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vom 04.01.2018, aktuelle Version,

Weppersdorf

Weppersdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Weppersdorf
Weppersdorf (Österreich)
Weppersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberpullendorf
Kfz-Kennzeichen: OP
Fläche: 24,72 km²
Koordinaten: 47° 35′ N, 16° 26′ O
Höhe: 315 m ü. A.
Einwohner: 1.814 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 73 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7331
Vorwahl: 02618
Gemeindekennziffer: 1 08 23
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 104
7331 Weppersdorf
Website: www.weppersdorf.at
Politik
Bürgermeister: Erich Zweiler (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(21 Mitglieder)
16
3
1
1
16  3  1  1 
Insgesamt 21 Sitze

Lage der Marktgemeinde Weppersdorf im Bezirk Oberpullendorf
DeutschkreutzDraßmarktFrankenau-UnterpullendorfGroßwarasdorfHoritschonKaisersdorfKobersdorfLackenbachLackendorfLockenhausLutzmannsburgMannersdorf an der RabnitzMarkt Sankt MartinNeckenmarktNeutalNikitschOberloisdorfOberpullendorfPilgersdorfPiringsdorfRaidingRitzing (Burgenland)Steinberg-DörflStoobUnterfrauenhaidUnterrabnitz-SchwendgrabenWeingrabenWeppersdorfBurgenland Lage der Gemeinde Weppersdorf im Bezirk Oberpullendorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Katholische Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit in Weppersdorf
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Weppersdorf (ungarisch: Veperd, kroatisch: Veprštof) ist eine Marktgemeinde mit 1814 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland im Bezirk Oberpullendorf in Österreich.

Geografie

Weppersdorf (links oben) um 1880 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Weppersdorf liegt an den Ausläufern des Ödenburger und des Landseer Gebirges. Durch Weppersdorfer Hotter fließen der Sieggrabenbach und der Schwarzenbach, die sich in Weppersdorf zum Stooberbach vereinigen. Weitere Gewässer in der Gemeinde sind der Mühlbach und der Kohlgrabenbach, die in Weppersdorf in den Schwarzenbach münden.

Höchster Berg Weppersdorfs ist der Fuchsriegel im Ortsgebiet von Kalkgruben mit 437 Metern.

Gemeindegliederung

Die Großgemeinde liegt im Mittelburgenland.

Die Marktgemeinde setzt sich zusammen aus den Katastralgemeinden und Ortschaften (in Klammern Einwohner Stand 1. Jänner 2015[1]):

Nachbargemeinden

Sieggraben
Kobersdorf
Lackenbach
Markt St. Martin

Geschichte

Vor unserer Zeitrechnung war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Weppersdorf dann in der Provinz Pannonia.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Veperd verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

In den Jahren 1930/31 wurde die evangelische Bekenntniskirche (A.B.) errichtet.

1971 wurden die vordem selbständigen Gemeinden Kalkgruben, Tschurndorf und Weppersdorf zur Großgemeinde Weppersdorf zusammengelegt.

Bevölkerungsentwicklung

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2017
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
73,34
(+1,08)
13,55
(-10,04)
8,34
(+4,19)
4,77
(n. k.)





Gemeindeamt Weppersdorf

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 21 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[2] 2012[3] 2007[4] 2002[5] 1997[5]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
SPÖ 985 73,34 16 974 72,26 16 1064 79,40 17 1066 76,86 17 834 67,53 15
ÖVP 182 13,55 3 318 23,59 5 243 18,13 4 267 19,25 4 221 17,89 4
FPÖ 112 8,34 1 56 4,15 0 nicht kandidiert 54 3,89 0 128 10,36 2
Grüne 64 4,77 1 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
FBL nicht kandidiert nicht kandidiert 33 2,46 0 nicht kandidiert nicht kandidiert
DAL nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 52 4,21 0
Wahlberechtigte 1777 1777 1704 1701 1551
Wahlbeteiligung 79,74 % 81,04 % 82,45 % 85,36 % 86,85 %

Gemeindevorstand

Neben Bürgermeister Erich Zweiler (SPÖ) und Vizebürgermeister Karl Degendorfer (SPÖ) gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Christian Estl (ÖVP), Marcel Geissler (SPÖ), Mario Pekovits (SPÖ), Marcus Raab (SPÖ) und Roland Schey (SPÖ) dem Gemeindevorstand an.[6]

Zum Ortsvorsteher von Kalkgruben wurde Johann Binder (SPÖ) ernannt.[6]

Bürgermeister

Bürgermeister ist Erich Zweiler (SPÖ). Nach dem Rücktritt von Paul Piniel (SPÖ), der etwas mehr als 19 Jahre Bürgermeister war, wurde am 1. Dezember 2011 der damalige Gemeindevorstand Zweiler vom Gemeinderat zum neuen Bürgermeister der Marktgemeinde Weppersdorf gewählt.[7] Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2012 wurde Zweiler von den Wählern dann mit 66,89 % in seinem Amt bestätigt.[3] Bei der Wahl am 1. Oktober 2017 konnte Zweiler beeidruckende 75,58 % Zustimmung der Wähler erreichen, womit er weiter im Amt verbleibt. Seine beiden Mitbewerber Christian Estl (ÖVP) und Manfred Tiefenbach (FPÖ) mussten sich mit 16,64 % bzw. 7,78 % klar geschlagen geben.[2]

