Seite - 394 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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Gegendname
Kommunion. Der Jesuit Pater Primož → Lavrenčič
ist Autor des ältesten Buches dieser Art : Missijonske
Catholish Karshanske Pejsme [Katholisch-christliche
Lieder für die Mission], das 1752 in Klagenfurt/Celo-
vec erschienen war. In Graz wurden 1757 Missijonske
Pesne inu Molitve [Missions-Lieder und Gebete] ge-
druckt. In Klagenfurt/Celovec wurde auch Oswald
→ Gutsmann tätig, seine Bukvize Molituvne [Ge-
betbüchlein] wurde zum ersten Mal 1771, später aber
noch mehrmals gedruckt. Im 19. Jh. druckte auch die
Družba svetega Mohorja in ihrem Verlag → Mohorjeva
in Klagenfurt/Celovec große Auflagen verschiedener
G., die im gesamten slowenischen Raum verwen-
det wurden. Unter ihnen waren auch neue Ausgaben
der Imitatio Christi von Thomas A. Kempis und der
Geistliche Kampf von Lorenzo Scupuli. Außerhalb der
rechtgläubigen katholischen G. waren auch volkstüm-
lichere Ausgaben im Umlauf, die sich als → Duhovna
bramba [Geistliche Wacht] und → Kolomonov žegen
[Colomanisegen] in verschiedenen Handschriften und
in gedruckten Ausgaben großer Beliebtheit erfreuten.
Werke : P. Lavrenčič : Missionske Catolish karshanske Pejsme. Celovec
1752 ; Missionske Pesme inu Molitve. Ljubljana 1757 ; O. Gutsmann :
Molitoune bukvize – v’ katireh se najdejo juterne, inu vezherne molitvize ;
tudi molitve per svetei meshi, per spovedi, inu svetem obhaili ; s’ permi-
shluvanjam Christusovega terplenja ; sraven drugeh posebneh molitviz k’
svetei Divizi Marii … Celovec 1788.
Lit.: MB ; ES (M. Smolik : Molitvenik). – J. Marn : Jezičnik, Jg. 22
(1884) 26–27 ; F. Kidrič : Primož Lavrenčič in njegova cerkvena pesma-
rica. In : D. Dolinar (Hg.) : France Kidrič, Izbrani spisi. Ljubljana 1978.
Marijan Smolik
Gegendname oder Gebietsname, slow. ime pokrajine,
Bezeichnung eines aufgrund von geografischen Merk-
malen abgegrenzten Gebietes, vielfach aber vor allem
eine →
Kulturlandschaft, die aufgrund von geschicht-
lichen feudal- und kirchenrechtlichen, ethnologischen,
sprachlichen, dialektalen oder aufgrund von anderen
Kriterien als Einheit betrachtet und benannt wird
(→ Ethnologie, → Dialekt).
Für die Benennung von Gegenden bzw. geografi-
schen Einheiten können → Bergnamen, →
Flurnamen,
→ Gewässernamen und → Ortsnamen die Grundlage
bilden (so etwa →
Gailtal/Ziljska dolina, → Jauntal/
Podjuna, → Klagenfurter Feld/Celovško polje, → La-
vanttal/Labotska dolina, Moosburger Hügelland/
Možberško gričevje, → Ossiacher Tauern/Osojske
Ture, → Rosental/Rož, →
Völkermarkter Hügelland/
Velikovško podgorje oder Velikovško Čezdravje). Bei Benennungen im bikulturellen Umfeld kom-
men bisweilen unterschiedliche (Volks-)Etymologien
zum Tragen (→ Sattnitz/Gure, → Saualpe [Saualm]/
Svinška planina [Svinja]). Vielfach werden Gegen-
den in Kleinräume unterteilt (etwa die Sattnitz/Gure
in Radiške Gure [die östliche Radsberger Sattnitz]
und in die Zahodne Gure [die westliche Sattnitz] und
diese wiederum in Hodiško Turje [Keutschacher Turia-
Wald], Podgorje Jedvovce [Pyramidenkogel(gebiet)] und
Hodiško podolje [am ehesten Keutschacher Seenplatte]).
Ebenso wird das Rosental/Rož weiter unterteilt. Zum
Oberen und Unteren Rosental (Zgornji respektive
Spodnji Rož) gesellt sich so noch nach Melik noch
der etwa 15 km lange Talabschnitt zwischen Glainach/
Glinje und Möchling/Mohliče mit dem slowenischen
Namen Podolec oder Podol, auch Podole hinzu. Im
Übergangsgebiet zwischen Rosental/Rož und dem
Gailtal/Ziljska dolina identifiziert Melik zudem das
Faaker Seental/Dolina Baškega jezera (Baška dolina).
Der Mittelgebirgsstock des Krähwalds (bisweilen
subsumiert unter Magdalensberg-Massiv) westlich von
Brückl/Mostič bzw. im Nordnordosten des Klagenfur-
ter Feldes/Celovško polje hat seinen Namen von den
namengebenden Orten Ober- und Unter-Krähwald,
für die es im Slowenischen historische amtliche sowie
dialektale Bezeichnungen gibt (Zgorne Hreble und Spo-
dne Hreble – nach gängiger harmonisierter Orthogra-
fie Zgornje und Spodnje Hreblje [vgl. → Kranzmayer,
Ortsnamen, alphabetisches Verzeichnis ; → Ortsver-
zeichnis 1880]). Bei Melik 1954 (S. 495) und Josip
→ Šašel bzw. Šašel-Kos (S. 200) findet sich die an
eine hochsprachliche Norm angelehnte Namensvari-
ante Hrebelja. Die dialektalen Varianten sind aufgrund
des Dialektkontinuums zur Mundart des → Klagenfur-
ter Feldes/Celovško polje jedenfalls nachvollziehbar. Im
Slowenischen stehen also zwei Varianten für die Be-
nennung eines wohl als historisch zu bezeichnenden
Teiles des slowenischen Sprachraums zur Auswahl,
wo der Sprachwechsel insbesondere aufgrund demo-
grafisch-wirtschaftlicher Gründe frühzeitig stattfand
(Gravitation zu deutschsprachigen Zentralorten : zum
urbanen St. Veit (Šentvid) und zum industrialisierten
Eberstein [Svinec]).
Die G. spiegeln auch Prozesse der → Inkulturation
wider. Die Erörterung der Begrifflichkeiten ist Teil
der → Namenkunde. Gerade in interkulturellen Kon-
taktsituationen können unterschiedliche kulturhistori-
sche Perspektiven durchaus auch zu unterschiedlichen
Einteilungen von Regionen und Gegenden führen. So
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
- Untertitel
- Von den Anfängen bis 1942
- Band
- 1: A – I
- Autoren
- Katja Sturm-Schnabl
- Bojan-Ilija Schnabl
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79673-2
- Abmessungen
- 24.0 x 28.0 cm
- Seiten
- 542
- Kategorien
- Geographie, Land und Leute
- Kunst und Kultur
Inhaltsverzeichnis
- Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
- Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
- Geleitwort von Johannes Koder 9
- Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
- Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
- Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
- Verzeichnis der Siglen 40
- Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
- Editoriale Hinweise 51
- Lemmata Band 1 A – I 55