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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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521 In pago Crouuati mit äußerstem Weitblick und einer Modernität des pädagogischen Denkens, dass zumindest die Religi- onslehrbücher einsprachig slowenisch sein sollten, was dem Konzept der funktionalen I. im Schulunterricht entspricht. Einen Missbrauch der pädagogischen Gesetzmäßig- keiten des Spracherwerbs erfährt die Methode der I. im Rahmen des utraquistischen →  Schulwesens (in diesem Kontext von Domej als Submersion bezeichnet). Dieses zielte darauf ab, die Muttersprache nur so lange in den untersten Volksgruppenklassen zu unterrichten, bis ein (Immersions-)Unterricht im Deutschen zum Zwecke der →  Germanisierung möglich war. Damit wurde der Unterricht zum gezielt eingesetzten strukturellen As- similationsinstrument. Ebenso stellte das Fehlen von entsprechenden slowenischen Unterrichtsbehelfen und Schulbüchern für den Slowenischunterricht eine pädagogische Untergrabung der verfassungsgesetzlich vorgesehen Unterrichtsziele, betreffend die slowenische Volksgruppe (→  »Minderheit«). Der zentrale und empirisch nachverfolgbare Nach- teil einer falsch verstandenen →  Zweisprachigkeit auf- grund von mangelndem Fachwissen bzw. mangelndem pädagogischem Hausverstand oder aufgrund von un- bewussten, durch kognitive Dissonanzen transportierte Methoden, bei der ein und dieselbe Sprachbezugsper- son/Lehrer ständig zwischen zwei Sprachen wechselt, ist, dass durch →  Relevanz und Redundanz von Sprache und Lerninhalten fast ausschließlich die gesellschaft- lich dominante, als »leichter« empfundene Sprache auf- genommen wird. Dabei können die Schüler die nicht dominante Sprache, das Slowenische, bis zum Schul- abschluss zum Gutteil »vermeiden« und beherrschen sie meist nicht dem formellen Lernziel entsprechend bzw. nur rudimentär, wenn überhaupt. (→  Assimilation, →  Assimilationszwang). Quellen/Web : Die Goldene Bulle – d. Reichsgesetz Kaiser Karls IV. vom Jahre 1356 / [Akad. d. Wiss. d. DDR, Zentralinst. für Ge- schichte]. Deutsche Übersetzung von W. D. Fritz. Geschichtl. Wür- digung von Eckhard Müller-Mertens. Weimar 1978, 35–38 (Berlin- Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, http://pom.bbaw. de/mgh/). Lit.: G. Fischer : Das Slowenische in Kärnten, Bedingungen der sprachli- chen Sozialisation, Eine Studie zur Sprachenpolitik. Wien, Sprache und Herrschaft, Zeitschrift für eine Sprachwissenschaft als Gesellschafts- wissenschaft, Reihe Monographien Nr. 1 /1980 ; Comité européen pour la défense des réfugiés et immigrés (CEDRI) (Hg.) : Gemeinsam oder getrennt ? Die Situation der slowenischen Minderheit in Kärnten am Beispiel der Schulfrage, Bericht einer internationalen Beobachterkom- mission 1985. Basel 1985 ; H. Burger : Sprachenrecht und Sprachgerech- tigkeit im österreichischen Unterrichtswesen 1867–1918. Wien 1995 ; E. Montarini : Wie Kinder mehrsprachig aufwachsen. Ein Ratgeber. Frank- furt/Main 2000 ; L. Ogorevc-Feinig (Hg.) : Korak za korakom … In zwei Sprachen leben. Fachinformation zur zwei- und mehrsprachigen Erziehung im Vorschulalter/Strokovna informacija o dvo- in večjezični vzgoji predšolskega otroka. Klagenfurt/Celovec, DS privatnih