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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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Seite - 449 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I

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449 Grafenauer, Ivan in Ljubljana bis zu seinem Tode (1950–1956). Am 18. November 1934 ehelichte er in Ljubljana Lidija, gebo- rene Kačič. Sein Trauzeuge war Dr. Julij →  Felaher. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er aus politischen Gründen zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt und verlor seine staatsbürgerlichen Rechte. Er saß zwischen 25. Mai 1945 und 27. November 1946 in Gefängnissen in Ljubljana, Teharje und →  Maribor ein. Nach 18 Mo- naten Haft wurde er freigelassen, doch hatte er bis zum 27. November 1947 keine staatsbürgerlichen Rechte. Nach der Wiederaufnahme des Prozesses wurde seine Strafe gelöscht (5. Februar 1955). Aus Interesse befasste er sich mit Archäologie. Er war aktiv in unterschiedlichen volksverteidigenden und kulturellen Organisationen (Ferijalni savez [Fe- rienverband], Pevsko društvo Vardar Skopje [Gesangs- verein Vardar Skopje], Jadranska straža [Adria Wacht], →  Klub koroških Slovencev [Klub der Kärntner Slowe- nen] in Ljubljana, Profesorsko društvo [Lehrerverein], dessen Sektion in Ljubljana er über 13 Jahre leitete). Er schrieb für verschiedene Zeitschriften und Revuen. Archive und Quellen : Privatarchiv Danijel Grafenauer ; KOK dr. Franc Sušnik, Ravne na Koroškem ; Felacherjev Arhiv ; Daten Nie- derschriften der Tochter Alenka Zupan, Hinweis Peter Wiesflecker. Danijel Grafenauer ; Üb.: Bojan-Ilija Schnabl Grafenauer, Ivan (* 7. März 1880 Micheldorf/Velika vas [Hermagor – Pressegger See/Šmohor – Preseško jezero], † 29. Dezember 1964 Ljubljana), Literaturhis- toriker, Ethnologe. G. kam aus einer bekannten slowenischen Kärntner Familie aus dem →  Gailtal/Zilja. Nach dem Abschluss am Gymnasium von →  Villach/Beljak studierte G. Slawistik und Germanistik in Wien (1900–1904), da- raufhin unterrichtete er am Gymnasium in Kranj und ab 1908 in Ljubljana. 1917 machte er sein Doktorat in Wien, in Zagreb wurde er 1918 als Kandidat für die neue Universität in →  Ljubljana habilitiert. Er bekam die Professur jedoch nicht und unterrichtete lediglich ein Semester lang als Privatdozent. 1918–1921 war er Schulaufseher, danach bis zu seiner Pensionierung wie- der Gymnasiallehrer. 1940 wurde er in die Slowenische Akademie der Wissenschaften und Künste (Slovenska Akademija znanosti in umetnosti SAZU) gewählt. 1947 gründete G. eine Kommission für slowenische Volks- kunde (Komisija za slovensko narodopisje), aus welcher 1951 das Wissenschaftsinstitut für slowenische Volks- kunde (Inštitut za slovensko narodopisje) hervorging, das er bis zu seinem Tod leitete. Dort war er mit großem Erfolg als Organisator der Forschungsplanung tätig. Seine wissenschaftliche Tätigkeit begann G. auf dem Gebiet der Dialektologie und Ethnografie und wandte sich dann der Literaturgeschichte zu. Sein erstes größeres Werk, Zgodovina novejšega slovenskega slovstva [Geschichte der neueren slowenischen Lite- ratur] (1909–1911), wurde von den Kritikern größ- tenteils wegen veralteter Methoden sowie stofflicher Mängel abgelehnt. Im Gegensatz dazu wurde Kratka zgodovina slovenskega slovstva [Kurze Geschichte der slowenischen Literatur] (1917–1919) zu einem äußerst verbreiteten Handbuch, das in den Schulen noch gut zwei Jahrzehnte später Verwendung fand. Parallel dazu publizierte G. Material aus der →  Prešeren-Ära, Abhandlungen zu speziellen literaturgeschichtlichen Fragen und eine monografische Studie über Valentin →  Vodnik. In den 1920er-Jahren arbeitete er für en- zyklopädische Basiswerke (SBL, Narodna enciklopedija srpsko-hrvatsko-slovenačka [Nationale serbisch-kroati- sche-slowenische Enzyklopädie]) zahlreiche Lemmata zu slowenischen Schriftstellern aus, stellte Lesebücher für Mittelschulen zusammen und gab Werke von Jo- sip →  Jurčič heraus (10 Hefte, 1917–1923). Bei seiner Forschung befasste er sich mit älteren Epochen, vor al- lem mit dem Mittelalter, wobei er Quellen edierte und in akribischen Studien und Polemiken (vor allem ge- gen die Ansichten von France →  Kidrič) seine Thesen zur →  Kontinuität in der slowenischen Schrifttradition und zur positiven kulturellen Rolle der katholischen Kirche zu jener Zeit verteidigte. Das wichtigste Werk auf diesem Gebiet ist seine Monografie über die Ka- rolingische Katechese sowie über den Ursprung der →  Freisinger Denkmäler (1936) (→  karolingisch). In den 1930er-Jahren hatte sich G. allmählich vom Schrifttum in Richtung Volksliteratur, Ethnografie bzw. Folkloristik ausgerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wandte er sich wieder der Literaturgeschichte zu und erstellte eine erweiterte Version seiner Überblicksarbeit, in der er seine literarischen, sprachwissenschaftlichen, kulturgeschichtlichen sowie ethnologischen Erkennt- nisse vereinte. Es gelang ihm jedoch nicht, das Werk zu vollenden ; unter dem Titel Kratka zgodovina starejšega slovenskega slovstva [Kurze Geschichte der älteren slo- wenischen Literatur] (1973) wurde es posthum von seinem Sohn, dem Historiker Bogo →  Grafenauer, herausgegeben. Sein ganzes Leben hindurch war G. mit dem kärnt- nerslowenischen Gebiet verbunden, selbst wenn er seit
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Untertitel
Von den Anfängen bis 1942
Band
1: A – I
Autoren
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Abmessungen
24.0 x 28.0 cm
Seiten
542
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Inhaltsverzeichnis

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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