Seite - 499 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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Holmar, Tomaž
Trauvater Tomaž Holmar
(ganz rechts) mit den
Kulturaktivisten des Vereins
Edinost St. Tomaž aus St.
Thomas am Zeiselberg/
Šenttomaž pri Celovcu v. L.
n. R.: Valentin Lesjak, Andrej
→ Sturm, Katarina Sturm
vereh. Polcer sowie Andrej
Polcer vulgo Lazar aus
Obersammelsdorf/Zgornje
Žamanje, Tomaž Holmar
Tomaž Holmar, Foto Vincenc
Gotthard slovensko izobraževalno društvo ; → Aleksandrinke [Ale-
xandrinerinnen] ; → Kriegl, Niko ; → Milonig, Fi-
lip ; → Schnabl, Gregor ; → Schnabl, Johann/Janez
(1827–1904), → Schnabl, Johann/Janez (1897–
1964) ; → Zwitter, Dr. Franci ; Draschitz/Drašče :
→
Millonig, Johann ; → Schaubach, Franc ;
→
Zwitter, Maria ; →
Zwitter, Vinko ; → Zwit-
ter, Dr. Zdravko ; Dreulach/Drevlje : →
Schaubach,
Alois ; → Zwitter, Davorin (Martin).
Hojnik, Ivan (Kaplan, Kulturaktivist, → Globasnica,
Slovensko izobraževalno društvo [Slowenischer Bil-
dungsverein Globasnitz].
Holcer, Jozef, Laienschauspieler, Kulturaktivist,
→
Edinost Šenttomaž. Katoliško slovensko izobraževalno
društvo Edinost Št. Tomaž pri Celovcu [Katholischer slo-
wenischer Bildungsverein St. Thomas].
Holmar, Tomaž (Thomas, Ps. Gosposvečan, * 14. Ap-
ril 1905 Maria Saal/Gospa Sveta, † 3. März 2003 Bad
Eisenkappel/Železna Kapla), Priester, Chorleiter, Pub-
lizist.
Die elementare schulische Sozialisation erfuhr H. ab
1911 in Camporosso/Saifnitz/Žabnice und ab 1916 in
→
Maria Saal/Gospa sveta. 1917 kam er ins → Mari-
anum nach Klagenfurt/Celovec. Gregor → Rožman,
Professor am →
Priesterseminar in Tanzenberg/
Plešivec, übernahm für H. die Kosten für Logis und
Schulgeld. Die Ereignisse rund um die → Volksab-
stimmung 1920, die Enttäuschung über die nicht
eingehaltenen Zusicherungen sowie die einsetzende
subtile →
Germanisierung lösten bei H. ein lebens-
langes Trauma aus. Während seines Schulbesuchs im Marianum in Ljubljana (1923–1925) bekam H. einen
SHS-Pass (→ Jugoslawien). In → Ljubljana studierte
er bis 1930 Theologie. Trotz eines gegenteiligen vatika-
nischen Bescheides ließ er sich 1931 von Bischof Adam
→ Hefter in Klagenfurt/Celovec zum Priester wei-
hen. Seine Primiz feierte er am Wallfahrtsort Monte
Lussari/Luschari/Sv. Višarje im italienisch gewordenen
→ Val Canale/Kanaltal/Kanalska dolina. Danach half
ihm Caritassekretär Rudolf → Blüml und machte
ihn zu seinem Mitarbeiter. Von 1931 bis 1935 weilte
H. in Wien, wo er sich mit liturgischen Studien bei
Pius Parsch befasste und als Krankenhausseelsorger
in Klosterneuburg arbeitete. In Wien engagierte er sich
aktiv in der kulturellen Arbeit des →
Klub koroških slo-
venskih akademikov na Dunaju [Klub der slowenischen
Akademiker in Wien]. Die begonnene Dissertation
brachte er allerdings nicht zum Abschluss.
Nach seiner Rückkehr aus Wien im Jahre 1935 kam
H. ins mölltalerische Sagritz als Kaplan (1935–1936)
und wurde bald danach nach →
Tainach/Tinje versetzt,
wo er einen Männerchor gründete und neben Blüml
zum Repräsentanten der liturgischen Bewegung in
Kärnten/Koroška wurde. Im Frühjahr 1937 wurde H.
Kaplan in St. Jakob im Rosental/Šentjakob v Rožu, wo
es eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Orga-
nisten und Komponisten Anton → Nagele gab, die
zur Herausgabe einer Kindermesse mit dem Titel Ob
božjem oltarju [Am Altare Gottes] im Jahre 1937 führte.
H. schrieb u. a. das Libretto zu Jakob → Skets Miklova
Zala. Für die Vertonung durch Nagele hatte H. sowohl
die inhaltliche als auch die musikalische Vorlage beige-
steuert. Nach einem halben Jahr wurde H. als Provisor
in die an der deutsch-slowenischen Sprachgrenze ge-
legene Pfarre St. Margarethen am Töllerberg/Šmarjeta
pri Velikovcu versetzt (16. Oktober 1937–31. März
1938) (→ Völkermarkter Hügelland/Velikovško pod-
gorje). Während er noch für Schuschniggs Volksab-
stimmung agitierte, marschierte Hitler bereits in Ös-
terreich ein. Unter der deutschen Okkupation galt H.
den neuen Machthabern als suspekt und wurde deshalb
vom Gurker Ordinariat aus Schutzmotiven zunächst in
die Pfarre Wachsenberg und am 31. Oktober 1938 auf
eigenen Wunsch nach St. Jakob ob der Gurk versetzt
(1938–1945). In dieser Zeit besuchte H. häufig jene im
Jahre 1942 deportierten Kärntner Slowenen und Slo-
weninnen in den Lagern des Deutschen Reiches. In
St. Jakob ob der Gurk führte die slowenische Volks-
dichterin Milka → Hartmann H.s Haushalt. Auf In-
itiative des slowenischen Kulturverbandes verfasste H.
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
- Untertitel
- Von den Anfängen bis 1942
- Band
- 1: A – I
- Autoren
- Katja Sturm-Schnabl
- Bojan-Ilija Schnabl
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79673-2
- Abmessungen
- 24.0 x 28.0 cm
- Seiten
- 542
- Kategorien
- Geographie, Land und Leute
- Kunst und Kultur
Inhaltsverzeichnis
- Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
- Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
- Geleitwort von Johannes Koder 9
- Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
- Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
- Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
- Verzeichnis der Siglen 40
- Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
- Editoriale Hinweise 51
- Lemmata Band 1 A – I 55