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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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437 Gorjanci. Izobraževalno društvo Gorjanci, Kotmara vas Görz/Gorizia/Gorica, An- sichtskarte 1900 (Wiki) 1210 erhielt Gorizia/Gorica/Görz das Marktrecht und 1307 das erste Stadtstatut. Bis zum 16. Jh. war die Stadt Bischofssitz, dann fiel sie unter die Herrschaft der Habsburger. Im 18. Jh. wurde Gorizia/Gorica/Görz Sitz des Erzbistums. Erzbischof Karl Michael →  Attems gebrauchte das Slowenische bei seinem pastoralen Wirken (→  Litur- giesprache), für die Beziehungen zwischen Gorizia/ Gorica/Görz und Kärnten/Koroška sind zudem die Aufzeichnungen seiner Visitationen in →  Südkärnten/ Južna Koroška einschließlich des →  Val Canale/Ka- nalska dolina/Kanaltal wichtig, wo er einige Pfarren im slowenischsprachigen Gebiet besuchte (so z. B. →  Fer- lach/Borovlje, Sittersdorf/Žitara vas, Suetschach/Sveče (vgl. Paolo →  Santonino). Gorizia/Gorica/Görz hatte auch eine Reihe von slo- wenischen Bischöfen, so Jožef Walland (Balant) (1819–1834), Andrej Gollmayr (1855–1883), Aloj- zij Matija Zorn (1883–1897), Jakob Missia (1898– 1902), Frančišek Borgia Sedej (1906–1931) sowie den Slowenen aus Kärnten/Koroška Franz Xaver →  Lu- schin/Lušin (1835–1854). Im 19. Jh. erhielt Gorizia/Gorica/Görz wegen sei- nes milden Klimas den Beinamen »das österreichische Nizza«. In der Stadt siedelten einerseits reiche Bürger, andererseits hatte ab dem 19. Jh. auch der wirtschaftli- che Aufschwung der slowenischen Bevölkerung immer mehr Gewicht. Ähnlich wie →  Trieste/Trst/Triest war auch Gorizia/Gorica/Görz ein kulturelles und wirt- schaftliches Zentrum der Slowenen mit einem beson- ders vielfältigen Verlagswesen. Der Erste Weltkrieg hatte die Stadt schwer getroffen. Nach dem Krieg wurden die slowenischen Einrichtun- gen wie auch anderswo in Italien von den faschistischen Machthabern verboten. Darunter gilt es insbesondere die Goriška Mohorjeva družba [Görzer Hermagoras- Verlag] zu erwähnen, die 1924 entstanden war, weil es wegen des faschistischen Drucks nicht möglich war, Bücher aus →  Celje zu beziehen. Der letzte Vorkriegs- kalender wurde 1939 veröffentlicht. Der antifaschistische Widerstand als Folge der mas- siven Diskriminierungen und Verfolgungen der Slowe- nen im Küstenland (Primorska) begann bereits in den 1920er-Jahren. Unter den Organisationen dieser Zeit ist besonders →  TIGR zu erwähnen (TIGR = Trst (Trieste/Triest), Istra (Istrien), Gorica (Gorizia/Görz) und Reka (Rijeka/Fiume). In Gorizia/Gorica/Görz wurde im Übrigen am 19. Juli 1858 Julius →  Kugy als Sohn eines Kärntner Va- ters und einer Triestiner Mutter geboren. Lit.: ES (B. Marušič, B. Uršič, S. Plahuta : Gorica ; B. Marušič : Goriška). – W. Baum : Die Grafen von Görz in der europäischen Politik des Mit- telalters. Klagenfurt 2000 ; K. M. Attems : Slovenske pridige, Za prvo objavo pripravila in s spremnimi besedili opremila Lojzka Bratuž, Predgovor Breda Pogorelec. Trst 1993 ; P. G. Tropper : Die Berichte der Pastoralvisitationen des Görzer Erzbischofs Karl Michael von Attems in Kärnten von 1751 bis 1762. Wien 1993 ; J. Vetrih : L’arcidiocesi di Go- rizia, Goriška Nadškofija, Die Erzdiözese von Görz. Udine 2002, 205  ff. Peter Rustia ; Üb.: Bojan-Ilija Schnabl Gorjanci. Izobraževalno društvo Gorjanci, Kot- mara vas [Bildungsverein Gorjanci, Köttmannsdorf], gegründet am 14. Dezember 1919, Vorgängerorganisa- tion des Slovensko prosvetno društvo Gorjanci [Sloweni- scher Kulturverein Gorjanci]. Der slowenische →  Kulturverein G. zählt zu je- nen Vereinen mit der längsten lokalen Tradition. Dem Wunsch nach Erhaltung und Weiterentwicklung der slowenischen Volkskultur und -sprache entsprang die Gründung des Männerquartetts Gorjanci (Gorjanci < Gure/Sattnitzzug) im Jahre 1885 (→  Sattnitz/Gure ; →  Identität, territoriale). Initiiert wurde das Quartett von Matija →  Prosekar, vlg. Razaj, geleitet wurde es von Valentin Stangl, vlg. Mežnarjev Foltan. Sie hat- ten eine überregionale Bedeutung. Dr. Joško →  Tisch- ler berichtet auf der 40-Jahr-Feier der →  Slovenska prosvetna zveza [Slowenischer Kulturverband] im Jahre 1948 von deren begeisternden Auftritt in Haim-
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Untertitel
Von den Anfängen bis 1942
Band
1: A – I
Autoren
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Abmessungen
24.0 x 28.0 cm
Seiten
542
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Inhaltsverzeichnis

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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