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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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505 Hus, Jan Ljubljana 1894, 212 ; I Grafenauer : Frančišek Hubad. In : Carniola 7 (1916) 303  f.; K. Sturm-Schnabl : Der Briefwechsel Fran Miklosichs mit den Südslaven, Korespondenca Frana Miklošiča z Južnimi Slo- vani. Maribo 1991, Br. 577a, 578a, 579a, 583a. Maja Francé Hudelist, Sebastian (Sebastijan, Sébastien, Sebas- tianus, * 20. Jänner 1713, Klagenfurt/Celovec, † 1780 Trenčín [Slowakei]), Jesuit und Prediger. H. wurde am 14. Oktober 1728 in den →  Jesuitenor- den aufgenommen und unterrichtete Grammatik und klassische Philologie. Danach war er über 20 Jahre Pre- diger. 1773 war er nach Backer/Sommervogel spi- ritueller Vater in Raab. Es ist nicht endgültig eruierbar, ob es sich dabei um den Ort Raab im Bezirk Schärding im Innviertel handelt, der erst mit dem Frieden von Teschen (polnisch Cieszyn) 1779 zu Österreich kom- men sollte und zuvor bayrisch war und mit Hudelists Trauerrede für den Bischof von Passau in Verbindung gebracht werden kann, oder ob es sich um die unga- rische Stadt Györ, deren deutscher Namen ebenfalls Raab ist, handelt. Beides ist plausibel, wobei etwa auch Oswald/Ožbolt →  Gutsmann in der Slowakei wirkte. H. starb 1780 in Trenčín in der heutigen Slowakei. Sein überregionaler Lebensweg und sein Wirken in mehreren Sprachmilieus stehen für das Potenzial des gebürtigen Klagenfurter Jesuiten jener Zeit mit typi- schem →  Südkärntner Namen. Werke : Zweyte Trauer- und Lobrede, welche Pater Sebastianus Hudelist, der Gesellschaft Jesu Priester, der Kirche des Academischen Collegii bemel- deter Gesellschaft gewöhnlicher Sonntagsprediger vorgetragen hat, ff. 6. In : Trauer- und Lobreden auf dem am dreyssigsten des August monathes im Jahre 1761 erfolgten schmerzlichen Hintritt seiner Hochfürstli- chen Eminenz  … Joseph Dominicus aus dem gefürsteten Hause der Grafen von Lamberg, … Cardinals Priester, Bischof zu Passau, etc. Passau, im Verlage Friedrich Gabriel Mangolds, 1761, fol. Lit.: SBL (J. Glonar). – Bibliothèque de la Compagnie de Jésus. Première Partie – Bibliographie/par Augustin et Aloys de Backer, Nouv. éd. par Carlos Sommervogel. Bruxelles [u. a.] 1960, Tome IV, Haakman – Lo- rette, 505 und Tome IX, Supplément : Casalicchio - Zweisig ; Anonymes – Pseudonymes, 500. Bojan-Ilija Schnabl Humanismus, vgl. Sachlemmata : →  Adelsspra- che ; →  Bibelübersetzung ; →  Confessio Carinthiaca ; →  Dalmatinbibel ; →  Grammatik ; →  Protestantismus ; →  »Windische Ideologie« (Ideologie des »windischen« Herzogtums Kärnten/Koroška) ; Personenlemmata : →  Christalnik, Michael Gotthard ; →  Dalma- tin, Jurij ; →  Elze, Ludwig Theodor ; →  Faschang, Gregor ; →  Faschang, Johann ; →  Herberstein, Siegmund Freiherr von ; →  Lang, Andreas ; →  Le- ban, Johann ; →  Megiser, Hieronimus ; →  Perdon, Matthias ; →  Piccolomini, Aeneas Silvius ; →  Poh- lin, Anton ; →  Rauber, Christoph ; →  Rot, Johan- nes ; →  Sakrausky, Oskar ; →  Santonino, Paolo ; →  Sladkonja, Georg/Jurij ; →  Steiner, Bernhard ; →  Trubar, Primož ; →  Ungnad, Hans Freiherr von ; →  Unrest, Jakob. Hus, Jan (* um 1370 in Böhmen, † 6. Juli 1415 Kons- tanz am Bodensee), Theologe, Philosoph und Begrün- der der tschechischen Schriftsprache. H. studierte in →  Prag, wo er im Jahr 1400 zum Priester geweiht wurde. In seinen Predigten kritisierte er die zahlreichen Missstände in der römisch-katho- lischen Kirche, weswegen H. vom Pisaer Gegenpapst Alexander V. das Predigen verboten wurde. Da sich Hus nicht an das Predigtverbot hielt, belegte ihn Jo- hannes XXIII., der Nachfolger von Alexander V., 1411 mit dem Kirchenbann. Nachdem ihm vom Kaiser sicheres Geleit zugesagt worden war, reiste Hus 1414 zum Konzil nach Konstanz, um seine Lehre zu vertei- digen. Auf dem Konzil wurde H. gefangen genommen – man wollte ihn zwingen, seine Lehren zu widerrufen. Da Hus den Widerruf verweigerte, wurde er am 6. Juli 1415 am Scheiterhaufen verbrannt und seine Asche in den Rhein gestreut. In seinen reformatorischen Ansichten wurde H. vom englischen Theologen Wyclif beeinflusst. H. selbst wiederum übte Einfluss auf Luther aus, welcher sei- nerseits den slowenischen Reformator →  Trubar be- einflusste. Hus’ umfassende Bildung und Sprachkenntnisse (tschechische, lateinische, deutsche, kroatisch-altkir- chenslawische, hebräische) kamen ihm bei der Ver- schriftlichung der tschechischen Sprache zugute. Wie Trubar nach seiner Vertreibung aus →  Krain/Kran- jska war Hus nach dem Kirchenbann vor allem auf die schriftliche Kommunikation mit seinem Volk angewie- sen. So wurde Hus zum Schöpfer der tschechischen Schriftsprache, wie Trubar zum Schöpfer der slo- wenischen Schriftsprache wurde. In seinem später De orthographia Bohemica genannten Traktat forderte Hus anstelle der damals üblichen mehrdeutigen Schreibung der Zischlaute und palatalisierten Konsonanten (cz, ʃʃ, ʃz, rz, n, t, u. Ä.) ihre Verschriftlichung mit je einem einzigen Buchstaben (ċ, ṡ, ż, ṙ, ṅ, ṫ, usw.). Aus dem Punkt über den Konsonanten wurde bei Hus’ Nachfol-
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Untertitel
Von den Anfängen bis 1942
Band
1: A – I
Autoren
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Abmessungen
24.0 x 28.0 cm
Seiten
542
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Inhaltsverzeichnis

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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