Mini Fabula: Kontext#
(Kein Thema steht bloß für sich)#
von Martin KruscheIch nehme an, Sie kennen folgendes Bonmot in dieser oder jener Version: „If you're the smartest person in the room, you're in the wrong room“. Es lohnt sich, dieses Sätzchen zu überdenken. Ich bin vergnügt, wenn ich aus einer Session schlauer rausgehe als ich reingekommen bin.
Gehen Sie ruhig davon aus, daß ich mich selbst für ziemlich smart halte. Daher würde mich Small Talk entsetzlich langweilen. Ich will in Begegnungen eine Fülle erleben. Daher setze ich auf die Wißbegier und den Erlebnishunger anderer Menschen.
Darin liegen Gründe, weshalb ich kollektive Wissens- und Kulturarbeit schätze. Inspirierte Menschen tauschen sich aus, finden Schnittpunkte ihrer Interessen. Dann erst läßt sich feststellen, ob man ein gemeinsames Vorgehen in einem Projekt interessant findet.
Das ist ein fundamental anderer Modus als jener, den ich im regionalen Kulturgeschehen öfter finde, dieses „Mach ma zsammen was!“, aber die Inhalte sind nachrangig. Ich gebe gerne zu, daß auch ein soziokulturelles Kuscheleck seine Funktion und Berechtigung hat. Es interessiert mich bloß nicht.
Das war nun eventuell eine recht lange Einleitung für die Notiz darüber, daß ich mit Richard Mayr eben einem Brüderpaar gegenübersaß, welches bei „Mini Fabula“ andocken wird. Armin Karner ist Grafiker, Joachim Karner ist Architekt. Beide sind versierte Zeichner.
Nun betrifft aber das Erarbeiten der visuellen Inhalte für das kommenden Booklet die 2er Redaktion, also Mayr und Luis Siegl. Ich hab die 1er Redaktion über. Das Sammeln der Texte für „Mini Fabula“ ist freilich schon erledigt. Also mußte ich nicht alle Aufmerksamkeit auf das Buchprojekt verwenden und konnte Architekt Karner einige Dinge fragen, die mir rätselhaft sind.
Zum Beispiel: „Woher kommt denn die Kraft, die mir ein Hebel zum Anheben von Lasten gibt?“ Das können wir allerdings nicht klären, weil noch unbekannt blieb, was Gravitation eigentlich ist. Aber ich konnte nun einiges über Dachbalken und Brückenkonstruktionen erfahren, was diese Themen ja streift.
Ich hab ein besonderes Augenmerk auf „Brücken und Stege“ (Siehe Link am Seitenende!), weil sich daraus eine Revolution der menschlichen Raumüberwindung ergeben hatte; was – nebenbei bemerkt - seit Göbekli Tepe auch Fragen der Architektur betrifft.
Einst galt gewiß: Keine menschliche Ansiedlung ohne die Nähe zu Fließgewässern. Ergo: Furt, Baumstamm, Steg, Brücke… Die Lage von Gleisdorf war ja in den Ursprüngen auch auf spezielle Art von Wasserbelangen bestimmt. Okay, ich schweife ab.
Aber genau das ist auch typisch für meine Auffassung von kulturellem Engagement. Nichts steht bloß für sich. Alles führt irgendwo hin. Genau deshalb mein Faible für Menschen, die von manchen Sachen sehr viel mehr Ahnung haben als ich.
- Mini Fabula (Die Startseite)
Relevante Links zum Beitrag#
- Die zweite Fabula-Ebene (Echo)
- Brücken und Stege (Eine Sammlung)