dvo- in večjezičnih vrtcev/AG privater zwei- und mehrsprachigen Kinder- gärten 2001 ; H. Lotherington : Bilingual Education : In : A. Davies, C. Elder (Hg.) : Handbook of Applied Linguistics. (Malden MA [e. a.] : Blackwell Publishing, 2005), 695–718 ; C. Laurén : Die Früherlernung mehrerer Sprachen, Theorie und Praxis. Bolzano/Bozen, Klagenfurt/Ce- lovec 2006 ; E. Montarini : Mit zwei Sprachen groß werden. Mehrspra- chige Erziehung in Familie, Kindergarten und Schule. München 2007 ; T. Feinig : Slovenščina v šoli, zgodovina pouka slovenščine na Koroškem – Slowenisch in der Schule. Die Geschichte des Slowenischunterrichts in Kärnten. Klagenfurt/Celovec 2008 ; P. Simoniti : Humanismus bei den Slowenen. Slowenische Humanisten bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Wien 2008, 186  f., 189 ; V. Wakounig : Der heimliche Lehrplan der Minderheitenbildung. Die zweisprachige Schule in Kärnten. Klagenfurt/ Celovec 2008 ; Š. Vavti : »Wir haben alles in uns  …« Identifikationen in der Sprachenvielfalt, Fallbeispiele aus Südkärnten (Österreich) und dem Kanaltal (Italien). Frankfurt/Main 2009 ; B.-I. Schnabl : Poučna koroška balada o veseli večjezičnosti. In : B.-I. Schnabl : Asimilacija in sindrom posttravmatskega stresa. In : Koroški koledar 2011. Celovec 2010, 127–130 ; M. Piko-Rustija [e. a.] : Dvo- in večjezičnost v družini : 12 spodbud za sožitje v družini/Zwei- und Mehrsprachigkeit in der Fa- milie : 12 Impulse für Sprachenvielfalt in der Familie. Celovec [e. a.] 2011 ; Š. Vavti : Včasih ti zmanjka besed ; Etnične identifikacije pri mladih Slovenkah in Slovencih na dvojezičnem avstrijskem Koroškem. Klagen- furt/Celovec 2012 ; W. Wadl : Die Grundherrschaft des Klosters Ossiach. In : W. Wadl : Ossiach, Natur – Geschichte – Kultur, Gemeindechro- nik. Klagenfurt am Wörther See 2012, 57–70, Zitat 66. Bojan-Ilija Schnabl In pago Crouuati, dt. »im Kroatengau«, wird 954 die Gegend zwischen Feldkirchen (Trg) und St.  Veit (Šentvid) bezeichnet. Die lateinische Bezeichnung pagus »Gau« ist in dieser Region ungewöhnlich. Wir kennen pagus-Namen nur an Flussläufen oder Seen im voralpinen Bayern, Salzburg und Oberösterreich (Chiemgau, Attergau, in pago Ivari/Pagivarii →  Bagoa- ria). Der Name Kroaten hat wegen der weiten Verbrei- tung vom südlichen Polen bis Griechenland zu vielen Deutungen geführt (→  Inkulturation). Kroaten-Namen kommen, von den im 16. Jh. angesiedelten Burgenland- Kroaten abgesehen, von Niederösterreich bis Kärnten/ Koroška mehrmals vor. In Kärnten/Koroška noch als Kraut (1065 in loco Chrouvat, 1290 Chraubat) in See- boden am Millstätter See (Milštatsko/Miljsko jezero), Krobathen/Hrovače bei Brückl/Mostič und Glanegg bei Feldkirchen (Trg). In der Steiermark/Štajerska gibt es fünf so benannte Orte, wie Kraubath (1050 Chro- wata) bei →  Seckau (Sekova). Und als →  Personen- name Crouat im Seckauer →  Verbrüderungsbuch.
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Untertitel
Von den Anfängen bis 1942
Band
1: A – I
Autoren
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Abmessungen
24.0 x 28.0 cm
Seiten
542
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Inhaltsverzeichnis

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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