In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Karl Degendorfer (SPÖ) zum Vizebürgermeister gewählt.[6]

Amtsleiterin ist Andrea Bschaden.[8]

Chronik der Bürgermeister seit 1921

Folgende Auflistung stellt die Bürgermeister von Weppersdorf[9] sowie der vordem selbständigen Gemeinden Tschurndorf[10] und Kalkgruben[11] dar:

Weppersdorf
von bis Bürgermeister
1921 1922 Franz Steiner
1922 1925 Georg Neuhold
1925 1928 Karl Supper
1928 1930 Johann Tremmel
1930 1934 Paul Schrödl
1934 1938 Franz Franschitz
1938 1945 Paul Tremmel
1945 1946 Nikolaus Braunsdorfer
1946 1947 Michael Leeb
1947 1948 Georg Horvath
1948 1954 Michael Leeb
1954 1962 Michael Reisner
1962 1982 Paul Piniel sen.
1982 1992 Franz Dorner
1992 2012 Paul Piniel jun. (SPÖ)
seit 2011 Erich Zweiler (SPÖ)
Tschurndorf
von bis Bürgermeister
1922 1931 Franz Langecker
1931 1934 Andreas Schey
1934 1938 Franz Langecker
1938 1941 Steiner
1941 1944 Michael Berghöfer
1944 1945 Johann Grössing
1945 Franz Geissler
1945 1950 Johann Geissler
1950 1958 Michael Frühwirth
1958 1970 Hans Steiner
Kalkgruben
von bis Bürgermeister
1921 1937 nicht bekannt
1937 1938 Gottlieb Unger
1938 1945 nicht bekannt
1945 1950 Gottlieb Binder
1950 1954 Johann Schuh
1954 1958 Johann Berghöfer
1958 1962 Johann Tritremmel
1962 1971 Johann Berghöfer

Wappen

Gemäß Beschluss der Burgenländischen Landesregierung vom 25. Feber 1997 wurde der Gemeinde Weppersdorf das Recht erteilt, ein Gemeindewappen zu führen (Landesamtsblatt 146/1997).[12] Die Verleihung erfolgte im Rahmen einer Festveranstaltung am 29. Juni 1997 durch Landeshauptmann Karl Stix.[13]

Blasonierung: „Im goldenem Schild über einem roten Berg zwei aus grünem Rasenbogen natürlich wachsende blaue Kuhschellen.[13]
Symbolik: Durch den roten Berg soll an das Feuer der Kalkgewinnung und die Herstellung von Ziegeln in den Orten Kalkgruben und Tschurndorf erinnert werden. Die beiden Kuhschellen (Pulsatilla) auf grünem Gras weisen nicht nur auf das Spezifikum der regionalen Pflanzenwelt hin, sondern symbolisieren auch die Landschaft, die von Wald und Wiesen geprägt ist, und auf die Fruchtbarkeit des Bodens.[13]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Evangelische Pfarrkirche in Weppersdorf

Verkehr

Eisenbahn

Mit der Eröffnung der Burgenlandbahn (wird auch als „Oberpullendorfer Bahn“ bezeichnet), die von Sopron nach Köszeg führte, durch die „Sopron-Kőszeger Vicinalbahn AG“ am 5. November 1908, erhielt Weppersdorf im Süden der Gemeinde einen Bahnhof. Noch vor Eröffnung dieser Bahnstrecke ereignete sich am 19. September dieses Jahres zwischen Weppersdorf und Lackenbach mit einem Bauzug ein schwerer Eisenbahnunfall, bei dem drei Menschen getötet und weitere vier Personen verletzt wurden.[14] Besonders nach dem Anschluss des Burgenlandes 1921 an Österreich stieg die Bedeutung des Bahnverkehrs, da viele Bewohner (überwiegend nach Wien) zur Arbeit auspendeln mussten. Dazu bestand in Sopron ein Korridorverkehr in Richtung Mattersburg. Als Folge des Zweiten Weltkriegs wurde am 6. Oktober 1951 der Personenverkehr und am 1. September 1960 der Personenverkehr nur mehr bis zum Bahnhof Rattersdorf-Liebing geführt, wodurch keine Verbindung nach Ungarn mehr bestand. Mit der fortschreitenden Mobilisierung und vor allem durch den Busverkehr verlor die Eisenbahn weiter an Bedeutung. Die Auflassung des Bahnhofes war die Folge, nachdem bereits zuvor das daneben befindliche Gasthaus abgetragen wurde. Am 28. April 1969 wurde die Strecke weiter beschnitten. Aufgrund einer schadhaften Brücke über die Rabnitz wurden Oberpullendorf für den Personenverkehr und Oberloisdorf für den Güterverkehr die neuen Endstellen. Mit 28. Mai 1988 kam das Ende des Personenverkehrs zwischen Deutschkreutz und Oberpullendorf. Ab 1. Juli 2013 wurde der gesamte Verkehr ab Deutschkreutz endgültig eingestellt. An die Eisenbahnstrecke erinnert seitdem nur mehr die „Sonnenland Draisinentour“, die in Weppersdorf eine Raststation eingerichtet hat.

