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vom 19.06.2017, aktuelle Version,

Warchalowski (Traktorenhersteller)

Warchalowski-Diesel
Aktie über 200 Kronen der Oesterreichischen Industriewerke Warchalowski, Eissler & Co AG vom 29. Dezember 1916

Warchalowski war ein österreichischer Hersteller von Kleintraktoren mit Sitz in Wien.

Geschichte

Die 1927 gebaute dieselelektrische 2021s, hier bei den ÖBB als 2090 001 nummeriert.

Den Grundstock für das Unternehmen legte Jakob Warchalowski 1858 mit der Firma Maschinenfabrik J. Warchalowski. Nach der Einführung der Verbrennungskraftmaschine erkannte er die Bedeutung dieser Erfindung und begann selbst Motoren herzustellen. Seine Stationärmotoren wurden in ganz Österreich-Ungarn verkauft.

Warchalowskis Söhne erweiterten den Betrieb, entwickelten zahlreiche Patente und traten mit dem Unternehmen Werner & Pfleiderer in geschäftliche Verbindung. 1913 gründete August Warchalowski die Industriewerke Warchalowski, Eissler & Co, die bald 2.000 Mitarbeiter beschäftigten. Die Firma stellte im Ersten Weltkrieg Hiero Flugmotoren in Lizenz her. Ab 1918 bis in die 1930er Jahre produzierte die Firma den luftgekühlten Zweizylinder-Flugmotor Hiero T. In diese Zeit fiel auch die Produktion einiger Schienenfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, z.B. die 2021s für die BBÖ und ein Verbrennungstriebwagen für die Zillertalbahn.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Betriebsanlagen schwer beschädigt. Nach dem Wiederaufbau wurden zunächst wieder stationäre Motoren erzeugt, bevor ein luftgekühlter Dieselmotor entwickelt wurde, der ab 1956 serienmäßig in Traktoren eingebaut wurde. Die Modelle hatten zunächst eine Motorleistung von etwa 10 kW (14 PS) bis 40 kW (50 PS). Die Produkte waren hochwertig, geschätzt wurde insbesondere der Zweizylinder-Motor. Exporte gingen in die USA, die DDR, nach Brasilien und nach Indochina.

Ab etwa 1968 wurden Motoren von IHC eingebaut. Um 1970 gingen die Aufträge zurück, die Herstellung von Traktoren wurde eingestellt und der Betrieb an Case IH verkauft. Bei späteren Warchalowski-Traktoren der DN-Serie wurde der Großteil der Komponenten von ausländischen Betrieben gekauft. Wegen der hohen Entwicklungskosten und der relativ geringen Stückzahlen wurde der Betrieb in den 1980er-Jahren eingestellt.

Sonstiges

Warchalowski-Motoren wurden in der Nachkriegszeit auch von anderen Herstellern eingesetzt. Die V-2-Zylinder-Dieselmotoren mit Direkteinspritzung wurden in Traktoren von Lindner, Kirchner und Krasser eingebaut.

Eine Kuriosität war der patentierte 3-Zylinder-V-Motor. V-Motoren mit ungerader Zylinderanzahl waren relativ selten.

Mit Ausnahme des Typs WT 14 wurden Motorhauben aus Kunststoff verwendet.

Der VEB Motorenwerk Cunewalde baute den Warchalowski-Dieselmotor in Lizenz. Für die Herstellung der Kurbelwelle wurde in den 1960er-Jahren eine Drehmaschine DZK 630 der Maschinenfabrik HEID AG Stockerau mit besonderer Ausstattung hergestellt.

Historische Traktormodelle

Der WT 20 war das erfolgreichste Modell der Warchalowski-Traktoren.
  • Warchalowski WT 14, WT 20, WT 21, WT 25, WT 30, WT 33, WT 38, WT 40, WT 42, WT 44 und WT 50.
  • Traktoren mit der Zusatzbezeichnung A hatten einen Allradantrieb. B kennzeichnete die Bergausführung mit kleineren und breiteren Hinterrädern, die den Schwerpunkt senkten. S stand für die Schmalspurversion.

Siehe auch

Literatur

  • Bill Gunston: World Encyclopaedia of Aero Engines
  Wikibooks: Traktorenlexikon: Warchalowski  – Lern- und Lehrmaterialien