Seite - 404 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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Genossenschaftswesen
Die slowenischen Spar-
kassen in Kärnten/Koroška,
Tabelle: Ort/Einlagen in
Schilling/Reserve fonds/
Mitglieder, Koroška kronika,
2. 8. 1946
Sparbuch der Hranilnica in
posojilnica Bilčovs
Slovenska gospodarska
zveza
Spareinlagen gegen Verzinsung anzunehmen«. Ende
1890 hatten 12 Kreditgenossenschaften 2.443 Mitglie-
der, wobei die Št. Jakobska posojilnica allein 1.308 zählte,
im Jahr 1897 waren es 19 mit 5.727 Mitgliedern. In
den Jahren 1906 und 1910 kam es zu großen Verän-
derungen. Außer zwei Kärntner slowenischen Kredit-
genossenschaften verließen alle die Zadružna zveza v
Celju und rechtzeitig vor ihrem Zusammenbruch auch
die Zentralkasse landwirtschaftlicher Genossenschaf-
ten in Kärnten/Koroška – die Leitung Letzterer lag
in den Händen Kärntner christlich-sozialer Politiker
– und traten der Zadružna zveza v Ljubljani [Genos-
senschaftsverband in Ljubljana] bei. Bei der genannten
Zentralkasse waren 1909 insgesamt sechs slowenische
Kredit- und Warengenossenschaften mit insgesamt
1.465 Mitgliedern organisiert. Vor Beginn des Ersten
Weltkrieges hatte das slowenische Genossenschaftswe-
sen des Kronlandes Kärnten/Koroška 40 Kredit-, zwei
Molkerei- und sieben Viehzuchtgenossenschaften so-
wie je eine Konsum-, Wirtschafts- und Brandschaden-
versicherungsgenossenschaft. Die Mitgliederanzahl im Jahr 1914 ist nicht überliefert. Die Genossenschaften
erfüllten in dieser Phase ihrer Tätigkeit in erster Linie
eine wirtschaftliche Funktion, indem sie über die För-
derung ihrer Mitglieder zur ökonomischen Entwick-
lung beitrugen. Darüber hinaus beeinflussten sie durch
rege Unterstützungstätigkeit den kulturellen, religiösen,
politischen und sozialen Lebensbereich der Kärntner
Slowenen.
Nach dem Ersten Weltkrieg gründeten slowe-
nische Genossenschafter am 28. Februar 1921 die
Zveza koroških zadrug [Verband der Kärntner Genos-
senschaften] mit der Betriebsgattung Revision und
Anwaltschaft, Geld- und Warenverkehr. Zum Vorsit-
zenden wurde Janez →
Vospernik gewählt, dem am
8. Februar 1935 Florijan → Lapusch folgte. Von Be-
deutung war die Mitarbeit Valentin → Podgorc’, der
seit 1896 im Genossenschaftswesen mitgearbeitet und
im Februar 1899 mit der Gospodarska zadruga v Sinči
vasi [Wirtschaftsgenossenschaft Kühnsdorf] die erste
Warengenossenschaft in Kärnten/Koroška gegründet
hatte. 1924 zählte der Verband 44 Mitgliedsgenossen-
schaften, die 1930 insgesamt 4.942 Mitglieder hatten.
Große Schwierigkeiten bereiteten die Behörden den
Genossenschaften hinsichtlich des Schriftverkehrs. Der
Gebrauch des Slowenischen wurde verboten, Verstöße
mit finanziellen Sanktionen belegt. Zwischen 1927–
1929 wurde den slowenischen Firmenbezeichnungen
eigenmächtig deutsche beigefügt. Für die Zwischen-
kriegszeit ist in allen Sparten ein rückläufiger Trend
zu verzeichnen, der auf ungünstige politische Rahmen-
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
- Untertitel
- Von den Anfängen bis 1942
- Band
- 1: A – I
- Autoren
- Katja Sturm-Schnabl
- Bojan-Ilija Schnabl
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79673-2
- Abmessungen
- 24.0 x 28.0 cm
- Seiten
- 542
- Kategorien
- Geographie, Land und Leute
- Kunst und Kultur
Inhaltsverzeichnis
- Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
- Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
- Geleitwort von Johannes Koder 9
- Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
- Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
- Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
- Verzeichnis der Siglen 40
- Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
- Editoriale Hinweise 51
- Lemmata Band 1 A – I 55