Seite - 434 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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Gobec, Radovan
Schloss Ebenthal/Žrelec,
Gravur von Johann Vajkart
Valvasor, 1688 (Wiki)
Geschichte Karantaniens (→ Fürsteneinsetzung) abge-
spielt hat. Neuerdings wird die alte Bezeichnung pol-
janski für die Klagenfurter Ebene bzw. das Klagenfurter
Feld/Celovško polje wieder verwendet.
Lit.: K. Sturm-Schnabl : Die slowenische Mundart und Mundartreste
im Klagenfurter Becken. Wien 1973 (Diss.) ; O. Kronsteiner : Die slo-
wenischen Mundarten Kärntens. Topographische Appellativa in Ortsna-
men und im aktiven Wortschatz. In : Österreichische Namenforschung 2
(1979) 36–53 ; S. Hafner, E. Prunč (Hg.) : Lexikalische Inventarisierung
der slowenischen Volkssprache in Kärnten. Graz 1980 ; O. Kronsteiner :
Altbulgarisch oder/und Altkirchenslawisch. Eine Glosse zu slawistischen
Benennungsmythen. In : Die Slawischen Sprachen 9 (1985) 119–128 ; H.
Goebl : Glottonymie, Glottotomie und Schizoglossie. Drei sprachpolitisch
bedeutsame Begriffe. In : Die Slawischen Sprachen 14 (1988) 23–66 ;
O. Back : Glottonymie und Ethnonymie. In : Die Slawischen Sprachen 14
(1988) 5–9 ; H. Goebl : Spracheinheit. Bemerkungen zur Problematik
des Sprach-Unitarismus. In : Die Slawischen Sprachen 19 (1989) 101–
113 ; O. Kronsteiner : Sind die slawischen Ortsnamen Österreichs sla-
wisch, alpenslawisch oder slowenisch ? Über Glottonyme und Identitäten
jenseits heutiger Sprachgrenzen. In : Die Slawischen Sprachen 58 (1998)
81–99 ; S. Troebst : Slavizität. Identitätsmuster, Analyserahmen, Mythos.
In : Osteuropa 12/2009 : 7–49 ; B.-I. Schnabl : Rož, Podjuna, Zilja – in
Celovška ravnina. In : Nedelja, priloga 14 dni, 1. April 2011, 4–6.
Otto Kronsteiner
Gobec, Radovan (Schulmann, später Musiklehrer in
Ljubljana, Kulturaktivist), → Šmihel. Slovensko katoliško
izobraževalno društvo za Šmihel in okolico [Slowenischer
katholischer Bildungsverein für St. Michael und Um-
gebung].
Godec, Franc (Pfarrer, Kulturaktivist), → Borovlje.
Slovensko prosvetno društvo »Borovlje« [Slowenischer
Kulturverein »Borovlje« (Ferlach)].
Goëss, Adelsfamilie, ursprünglich aus Portugal stam-
mend, kam in die Niederlande und siedelte sich in
Kärnten/Koroška an. Johann de Troch a Goessen
(1611 in den spanischen Niederlanden geboren), der
sich später nach dem Geschlecht seiner Mutter Goëss
nannte, war zunächst im diplomatischen Dienst, er-
hielt 1632 den Titel eines Reichsfreiherrn, 1639 den
eines Reichshofrates. 1675 wurde er als Fürstbischof
von Gurk eingesetzt, die Priesterweihe holte er nach 3
Monaten nach und wurde später zum Kardinal ernannt.
Sein Adelsprädikat wurde 1677 per kaiserlichem De-
kret auf seine von ihm adoptierten Neffen ausgedehnt,
von denen nur Johann Peter von Goëss (* 1667 in den
Niederlanden–† 1716 Kärnten/Koroška) den Tod des
Onkels (1696 in Rom) überlebte und als sein Erbe die
Herrschaft Karlsberg mit dem Stadthaus in Klagenfurt/ Celovec, sowie das Gut Pfannhof und den Seebichl-
hof bei Kraig übernahm. Johann Peter erweiterte den
Besitz und erwarb u. a. 1704 die Herrschaft Ebenthal/
Žrelec im weitestgehend slowenischen Umfeld des
→ Klagenfurter Feldes/Celovško polje, die bis heute
der Familiensitz ist. 1712 bis zu seinem Tode 1716
war Johann Peter von Goëss Landeshauptmann von
Kärnten/Koroška. Mitglieder der Familie spielten im
Verlauf der Geschichte eine wichtige Rolle im poli-
tischen Leben von Kärnten/Koroška, einige waren
der slowenischen Sprache mächtig (so Johann Anton
Graf von → Goëss). Landeshauptleute aus dem Ge-
schlecht der Goëss waren Johann Peter Graf von
Goëss 1712–1716, Johann Anton Graf von Goëss
1734–1747, Peter Graf von Goëss 1804–1806 und
1808–1810 sowie Zeno Graf von Goëss 1897–1909.
Quellen.: ADG, Wurzbach, SBL, ÖBL, NDB.
Lit.: E. Webernig : Der Landeshauptmann von Kärnten. Ein historisch-
politischer Überblick. Klagenfurt 1987 ; B. Kos : Das Reisetagebuch der
Isabella Gräfin Goëss-Thürheim, Reise an den Rhein, nach Belgien und
nach Holland im Jahre 1840, Edition und Kommentar. Wien/Köln/
Weimar 2015.
Katja Sturm-Schnabl
Goëss, Johann Anton Graf von (* 3. November 1699
bei Venedig, † 16. August 1768, begraben in Strassburg/
Kärnten/Koroška) Mäzen der slowenischen Emanzipa-
tionsbewegung, von 1734 bis 1747 Landeshauptmann
von Kärnten/Koroška.
G. war Spross der ursprünglich aus Portugal stam-
menden, dann über die Niederlande und Deutschland
eingewanderten Adelsfamilie derer von Goëss, deren
Hauptresidenz in Kärnten/Koroška, Schloss Ebenthal/
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
- Untertitel
- Von den Anfängen bis 1942
- Band
- 1: A – I
- Autoren
- Katja Sturm-Schnabl
- Bojan-Ilija Schnabl
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79673-2
- Abmessungen
- 24.0 x 28.0 cm
- Seiten
- 542
- Kategorien
- Geographie, Land und Leute
- Kunst und Kultur
Inhaltsverzeichnis
- Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
- Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
- Geleitwort von Johannes Koder 9
- Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
- Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
- Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
- Verzeichnis der Siglen 40
- Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
- Editoriale Hinweise 51
- Lemmata Band 1 A – I 55