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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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395 Gegenreformation stehen den aus der deutschsprachigen kulturhistori- schen Perspektive konzipierten Gegendnamen Ober-, Unter- und Mittelkärnten (slow. Zgornja -, Spod- nja - respektive Srednja Koroška), die die slowenische →  Kulturgeschichte spiegelnden Begriffe und Kon- zepte →  Südkärnten/Južna Koroška und Nordkärnten/ Severna Koroška bzw. →  »gemischtsprachiges/zwei- sprachiges Gebiet« und Slovenska Koroška [Slowenisch Kärnten] oder koroška Slovenija [Kärntner Slowenien] (Koroški Slovenec, 13. Juli 1927) gegenüber. Gegenden sind somit nicht nur »natürliche« oder historische geo- grafische Einheiten, deren Benennung drückt vielfach unterschiedliche territoriale, historische oder sprachli- che Konzepte, Identitäten und Perspektiven aus. Die Benennung bzw. der Name von Gegenden gibt vielfach eine kulturhistorische Perspektive und eine territoriale →  Identität der Bewohner wider (→  Name und Identität). Die Einwohner benennen sich nach ihrer Region : die slowenischen Poljanci vom Klagen- furter Feld/Celovško polje wie auch des östlichen Jauntals/Podjuna (um nur diese Poljanci zu nennen), die Vršani vom westlichen Jauntal/Podjuna (benannt nach der Gegend, bei Melik dafür auch »Na Vrhih« oder »Šentprimški griči«), die Gorjanci von der Satt- nitz/Gure, die Ponagorci im Unteren Gailtal/Spodnja Zilja (in den Gemeinden Nötsch im Gailtal/Čajna und St.  Stefan im Gailtal/Štefan na Zilji). Ihre Benennung kann auch einer äußeren Perspektive entspringen, d. h., sie werden von Bewohnern von Nachbarregionen be- nannt : die slowenischen Zajezerani [< ›die hinter dem See‹] für die slowenischen Bewohner der nördlichen Gestade des Wörther Sees/Vrbsko jezero, die Čezdravci [< ›die jenseits der Drau/Drava‹] vom Völkermarkter Hügelland/Velikovško Čezdravje. Letztere nennen sich auch Dravci [Bewohner ob der Drau]. Zvrhnjači wer- den die Einwohner der Gegend Faak am See/Bače und Malestig/Malošče (Finkenstein/Bekštanj) genannt. In überregionalem, bikulturellem Umfeld sind sol- che Benennungen aufgrund der historischen Prozesse des →  Sprachwechsels nicht notwendigerweise in bei- den Sprachen vorhanden. So wird die Gegend um den Faaker See/Baško jezero auf Slowenisch Zvrhni kraj genannt und hat als solche, so weit bekannt, keine ge- nuine Entsprechung im Deutschen, was darauf deutet, dass die →  Zweisprachigkeit, wie sie heute langläufig interpretiert wird, ein Phänomen aus historisch jünge- rer Zeit ist. Nicht selten findet sich etwa in der deutsch- sprachigen Literatur vereinfachend der politisch-histo- rische Begriff Klagenfurter Becken/Celovška kotlina als Synekdoche für den Zentralteil Klagenfurter Feld/ Celovško polje. Für Letzteren hat das Slowenische eine breite Palette von differenzierenden Spezialbe- griffen (dialektal Puale, Na Pualah, für die Einwohner Poljanci, Poljanke). Im Slowenischen wiederum umfasst der literaturübliche ethnologische Begriff →  Rož, der in geografischem Sinn eigentlich mit →  Rosental über- setzt wird, den gesamten →  Südkärntner Zentralraum/ Osrednja južna Koroška. Quelle : Skočidol – Ljubljan (Na grobu Gabronovem). In : Koroški Slo- venec, 13. 7. 1927 ; Marlen Smole Taupe. Lit.: ES. – A. Melik : Slovenski alpski svet. Ljubljana 1954, u. a. 495 ; P. Zdovc : a) Imena večjih južnokoroških pokrajin In : P. Zdovc : Slo- venska krajevna imena na avstrijskem Koroškem. Celovec 2008, 215 ; T. Pronk : The Slovene dialect of Egg and Potschach in the Gailtal, Austria. Amsterdam, New York 2009, 5 ; P. Zdovc : Imena večjih južnokoroških pokrajin = Die wichtigeren Gegendnamen Südkärntens. In : P. Zdovc : Slovenska krajevna imena na avstrijskem Koroškem, razširjena izdaja = Die slowenischen Ortsnamen in Kärnten, erweiterte Auflage. Ljubljana 2010, 385 ; Pozorišče letečih procesij ob Gosposvetskem polju, Faksimile einer historischen Landkarte wiedergegeben in : M. Šašel- Kos : Kelti in Rimljani v prispevkih Josipa Šašla. In : Josip Šašel : Spo- mini II, Zbornik s simpozija o Josipu Šašlju, Josip Šašel in njegov pomen za kulturno zgodovino koroških Slovencev. Hg. M. Kropej, A. Malle, M. Piko-Rustia. Klagenfurt/Celovec [e. a.] 2012, 200. Bojan-Ilija Schnabl Gegenreformation bezeichnet Maßnahmen seitens des Landesfürsten und der römisch-katholischen Kir- che, mit denen die Vormachtstellung des römisch- katholischen Bekenntnisses wiederhergestellt werden sollte. Die Gegenreformation in →  Innerösterreich um- fasst die Zeitspanne zwischen dem Regierungsantritt Erzherzog Karls II. (1564) und dem Ableben Maria Theresias (1780). Das Toleranzpatent (1781) been- dete die Gegenreformation. Dennoch wurde z. B. den Geheimprotestanten im Zillertal noch im beginnenden 19. Jh. die Gründung einer Kirchengemeinde untersagt und 1837 schließlich sogar ihre Auswanderung aus Ti- rol erzwungen. Erst das Protestantenpatent (1861), das unter dem Minister für Cultus und Unterricht Leo Graf →  Thun-Hohenstein ausgearbeitet wurde, führte zu einer relativen Gleichberechtigung der Protestanten in religiösen Angelegenheiten. Ebenso zu erwähnen sind Art. 14. und 15. des Grundrechtskataloges der →  De- zemberverfassung von 1867. Die volle Gleichberech- tigung der evangelischen mit der katholischen Kirche wurde erst mit dem Protestantengesetz (1961) gewährt. Die rechtlichen Grundlagen für die G. wurden auf dem Augsburger Reichstag 1555 mit dem Augsbur-
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Untertitel
Von den Anfängen bis 1942
Band
1: A – I
Autoren
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Abmessungen
24.0 x 28.0 cm
Seiten
542
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Inhaltsverzeichnis

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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