Seite - 429 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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Globasnica, Slovensko izobraževalno društvo
G. absolvierte das Gymnasium in → Maribor und
studierte danach klassische Philologie und Slawistik
an der Universität Wien (1865–1869). Nach dem Ab-
schluss des Studiums unterrichtete er an verschiedenen
Gymnasien und verschiedenen Orten, am längsten
(1880–1900) in →
Trieste/Trst/Triest. G. setzte 1881
das Studium der Orientalistik in Berlin und in Wien
fort und erwarb 1883 als erster Slowene das Doktorat
aus Sanskrit. Umsonst bemühte er sich um eine Univer-
sitätsprofessur, arbeitete aber trotzdem wissenschaftlich
weiter. G. publizierte orientalistische Aufsätze, Über-
setzungen (z. B. Dramen von Kâlidâsa) und informa-
tive Artikel in deutscher und slowenischer Sprache.
Am meisten befasste er sich mit altindischer Literatur,
seine Arbeiten umfassen die Veden bis zur Epoche des
klassischen Sanskrit, zeitweise beschäftigte er sich auch
mit der altpersischen Literatur und anderen Themen
der indoeuropäischen Philologie. G. konzipierte eine
Sammlung von Theaterwerken mit dem Titel Indijska
Talija. Im Selbstverlag gab er drei Übersetzungen der
Dramen von Kâlidâsa ins Slowenische heraus. Au-
ßerdem übersetzte er elf Dramen Shakespeares, die
jedoch wegen mangelnder poetischer Qualität im Ma-
nuskript verblieben. G. publizierte Rezensionen litera-
rischer Übersetzungen, zumeist von Werken Shakes-
peares.
Auf dem Gebiet der Literaturwissenschaft ist G. mit
zahlreichen Aufsätzen über slowenische Dichter und
Schriftsteller präsent. Die Bedürfnisse im Schulun-
terricht inspirierten ihn zur Abfassung seiner Zgodo-
vina slovenskega slovstva [Geschichte der slowenischen
Literatur] in vier Bänden, die von der → Slovenska
matica [Slowenische Gesellschaft für Wissenschaft
und Kultur] herausgegeben wurde (1 : 1894, 2 : 1895,
3/1–2 : 1896–1897 ; 4/1–3 : 1898–1900). Darin wird
erstmals umfangreiches biografisches und bibliografi-
sches Material auch aus der neueren Zeit gesammelt
und dargestellt. Die Fachkritik (Vatroslav → Oblak,
Fran → Vidic) beanstandete aus der Sicht der positi-
vistischen Historiografie inhaltliche und methodolo-
gische Mängel bei der Problembehandlung und kau-
salen Erklärung literarischer Prozesse. Deshalb wurde
G.s Literaturgeschichte bald als veraltet angesehen ;
als Sammlung von Datenmaterial wurde es noch lange
geschätzt, obwohl schon G.s Zeitgenosse K. Štrekelj
ihm auch diesbezüglich jeden Wert absprach. Die Ori-
entalistik hingegen schreibt G. noch immer Verdienste
zu und schätzt ihn als den Begründer der Indologie
in Slowenien, nicht nur aufgrund seiner Übersetzun- gen, sondern auch aufgrund seiner Nacherzählungen
der Märchenstoffe und thematischen Behandlung von
altindischen Epen und Dramen, u. a. in der Zeitschrift
→ Kres.
Werke : Autorenbiografien über Taras Ševčenko, Kazimir Veliki
(Kres 1883) ; Božidar Raič (LMS 1888), Franc Cegnar (DS 1892) ;
Simon Gregorčič (Edinost 1893, 1–4) u. a ; Zgodovina slovenskega
slovstva, Ljubljana. 4 (7) Bd. Ljubljana 1894–1900.
Üb.: Epiške indske pripovedke in pravljice. Kres III, 1883–IV, 1884 (in
Fortsetzungen) ; Firduzi (Kres 1884) ; Bâna : Pârvatî’s Hochzeit. Ein
indisches Schauspiel. Zum ersten Male ins Deutsche übersetzt. Triest
1886 ; Kâlidâsa : Urvašî. Trst 1885 ; Mâlavîka in Agnimitra. Trst 1886
(recte : 1885) ; Sakuntalâ ali »Prstan spoznanja«. Maribor 1908.
Lit.: SBL ; EJ ; MB ; ÖBL ; LPJ ; ES ; OVSBL. – V. Rožič : † Profesor
dr. Karol Glaser. Slovenskemu rodoljubu učenjaku v spomin. In. KMD
1915, 71–72 ; A. Dolar : Prof. dr. dr. Karol Glaser, Obris življenja in
dela. In : ČZN 24 (1934) 1–54 ; K. Sturm-Schnabl : Der Briefwechsel
Franz Miklosich’s mit den Südslaven – Korespondenca Frana Miklošiča z
južnimi Slovani. Maribor 1991, 10 und die Briefe 589 und 614 aus
den Jahren 1887 und 1889 ; V. Pacheiner-Klander : Verzna podoba Ka-
lidasovih dram v Glaserjevih prevodih. In : Zbornik ob sedemdesetlet-
nici Franceta Bernika. (Hg. J. Pogačnik.). Ljubljana 1997, 405–435. V.
Pacheiner-Klander : Karol Glaser and Anton Ocvirk – two mediators of
Indian literature to Slovenia. In : Indian studies : Slovenian contribu-
tions (Hg. L. Škof.). Calcutta 2008, 49–61.
Darko Dolinar ; Üb.: Katja Sturm-Schnabl
Glasnik za literaturo in umetnost, → Slovenski glas-
nik ; →
Publizistik.
Glitzner, Engelbert (Widerstandskämpfer), → Knez,
Alojz.
Globasnica, Slovensko izobraževalno društvo
[Slo
wenischer Bildungsverein Globasnitz], gegründet
1903 auf Initiative des lokalen Kaplans Ivan Hojnik
und des ersten Vorsitzenden Ivan Iekl.
Der Verein hatte bei der Gründung 27 Mitglieder.
Er hatte seine Räumlichkeiten im Gasthaus Šoštar, wo
sich bis heute der Sitz des Vereins befindet. Ziel des
Vereins war der Erhalt und die Förderung der slowe-
nischen Sprache und Kultur sowie die Weiterbildung
seiner Mitglieder (→ Kulturvereine). Es wurde eine
Vereinsbibliothek mit zahlreichen bedeutenden slo-
wenischen Zeitschriften und Büchern zur Förderung
der → Lesekultur eingerichtet und Bildungsvorträge
abgehalten. Am weitesten entwickelt war das Laien-
theater (→ Laienspiel, → Theater). Stücke wurden
auf der eigenen Bühne sowie im Rahmen von Gast-
spielen auswärts aufgeführt. Das erste größere und an-
spruchsvollere Stück war 1912 die Miklova Zala von
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
- Untertitel
- Von den Anfängen bis 1942
- Band
- 1: A – I
- Autoren
- Katja Sturm-Schnabl
- Bojan-Ilija Schnabl
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79673-2
- Abmessungen
- 24.0 x 28.0 cm
- Seiten
- 542
- Kategorien
- Geographie, Land und Leute
- Kunst und Kultur
Inhaltsverzeichnis
- Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
- Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
- Geleitwort von Johannes Koder 9
- Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
- Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
- Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
- Verzeichnis der Siglen 40
- Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
- Editoriale Hinweise 51
- Lemmata Band 1 A – I 55