sich im Wesentlichen dem Theater verschrieben. Auftritte in Fernsehfilmen und -serien hat sie zwar regelmäßig, jedoch ist sie dort in der Regel in Nebenrollen zu sehen. 2010 spielte sie unter der Regie von Doris Dörrie in der ZDF-Serie Klimawechsel.

Maria Happel unterrichtet das Fach Rollengestaltung am Max Reinhardt Seminar in Wien. Sie ist mit ihrem Kollegen Dirk Nocker verheiratet. Das Paar hat zwei Töchter und lebt in Wien.

2013 galt Happel zeitweilig als eine der Favoritinnen für die Intendanz des Wiener Volkstheaters.[1] Ende November 2013 wurde jedoch Anna Badora als Volkstheater-Direktorin erkoren.[2]

Theater

Burgtheater Wien

Berliner Ensemble

Festspiele Reichenau

Vereinigte Bühnen Graz

  • 2000: Piaf von Pam Gems, Regie: Maria Happel

Andere

Hörspiele

  • 1992: Die Hexe von Isaac Bashevis Singer
  • 1996: Die Schlacht um Wien von Peter Turrini
  • 1996: Kunst der Liebe von Wilhelm Pevny
  • 1996: Der Mund des Intimen von Peter Pessl
  • 1997: Perfekte Partner von Jakov Lind
  • 1998: Pop-Corn von Tiziano Scarpa
  • 1998: Desert Blues von Bill Albert
  • 1998: Indigenous People – Bedrohte Völker von Petschinka
  • 1999: Morgengrauen von Irene Wonisch, Edmund Behrendt
  • 2001: Gräfin Cosel (Marschallin Bielinska) von Józef Ignacy Kraszewski – Regie: Walter Niklaus (Hörspiel (5 Teile) – MDR)
  • 2002: Nono, Zickzack-Kind von David Grossmann
  • 2003: Ein Brief von Hanny Porter von Thor Kunkel
  • 2003: Vier Tage im Leben von Dessie Banks von Edna Walsh
  • 2004: Don Schote und Rasinante von Birgit Schwaner
  • 2004: Inland von Peter Wagner
  • 2004: Monsterwasser von Ernst Molden
  • 2004: Insektarium von Gert Jonke
  • 2005: Insektarium 2 von Gert Jonke
  • 2005: Wasserstand. Ein Seestück zum Hören von Inge Fasan
  • 2005: Zweite Violine von Dorothea Lachner
  • 2005: Ein Sommer, damals von Don Haworth
  • 2007: Klinik unter Almen von René Freund
  • 2008: Vier Juden auf dem Parnass von Carl Djerassi
  • 2012: Maria Happel: Das Schnitzel ist umbesetzt – Was bisher geschah... (Hörbuch), Mono Verlag, Wien, ISBN 978-3-902727-20-6
  • 2013: Angelika Hager: Adieu, Fortpflanz. Wie man als Mutter richtig versagt. (Hörbuch), Mono Verlag, Wien, ISBN 978-3-902727-36-7
  • 2015: "Ich bin Couscous Crème Fraiche" von Iris Maria vom Hof

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen

  Commons: Maria Happel  – Sammlung von Bildern

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Barbara Petsch: Happel oder Kaup-Hasler als Volkstheater-Direktorin?. In: diepresse.com, 6. November 2013, abgerufen am 14. November 2013.
  2. derStandard.at - Anna Badora wird Direktorin des Volkstheaters. Artikel vom 27. November 2013, abgerufen am 11. November 2014.
  3. orf.at - Maria Happel wird Kammerschauspielerin. Artikel vom 9. September 2016, abgerufen am 9. September 2016.