unbekannter Gast

Strom#

Elektrischer Strom hat in letzter Zeit wieder viel an zusätzlicher Beachtung gewonnen. Das liegt daran, dass er potentiell CO2 neutral (mit Dampfturbinen auf Basis Biomasse, Biogas, Pellets, …), ja auch ganz ohne CO2 Ausstoß (Windkraft, Sonnenenergie,..) erzeugt werden kann, aber auch weil Elektromobiliät trotz noch immer großer Bedenken (z.B. wegen der Produktion der Lihtium-Ionen Batterien) zur Zeit (Ende 2017) wohl etwas übertrieben als der einzige Weg in einen nachhaltige Zukunft gesehen wird. So ist auch die Broschüre Mythbuster Lektromobilität nicht wirklich objektiv, wie die Besprechung der Wasserstoffautos zeigt (vergleiche dazu den Beitrag zur Energiewende!

Unabhängig von den Kontroversen, wie die zukünftige Energiewirtschaft und Mobilität aussehen wird ist eine andere Entwicklung beim elektrischen Strom Kurios bis bemerkenswert.

Der berühmte amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison (1847 – 1931) (u.a. Telegraph, Telefon, Phonograph) konzentrierte sich ab 1880 auf die Erzeugung und Verwendung von Elektrizität mit Gleichstrom, in Konkurrenz zu Georg Westinghouse unter Mitarbeit des K.u.K. Österreichers Nikola Tesla (1853 – 1943), die auf Wechselstrom setzen. 1887 entbrennt ein erbitterter Kampf um das bessere Stromsystem: Edison ist dabei jedes Mittel Recht: so entwirft er mit der Technologie seines Feindes, mit Wechselstrom, den elektrischen Stuhl zur Exekutieren von Menschen (um die Gefährlichkeit von Wechselstrom zu dokumentieren) und nennt das Exekutieren „Westinghousen“, was ihm durch einen Prozess aber untersagt wird.

Da man Strom zum Transport über weitere Strecken auf hohe Spannung bringen muss, war der Wechselstrom (trotz einzelner teuer erkaufter Erfolge Edisons) dem Gleichstrom überlegen: Als der Auftrag für die Beleuchtung der Weltausstellung 1893 in Chicago ausgeschrieben wird, unterbietet Westinghouse das Angebot Edisons um fast eine Million Dollar. Auch das Kraftwerk angetrieben von den Wassermassen der Niagara-Fälle wird mit Tesla‘s Wechselstromtechnologie gebaut.

Während der Wechselstrom im 20. Jahrhundert immer mehr Sieger wird- 1926 stellt Edison die Pläne für ein Gleichstromnetzwerk ein, würde sich Tesla heute im Grab umdrehen, denn einige Argumente sprechen wieder für eine stärkere Verwendung von Gleichstrom. Ein Grund dafür sind die Transportverluste: Bei den in Europa gängigen Freileitungen von 380 kV hat man einen Energieverlust von ca. 1% pro 100 km, bei Unterwasserkabeln ist er noch viel höher, so dass längere Unterwasser Wechselstromkabel nicht sinnvoll sind. Aus diesem Grund wird zum Transport von Strom unter Wasser (vom UK Festland zu vorgelagerten Inseln, von Windkraftwerken im Meer zum Land, usw.) Gleichstrom eingesetzt. Die geringeren Verluste bei Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) überkompensieren bei längeren Strecken auch über Land die Kosten für die notwendigen Konverter. Beispielsweise wird mit 800 kV HGÜ Strom von Labrador (Churchill Falls) nach Quebec über ca. 1.000 km transportiert.

Dabei hat die Entwicklung von Thyristoren als Halbleitertertechnik ab ca. 1960 die Benutzung und den Transport von Gleichstrom erleichtert. Dass Batterien Gleichstrom liefern und zur Ladung benötigen und Photovoltaikzellen auch Gleichstrom liefern ist ein weiterer Schritt Richtung zur Verwendung von Gleichstromtechnik in manchen Bereichen.

Unternehmen#

Artikel#