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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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Seite - 517 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I

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517 Illyrismus Maßnahme betraf das Wehrpflichtgesetz ; waren davor der Adel, die Priester, die Beamten samt Familie, das Großbürgertum, die Großgrundbesitzer samt Familie und Minderjährige von der Wehrpflicht ausgenommen gewesen, änderten die Franzosen dies und führten eine generelle Wehrpflicht ein, mit Ausnahme für verheira- tete Personen oder Personen mit besonderen Bedürf- nissen. Im Bereich des Grundbesitzes wurden ebenfalls wesentliche Reformen durchgeführt. Während im ös- terreichischen Teil der Habsburgermonarchie bereits einige Reformen auf dem Gebiet durchgeführt worden waren, waren sie in Kroatien unter der Stephanskrone noch nicht umgesetzt worden. Somit war die Lage der Bauern in dieser Region sehr prekär. Die Franzosen führten deshalb eine umfassende Reform für die all- gemeinen Provinzen ein : »Die Franzosen entzogen – unabhängig von der Abschaffung der Rechtssprechung des Adels – im Allgemeinen allem Adel die Vormacht- stellung im öffentlichen Bereich. Dabei sind drei Re- formen wesentlich. Am 15. November 1810 wurde der Zehnt abgeschafft […]. Der Artikel 252 der Dekrete, die am 5. April 1811 erlassen wurden, präzisierte, dass die persönliche Leibeigenschaft ohne Entschädigung abgeschafft wird« (Zwitter, 30). Unter Leistungen der Leibeigenschaft fielen die Nutzung von Waisen als Hausarbeitskraft, verpflich- tende »Schenkungen«, Steuerzahlungen ohne Zu- sammenhang mit der Grund- und Bodensteuer, alle Dienstleistungen von Frondiensten durch Halbpäch- ter und bodenlose Bauern, oder im Falle eines diesen Pflichten Nicht-nachkommen-Könnens, der verpflich- tende Geldausgleich. Die Abschaffung der Leibeigenschaft war somit ein entscheidender Schritt in die Zukunft der politischen Emanzipation der südslawischen Bevölkerung. Im Rest der Habsburgermonarchie wurde die Leibeigenschaft erst 1848 als Reaktion auf die Märzrevolution abge- schafft, die ohne Frage ein politisches Aufbegehren der restlichen Bevölkerungsgruppen war und die einzelnen Nationalitäten des österreichischen Vielvölkerstaates gegen das Feudalsystem vereinte (→  Revolutionsjahr 1848, →  Oktroyierte Märzverfassung 1849). Auch wenn die napoleonische Herrschaft nur von kurzer Dauer gewesen ist, so hat sie doch zweifellos den revolutionären Geist der französischen Nation un- ter die Bevölkerung Österreichs gebracht. Mit den for- malen Umsetzungen von politisch-emanzipatorischen Maßnahmen in der Region der I.  P. steuerte sie aller- dings noch die nötigen ideellen und amtlichen Mittel bei, die der Idee der Emanzipation aus der längst über- holten Feudalherrschaft eine realistische Form gab und sie aus dem Reich des metaphysischen Wunschdenkens in handfeste politische Werkzeuge umwandelte, die in Hinkunft genutzt werden würden, um sich gegen die Obrigkeit zur Wehr zu setzen. »Die Schaffung der Illyrischen Provinzen stellte eine strategisch ambitionierte Herausforderung dar. Die ers- ten Prämissen dazu sind in den bekannten Memoiren von Talleyrand aus 1805 zu finden. Die Logik, der diese Ambition folgte, war, das slawische Volk, welches bis dahin zwischen mehreren Staaten aufgeteilt gewe- sen war, zusammenzuführen. Diese damals begonnene Integrationsbewegung findet ihren Zenit in der Ent- stehung Jugoslawiens hundert Jahre später« (Zwitter, 10). Nach der Wiedereingliederung der I.  P. in das Habs- burgerreich wurde in Anlehnung an diese die Länder- einheit des →  Königreichs Illyrien geschaffen. Lit.: ES (J. Šumrada : Ilirske province). – Les Relations entre la France et les pays yougoslaves du dix-huitième au vingtième siècle. Acte du Col- loque Franco-Yougoslave des historiens, qui s’est tenu à Ljubljana les 26 et 27 septembre 1985. Hg. Centre culturel »Charles Nodier». Ljubljana 1987 ; L’image de la France révolutionnaire dans les pays et les peuples de l’Europe Centrale et du Sud-Est, Colloques langues’o, col- loque international 13–15 octobre 1988. INALCO. Paris 1989 ; K. Sturm-Schnabl : Slovenski narodni preporod in njegovi neposredni od- nosi s francoskim razsvetljenstvom in janzenizmom. In : ZČ 43 (1989) 362 ; K. Sturm-Schnabl : Odmev Francoske revolucije na Slovenskem Koroškem. In : ZČ 45 (1991) 1, 47–53 ; J. Šumrada : Državnopravni status Ilirskih provinc s kratkim pregledom upravne ureditve. In : V. Rajšp, E. Bruckmüller (Hg.) : Vilfanov zbornik. Ljubljana 1999, 375–390 ; [Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord] : Mémoires du Prince de Talleyrand. Paris 2007 ; P. Gašperič : The 1812 Map of the Illyrian Pro- vinces by Gaetan Palma = O Zemljevidu Ilirskih provinc Gaetana Palme iz leta 1812. In : Acta geographica Slovenica 50–2 (2010) 277–294 (Di- gitalisat auf : www.dlib.si) ; F. Zwitter : Les Provinces Illyriennes. Pa- ris, Collection de l’Institut Napoleon, 2010 (Übersetzung der Zitate durch V.-P. Schnabl) ; V.-P. Schnabl : Die Verfassungsrevisionen Jugo- slawiens und deren ökonomische und gesellschaftspolitische Konsequenzen. (Mag.-Arb.) Wien 2012. Vesna-Patricia Schnabl Illyrisches Blatt, vgl.: →  Prešeren, France ; →  Rizzi, Vinzenz ; →  Zupan, Jakob. Illyrismus, Ideologie der Kroatischen Nationalen Wie- dergeburt, deren Höhepunkt die Illyrische Bewegung war (1835–1848). Die wichtigsten Ideologen des I. waren neben Ljudevit →  Gaj auch D. Rakovac und
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Untertitel
Von den Anfängen bis 1942
Band
1: A – I
Autoren
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Abmessungen
24.0 x 28.0 cm
Seiten
542
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Inhaltsverzeichnis

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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