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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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524 Inkulturation Wappensaal, Kärntner Landtag mit Wandfresko von Josef Ferdinand Fromiller Herzogseinsetzung (1740) und dem Fürstenstein/knežji kamen, Foto Gert Eggenber- ger, © Kärntner Landtag genschaften von Gottheiten in die neue Glaubensdokt- rin bzw., nach Katičić, auf die »christliche Reinterpre- tation slawischer heidnischer Kulte [wobei es im Falle von Kultstätten auf Berggipfeln] keinen Zweifel geben kann, dass der hl. Vitus, neben einigen anderen Heili- gen, dabei eine herausragende Rolle spielte« (S. 17). Die Übernahme der Haupteigenschaften des slawischen Gottes Svantovit durch den hl. Vitus/Sankt Veit, slow. sv. Vid oder Šentvid auf der Insel Rügen und bei den baltischen Slawen gilt nach Katičić als nachgewiesen. Für den dalmatinischen Raum nimmt Katičić – unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die ursprüngliche Legende des hl. Vitus davon getrennt zu sehen ist und trotz widersprechender Quellen – für Svantovid/sv. Vid eine »interpretatio christiana« an, wenn auch als Er- satz für einen Kult des slawischen Donnergottes Perun, wobei nach Katičić »trotz etymologischer Unsicher- heiten […] Sventovit [sic !] von seiner Bedeutung her als Epiklese [Anrufung] von Perun verstanden werden [kann]«. Eine Svantovit-Kultstätte begründet auch die Erklärung für die Herkunft des →  Ortsnamens Ober St.  Veit in Hietzing in →  Wien, wie dies im lokalen Bezirksmuseum dargestellt ist (Katičić geht aller- dings nicht auf die Kärntner St.  Veit-Orte ein). Iro-schottische Mission. Inkulturationsprozesse sind im Rahmen der →  Iro-schottischen Mission bei den Karantanern (→  Carantani) relevant, im Rahmen derer es zur Herausbildung der →  Liturgiesprache kam, wie sie in den →  Freisinger Denkmälern ver- wendet wurde (→  Abraham, Bischof von Freising) ; ebenso bei der christlichen →  Terminologie selbst, die la- dinischen Ursprungs ist (→  Altladinisch) und die 100 Jahre später im Rahmen der kyrillo-methodianischen Bibelübersetzung im →  Altkirchenslawischen weiter- verwendet wurde (→  Bibel, →  Methodvita ; zur Rolle des karantanischen Adels bei der Christianisierung vgl. auch →  St.  Peter am Bichl/Šentpeter na Gori). Dreikopfstein/Triglav. Auf eine frühe Form der I. weist der Dreikopfstein von der kulturgeschichtlich bedeutenden Gipfelkirche zur hl Magdalena am zent- ralkärntner Magdalensberg/Štalenska gora hin. Dieser diente über Jahrhunderte als Weihwasserbehälter vor der Wallfahrtskirche, bevor er laut Überlieferung durch den ansässigen slowenischen Pfarrer und Ethnologen, Monsignore Pavle →  Zablatnik, ins Innere der Kir- che transferiert wurde (wahrscheinlich im Zuge der Restaurierungsarbeiten 1970). Die Gipfelkirche selbst steht an der Stelle eines keltisch-römischen Heiligtums (am höchsten Punkt der keltischen und kurze Zeit römischen Hauptstadt des Norikum). Die Kirche wurde urkundlich erstmals 1262 erwähnt. Der Ort ist weiters deshalb relevant, weil er der Ausgangsort des sog. Vierbergelaufs ist. →  Šašel und nach ihm Zablatnik sehen in diesem einen Wallfahrtsbrauch, der zumindest in Aspekten heidnisch-keltischen Ursprungs ist, was insgesamt auf eine kulturelle und kultische →  Kontinuität an diesem zentralen Ort hindeutet. Im Gipfelbereich dieser einst slowenischen bzw. nach der →  ›Pfarrkarte der Diözese Gurk/Krška škofija 1924‹ zweisprachigen Kirchenge- meinde wurden auch slawische Ausgrabungsfunde si- chergestellt und in einer Vitrine ausgestellt. Der Dreikopfstein ist eine altertümliche zylindrische, ausgehöhlte Steinplastik (Basalt) und weist drei im Hochrelief herausgearbeitete Gesichter auf drei Seiten auf. Nach Dehio ist der Dreikopfstein vorrömisch – und somit heidnisch bereits zur Zeit des im Land exis- tierenden römischen antiken Christentums. Niederle erkennt hingegen gerade in der Polycephalie eine Cha- rakteristik der slawischen Gottheiten (auch wenn er
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Untertitel
Von den Anfängen bis 1942
Band
1: A – I
Autoren
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Abmessungen
24.0 x 28.0 cm
Seiten
542
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Inhaltsverzeichnis

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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