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vom 27.12.2017, aktuelle Version,

Wulkaprodersdorf

Wulkaprodersdorf
Vulkaprodrštof
Wappen Österreichkarte
Wappen von Wulkaprodersdorf
Vulkaprodrštof
Wulkaprodersdorf (Österreich)
Wulkaprodersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Eisenstadt-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: EU
Fläche: 12,21 km²
Koordinaten: 47° 48′ N, 16° 30′ O
Höhe: 171 m ü. A.
Einwohner: 1.944 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 159 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7041
Gemeindekennziffer: 1 03 19
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Obere Hauptstraße 1
7041 Wulkaprodersdorf
Website: www.wulkaprodersdorf.at
Politik
Bürgermeister: Friedrich Zarits (ÖVP)
Gemeinderat: (2017)
(21 Mitglieder)
10
7
4
10  7  4 
Insgesamt 21 Sitze

Lage der Marktgemeinde Wulkaprodersdorf
Vulkaprodrštof im Bezirk Eisenstadt-Umgebung
Breitenbrunn am Neusiedler SeeDonnerskirchenGroßhöfleinHornsteinKlingenbachLeithaprodersdorfLorettoMörbisch am SeeMüllendorfNeufeld an der LeithaOggau am Neusiedler SeeOslipPurbach am Neusiedler SeeSankt Margarethen im BurgenlandSchützen am GebirgeSiegendorfSteinbrunnStotzingTrausdorf an der WulkaWimpassing an der LeithaWulkaprodersdorfZagersdorfZillingtalEisenstadtRustBurgenland Lage der Gemeinde Wulkaprodersdorf im Bezirk Eisenstadt-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Pfarrkirche Wulkaprodersdorf mi Befestigung
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Wulkaprodersdorf (kroatisch Vulkaprodrštof, ungarisch Vulkapordány) ist eine Marktgemeinde mit 1944 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland im Bezirk Eisenstadt-Umgebung in Österreich und zählt zum Siedlungsgebiet der burgenlandkroatischen Volksgruppe.

Name

Seinen Namen hat das Dorf vom Fluss Wulka, der im Rosaliengebirge entspringt, sich in Wulkaprodersdorf mit dem Sulzbach und dem Hirmerbach vereinigt und südlich der Hauptstraße den Ort durchfließt. Als wichtigster Zufluss mündet die Wulka in den Neusiedler See.

Geografie

Die Gemeinde liegt im nördlichen Burgenland nahe der Landeshauptstadt Eisenstadt. Wulkaprodersdorf ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Wulkaprodersdorf liegt in der Wulkaebene, die im Norden vom Leithagebirge, im Westen vom Rosaliengebirge und im Osten vom Ödenburger Gebirge begrenzt wird.

Die höchste Erhebung (Föllig) erreicht eine Höhe von 243 m und bietet sogar einen Blick zum Neusiedler See. Der tiefste Punkt (Pieler Mühle) beträgt 162 m. Die Gesamtfläche von Wulkaprodersdorf umfasst 12,22 km.

Die günstige klimatische Zone ermöglicht der Bevölkerung von Wulkaprodersdorf eine Vielzahl von Anbaumöglichkeiten. Besonders bekannt ist der Ort durch den Weinbau. Aufgrund der klimatischen, geologischen und geographischen Bedingungen ist es möglich, zahlreiche Rebsorten anzubauen. Hervorzuheben ist, dass Wulkaprodersdorf eine der ersten Gemeinden im nördlichen Burgenland ist, welche sehr früh elektrischen Strom zur Verfügung hatte. Nach Eisenstadt und Bad Sauerbrunn konnte man in der Gemeinde einige Häuser mit Elektrizität versorgen. Durch den Bau einer Turbine, beim Fluss Wulka, konnte man so den Strom erzeugen. So war es auch 1921 möglich ein Freiluftkino zu betreiben.

Geschichte

Das Gebiet um Wulkaprodersdorf war bereits zur Jungsteinzeit (5.000 v. Chr.) besiedelt. Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Wulkaprodersdorf dann in der Provinz Pannonia. Durch die günstige verkehrsgeographische Lage ist Wulkaprodersdorf ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Zur Römerzeit (Chr.Geb.- 400 n. Chr.) lag der Ort an einer wichtigen Landstraße (Vicinalstraße). An mehreren Stellen im Gemeindegebiet lagen römische Gutshöfe, ein römischer Friedhof lag beim Bahnhof, wo beim Bahnbau 1879/80 viele römische Gräber zerstört wurden.

Wulkaprodersdorf wurde erstmals im Jahre 1252 urkundlich erwähnt. Die Türkenkriege von 1529 und 1532 trafen den Ort so schwer, dass eine Nachbesiedlung mit Kroaten vorgenommen werden musste. Bereits um 1530 ließen sich die ersten Kroaten in Wulkaprodersdorf nieder. Ab diesem Zeitpunkt gab es eine permanente Zunahme von kroatischen Ansiedlern.