Straßenverkehr

Die Marktgemeinde Weppersdorf wird von Norden nach Süd von der Burgenland Straße (B50) durchzogen. Diese bildet sowohl in Weppersdorf, als auch in den Katastralgemeinden Kalkgruben und Tschurndorf die Hauptstraße. Durch den Bau der Burgenland Schnellstraße (S31), die im Westen der Gemeinde verläuft und an die die Gemeinde seit 13. September 1985 angeschlossen ist,[15] hat sich der Verkehr überwiegend auf die Schnellstraße verlegt, wodurch der B50 eher nur mehr vom Lokalverkehr genutzt wird. Weppersdorf hat auf der Burgenland Schnellstraße zwei Anschlussstellen. Im Norden des Ortes befindet sich die Halb-Anschlussstelle Weppersdorf/Kobersdorf, die von und nach Norden auf die Kobersdorfer Landesstraße (L103) führt. Im Süden der Gemeinde befindet sich die Anschlussstelle Weppersdorf, bei der die Deutschkreutzer Straße (B62) ihren Ausgang nimmt. Diese hat im Süden der Gemeinde Auf- und Abfahrten von der B50 und im Osten über die Deutschkreutzer Bundesstraße (P456).

Busverkehr

Mit der Zunahme des Individualverkehrs entwickelte sich Weppersdorf seit der Eröffnung der Burgenland Schnellstraße zu einem Zentrum für Tagespendler. Dies erforderte vom Land Burgenland im Jahr 2002 im Norden des Ortes, angeschlossen an den Kreisverkehr der Burgenland Straße (B50), eine großzügige Park & Ride-Anlage mit angeschlossenem Busbahnhof mit vier Bussteigen zu errichten.[16] Der Parkplatz wurde stufenweise ausgebaut und weist im Jahr 2016 rund 150 Pkw-Abstellplätze auf. Aufgrund der Auslastung wurde darauf Rücksicht genommen, dass dieser noch weiter ausgebaut werden kann. Vom Busbahnhof aus verkehren direkte Schnellkurse nach Wien aber auch Kurse nach Deutschkreutz, Eisenstadt, Mattersburg und Wiener Neustadt. Eine Besonderheit bildet im Sommer an Sonn- und Feiertagen der Kurs nach Mariazell.[17]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Bilderbogen

  Commons: Weppersdorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria:Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften (abgerufen am 4. Jänner 2018)
  2. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Weppersdorf 2017 (abgerufen am 4. Jänner 2018)
  3. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Weppersdorf 2012 (abgerufen am 4. Jänner 2018)
  4. Land Burgenland: Wahlergebnis Weppersdorf 2007 (abgerufen am 4. Jänner 2018)
  5. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Weppersdorf 2002 (abgerufen am 4. Jänner 2018)
  6. 1 2 3 Marktgemeinde Weppersdorf: Gemeindevorstand/Gemeinderat (abgerufen am 4. Jänner 2018)
  7. Sozialdemokratischer Gemeindevertreterverband Burgenland vom 23. November 2011: Bgm. Paul Piniel legt sein Amt als Bürgermeister der Marktgemeinde Weppersdorf zurück (abgerufen am 4. Jänner 2018)
  8. Marktgemeinde Weppersdorf: Team (abgerufen am 4. Jänner 2018)
  9. Marktgemeinde Weppersdorf: Bürgermeister in Weppersdorf (abgerufen am 9. März 2017)
  10. Marktgemeinde Weppersdorf: Bürgermeister in Tschurndorf (abgerufen am 9. März 2017)
  11. Marktgemeinde Weppersdorf: Bürgermeister in Kalkgruben (abgerufen am 9. März 2017)
  12. Land Burgenland: Gemeindewappen (abgerufen am 9. März 2017)
  13. 1 2 3 Marktgemeinde Weppersdorf: Wappen (abgerufen am 9. März 2017)
  14. Marktgemeinde Weppersdorf: Gemeindechronik (abgerufen am 10. März 2017)
  15. ASFINAG: Das Autobahnnetz in Österreich, Seite 118 (pdf-Dokument, 7,42 MB; abgerufen am 10. März 2017)
  16. Integrierte Planung und Entwicklung regionaler Transport- und Versorgungssystem Ges.m.b.H.: Gesamtverkehrskonzept Burgenland 2002 (abgerufen am 10. März 2017)
  17. Gemeinde Neutal: Blaguss Fahrplanheft 2016 (abgerufen am 10. März 2017)