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Gold#

Gold, Ikone Nikopeia, gemeinfrei

Mit einem Anteil von durchschnittlich einem Gramm pro 250 Tonnen gehört Gold zu den seltensten Elementen in der Erdkruste. Das chemische Kürzel des Edelmetalls, (Au) leitet sich von der lateinischen Bezeichnung Aurum ab. In Mitteleuropa lassen sich goldene Gegenstände seit dem zweiten vorchristlichen Jahrtausend nachweisen. Alchemisten wollten aus Quecksilber und Schwefeldampf Gold herstellen. Nach der Entdeckung Amerikas (1492) durch Christoph Kolumbus (1450-1506) schafften die Eroberer große Mengen Gold nach Spanien, das dadurch vorübergehend zum reichsten Land Europas wurde. Viele Kulturen verwenden Gold wegen seines Glanzes und der Farbigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Seltenheit für Kunstwerke und sakrale Gegenstände. Bekannt ist der Goldgrund frühgotischer Flügelaltäre oder orthodoxer Ikonen.

Die größten Goldreserven liegen in Alaska. In 580 Lagerstätten befinden sich weltweit 115.731 Tonnen Gold, die Hälfte kann wirtschaftlich abgebaut werden. Die historische globale Gesamtfördermenge (alles, was bisher geördert wurde) beträgt 190.468,7 Tonnen, jährlich kommen rund 3000 t dazu. Die Reinheit von Gold wird in Karat angegeben. 24 Karat entsprechen purem Gold (Feingold). Mit Einführung des metrischen Systems wurde die Umstellung auf Promille-Angaben vorgenommen.

Historisch wurde Gold als Währung eingesetzt. Eine Geldeinheit entsprach einer bestimmten Menge Gold. In Form von Münzen und Barren dient es als internationales Zahlungsmittel und wird von Zentralbanken als Währungsreserve eingelagert. In Österreich war der ungarische Goldgulden (Dukaten) seit dem 14. Jahrhundert die vorherrschende Goldmünze. Die Landesfürsten ließen nur vereinzelt eigene Goldmünzen prägen, die vor allem repräsentative Funktion hatten. 1892 trat die neue Goldwährung mit der Goldkrone als Einheit in Kraft, als Unterteilung wurde der Heller eingeführt (1 K = 100 h). Die Kronenwährung bestand von 1892 bis 1924. 

Hauchdünnes Blattgold , wie es die Goldschläger aus Legierungen herstellen, wird seit der Antike verwendet. Im Auflicht glänzt es goldgelb, im Gegenlicht scheint grünlich-blau die Lichtquelle durch. Verwendet wird es, um nichtmetallischen Gegenständen, wie Bilderrahmen, Büchern (Goldschnitt), Mobiliar, Figuren, Architekturelementen, Stuck, Ikonen etc. das Aussehen von echtem Gold zu geben. Mit 1 Gramm Blattgold kann man einen halben Quadratmeter Fläche überziehen.  

Mit der Kostbarkeit und Reinheit des Goldes verbinden sich magische Vorstellungen. Schon Plinius (23-79 n. Chr.) erwähnte die Heilkraft, besonders für Verwundete und Kinder. Amulette sollten den Bösen Blick abwehren, der goldene Männer-Ohrring vor Ohren- und Augenkrankheiten schützen. Ein Goldring an einem Haar als Pendel über einem Wasserglas gehalten, wurde als Orakel befragt. Zauber- und Heilkräuter sollte man mit goldenen Geräten ausgraben. 

Gold galt als göttlich, heilig, königlich. Der Messkelch ist vergoldet. Als edles Metall stand es auch für innere Werte, wie Treue (goldene Eheringe). Symbolische Bedeutung haben Gegenstände wie ein goldener Baum oder goldener Tisch, der in den Ansingeliedern zu Neujahr gewünscht wird. Gold gilt als Zeichen des Glücks und der Verlockung. Mehr als 1500 Sagen beschäftigen sich mit dem Gold und Schätzen. Stroh wird zu Gold gesponnen, oder es findet eine Rückverwandlung statt. Es kommt in zahlreichen Redensarten vor, wie: "goldener Mittelweg", "goldene Kinderzeit", "goldene Zwanziger Jahre", jemand hat "Gold in der Kehle" (ist ein begnadeter Sänger), besitzt eine "Goldgrube" (einträgliches Geschäft) oder ist "nicht mit Gold aufzuwiegen" (unersetzlich, unbezahlbar).


Quellen
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 295
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1927/1987. Bd. 3/Sp.918 f.
Lutz Röhrich: Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Freiburg/Br. 1991. Bd. 1/S. 550 f.
Wikipedia: Gold (Stand 13.1.2019)
Goldförderung (Stand 13.1.2019)