Wulkaprodersdorf (Mitte unten) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Vulkapordány verwendet werden. Obwohl „Vulkapordany“ historisch und staatsrechtlich zu Ungarn gehörte, war die Bevölkerung sprachlich und wirtschaftlich nach Österreich hin orientiert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sprach sich die Bevölkerung in einer geheimen Abstimmung mehrheitlich für ein autonomes Deutschwestungarn aus.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

In der Zwischenkriegszeit und auch während des Ersten Weltkrieges war die wirtschaftliche Lage der Gemeinde sehr schlecht. In der Folge begann sich das Leben im Dorf nur langsam wieder zu normalisieren. Die wichtigsten Projekte waren die Errichtung der Wasserleitung und der Bau der Kanalisation.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden viele Männer für den Krieg einberufen. Nicht nur der Verlust von einigen jungen Männern im Ort wurde beklagt, sondern auch die Arbeitskräfte für die landwirtschaftlichen Betriebe blieben aus. Fast jedes zweite Haus lebte von der Landwirtschaft. Somit forderte man 1940 Kriegsgefangene, die dann in den Betrieben arbeiten mussten. In Wulkaprodersdorf lebten viele Familien, deren Muttersprache kroatisch war. Es wird überliefert, dass es während der Kriegszeit offiziell nicht verboten war die kroatische Sprache zu verwenden, doch der Gebrauch konnte üble Folgen haben. Durch den Krieg wurde die Gemeinde immer wieder in Mitleidenschaft gezogen, weil man 1944 einen Teil der Flugzeugwerke aus Wiener Neustadt nach Wulkaprodersdorf verlegte.

Heute ist Wulkaprodersdorf Sitz des Wasserverbandes Wulkatal. Um vor allem die junge Bevölkerung von einer Abwanderung abzuhalten, wurden neue Wohnhausanlagen geschaffen.

Im Zuge der Feierlichkeiten für das 700-jährige Bestehen wurde der Gemeinde Wulkaprodersdorf am 21. Juni 1992 das Recht zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“ verliehen.

Bevölkerungsentwicklung

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2017
 %
50
40
30
20
10
0
47,80
(+11,71)
33,92
(-7,42)
18,29
(-4,29)
UDW A1





Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 21 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[1] 2012[2] 2007[3] 2002[4] 1997[4]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
ÖVP 575 47,80 10 454 36,09 7 372 29,88 6 388 30,79 7 346 30,67 6
SPÖ 408 33,92 7 520 41,34 9 619 49,72 11 663 52,62 11 580 51,42 11
UDWA1 220 18,29 4 284 22,58 5 229 18,39 4 179 14,21 3 151 13,39 2
FPÖ nicht kandidiert nicht kandidiert 25 2,01 0 30 2,38 0 51 4,52 0
Wahlberechtigte 1589 1574 1596 1548 1465
Wahlbeteiligung 83,95 % 85,58 % 84,90 % 88,89 % 86,08 %
A1 Unabhängige Dorfliste Wulkaprodersdorf

Gemeindevorstand

Neben Bürgermeister Friedrich Zarits (ÖVP) und Vizebürgermeister René Pint (SPÖ) gehören weiters Birgit Dragschitz (ÖVP), Hans-Peter Gutdeutsch (SPÖ), Andreas Handl (ÖVP), Elisabeth Szuppin (ÖVP) und Sabine Szuppin (UDW) dem Gemeindevorstand an.[5]

Bürgermeister

Bürgermeister ist Friedrich Zarits (ÖVP). Er übernahm 2012 das Amt von Hans Haller (SPÖ), gegen den er sich in der Stichwahl mit 52,42:47,58 Prozent durchgesetzt hatte.[6] Bei der Bürgermeisterdirektwahl am 1. Oktober 2017 erreichte Zarits bereits im ersten Wahlgang 52,36 % und wurde damit in seinem Amt bestätigt. Seine beiden Mitbewerber Markus Krojer (SPÖ) und Sabine Szuppin (UDW) kamen über 32,57 % bzw. 15,07 % nicht hinaus.[1]

In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde René Pint (SPÖ) zum Vizebürgermeister gewählt.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrhof Wulkaprodersdorf
Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes
  • Pfarrkirche Wulkaprodersdorf: Die Kirche ist aus der Zeit des frühen Barock und wurde 1642 geweiht. Der Turm wurde 1801 erbaut.
  • Marienkapelle: errichtet 1779
  • Cholerakapelle: errichtet 1831
  • Dreifaltigkeitssäule: aus dem Jahr 1725

Persönlichkeiten

  Commons: Wulkaprodersdorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Wulkaprodersdorf 2017 (abgerufen am 20. Dezember 2017)
  2. Land Burgenland: Wahlergebnis Wulkaprodersdorf 2012 (abgerufen am 20. Dezember 2017)
  3. Land Burgenland: Wahlergebnis Wulkaprodersdorf 2007 (abgerufen am 20. Dezember 2017)
  4. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Wulkaprodersdorf 2002 (abgerufen am 20. Dezember 2017)
  5. 1 2 Marktgemeinde Wulkaprodersdorf: Gemeinderat (abgerufen am 20. Dezember 2017)
  6. Land Burgenland: Engere Wahl Bürgermeister Wulkaprodersdorf (abgerufen am 20. Dezember 2017)