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vom 17.05.2017, aktuelle Version,

Villgratenbach

Villgratenbach
Arntalbach (Oberlauf), Stallerbach (Mittellauf)

Der Stallerbach bei der Unterstalleralm

Der Stallerbach bei der Unterstalleralm

Daten
Gewässerkennzahl AT: 2-374-16
Lage Osttirol
Flusssystem Drau
Abfluss über Drau Donau Schwarzes Meer
Quelle in den Villgratner Bergen
46° 51′ 15″ N, 12° 23′ 39″ O
Quellhöhe 2418 m ü. A.[1]
Mündung bei Panzendorf in die Drau
46° 44′ 46″ N, 12° 26′ 40″ O
Mündungshöhe 1072 m ü. A.[1]
Höhenunterschied 1346 m
Länge 24,7 km[1]
Einzugsgebiet 176,9 km²[2]

Abfluss am Pegel Eggeberg[3]
AEo: 35,2 km²
Lage: 13 km oberhalb der Mündung
NNQ (14.03.1996)
MNQ 1991–2010
MQ 1991–2010
Mq 1991–2010
MHQ 1991–2010
HHQ (01.11.2004)
190 l/s
250 l/s
990 l/s
28,1 l/(s km²)
6,28 m³/s
14,7 m³/s
Linke Nebenflüsse Winkeltalbach
Rechte Nebenflüsse Kalksteinerbach
Gemeinden Innervillgraten, Außervillgraten, Heinfels
Villgratenbach

Villgratenbach

Der Villgratenbach, auch Villgraterbach, ist ein linker Nebenfluss der Drau in Osttirol.

Geografie

Lauf und Landschaft

Der Villgratenbach ist knapp 25 km lang. Er entspringt als Arntalbach in den Villgratner Bergen in einer Höhe von 2418 m ü. A. Er fließt zunächst in westlicher Richtung durch das Arntal. Im Bereich von Oberstaller- und Unterstalleralm, wo er auch Stallerbach genannt wird, wendet er sich nach Süden und durchfließt anschließend das Villgratental mit den Gemeinden Innervillgraten und Außervillgraten. Bei Panzendorf (Gemeinde Heinfels) mündet der Villgratenbach schließlich nach der Überwindung von rund 1350 Höhenmetern in die Drau.

Geologie

Der Villgratenbach durchfließt eine relativ einheitliche hydrogeologische Formation aus kristallinen Schiefern. Nur im Ursprungsgebiet gibt es auch Vorkommen von Granit und Gneis. Der Villgratenbach durchfließt dabei in der Regel enge Kerbtäler; nur im Mündungsbereich und bei Innervillgraten kommt es zu Talaufweitungen, die von Schottern und Sanden überlagert sind. Im Unterlauf verläuft der Villgratenbach hingegen in Schluchtenstrecken.

Umwelt

Fauna und Flora

Vorherrschende Vegetation entlang des Villgratenbaches sind Nadelwälder. Ausnahmen sind lediglich die landwirtschaftlich genutzten Talniederungen mit den Hauptorten sowie Verebnungsabschnitte im Unterlauf und der Mündungsbereich. In Ufernähe haben sich teilweise auch azonale Gehölzbestände herausgebildet, größere Auwaldsysteme fehlen jedoch, da potentielle Standorte vom Menschen genutzt werden.

Uferzustand und Verbauungsmaßnahmen

Der Villgratenbach ist in seinem Verlauf stark vom Menschen verändert worden, und weist nur noch wenige Streckenabschnitte auf, die nicht oder nur wenig beeinflusst wurden. Hierzu zählen Verebnungsbereiche im Oberlauf, Schluchtabschnitte an der Taleinfahrt nach Außervillgraten und die Klammstrecke nahe der Mündung des Kalksteinbaches. Im übrigen Streckenverlauf ist der Villgratenbach insbesondere durch die ufernahe Trassenführung der Landesstraße sowie durch den Siedlungsdruck in den Talaufweitungen beeinflusst. Bei Panzendorf sichern Dammbauwerke und Blocksteinverbauungen die Siedlung, in Außervillgraten sind die Ufer hingegen durch Ufermauerwerk befestigt. Weiters wurde der Villgratenbach bei Innervillgraten und der Stalleralm durch Verbauungen begradigt, um Flächen oder Ufer zu sichern.

Gewässergüte

Die Wasserqualität des Villgratenbaches erreicht im gesamten Verlauf die Gewässergüteklasse I-II (nicht bis mäßig verunreinigt). Lediglich im Bereich der Hauptorte Außervillgraten und Innervillgraten reduziert sich die Wasserqualität durch vermehrte Einleitung von Schmutzwässern, wobei sich Schmutzwasserfahnen bis zu drei Kilometer unterhalb der Ortskerne ziehen.

Wirtschaftliche Nutzung

Der Unterlauf des Villgratenbaches wird energiewirtschaftlich genutzt. Von den beiden vorhandenen Kraftwerksgebäuden wurde jedoch der veraltete Kraftwerksteil bei Ronebach bereits aufgelassen. Die Ausleitung zum TIWAG-Kraftwerk befindet sich kurz vor Außervillgraten, die Rückleitung erfolgt im Bereich des EGO-Werkes bei Panzendorf. Die Restwasserstrecke beträgt hierbei 3,6 Kilometer, wobei 60 % der Gesamtwassermenge als Restwassermenge erhalten bleiben. Neben der Kraftwerksausleitung bestehen noch zeitweise betriebene Ausleitungen für zwei Mühlen bzw. ein Sägewerk. Die Restwassermenge liegt jedoch in allen drei Fällen bei mehr als 95 %.

Literatur

  • Amt der Tiroler Landesregierung, Abt. Umweltschutz (Hrsg.): Naturschutzplan der Fließgewässerräume Tirols. Einstufung des fließgewässerraumspezifischen Naturraumpotentials. Bezirk: Osttirol. Lienz 2004 (PDF; 662 kB)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 TIRIS – Tiroler Raumordnungs‐ und Informationssystem
  2. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Flächenverzeichnis der österreichischen Flussgebiete: Draugebiet. Beiträge zur Hydrographie Österreichs, Heft Nr. 59, Wien 2011, S. 3 (PDF; 3,7 MB)
  3. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2010. Wien 2012, S. OG 321 (PDF; 13,2 MB)