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Rochus, hl.#

Rochus

Der Adelige Rochus wurde um 1295 in Montpellier (Frankreich) geboren und starb dort am 16. August 1327. Nach der Überlieferung war Rochus der Sohn reicher Eltern, deren Erbe er an die Armen verschenkte. 1317 pilgerte er nach Rom, wo er an Pest Erkrankte pflegte und durch das Kreuzzeichen heilte. 1320 infizierte er sich mit der Seuche. Ein Hund brachte ihm Brot, ein Engel stärkte und heilte ihn. In Montpellier wurde er als Spion eingekerkert, weil er seine Identität verschwieg. Rochus starb nach fünfjähriger Haft im Kerker. 

Die Übertragung der Gebeine nach Venedig im 15. Jahrhundert förderte den Kult des hl. Rochus entlang der Handelswege. Obwohl über sein Leben kaum gesicherte Daten vorliegen, wurde er auf dem Konzil von Konstanz (1414-1418) kanonisiert. Rochus zählte - dank der Förderung durch die Franziskaner - zu den beliebtesten Heiligen. Zahlreiche Kirchen, Wallfahrten, Spitäler und Bruderschaften pflegen sein Andenken. Das Heiligengedenken wird am 16. August begangen, ist aber nur noch in Fulda, Görlitz und Mainz (Deutschland) ein nicht gebotener Gedenktag. Rochus zählt regional zu den 14 Nothelfern

Darstellungen zeigen Rochus als Pilger mit Stab und Flasche, der auf seine Pestwunde weist. Entsprechend der Legende wird er vom Hund, der Brot bringt, oder dem Engel begleitet. Da Rochus mit Sebastian und Rosalia der wichtigste Pestpatron ist, wird er oft gemeinsam mit ihnen abgebildet. 

Der hl. Rochus ist der Patron der Apotheker, Ärzte, Bauern, Bürstenbinder, Chirurgen, Gärtner, Gefangenen, Kunsthändler, Pflasterer, Spitäler, Tischler; gegen Beinleiden, Seuchen, Unglücksfälle, Tollwut.


Quellen:
Alle heiligen Zeiten. Lieder und Texte im Jahreskreis. Atzenbrugg 2010. S. 156
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 677
Hiltgart L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Stuttgart 1970. S. 437f.
Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen (Bearb. Josef Gelmi). Innsbruck 1988. S. 714f.
Heiligenlexikon: Rochus

Bild: Georg Ott: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1858. Bd. 2/Sp. 1435