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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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529 Inschrift, slowenische Inschrift, KS 25. 8. 1926 toren dieses Programms zählte Andrej →  Einspieler, zu dessen Gegnern sein Kärntner Landsmann und Freund Matija →  Majar – Ziljski. Lit.: ES (V. Rajšp : Notranjeavstrijske dežele). – V. Melik : Slovenska politika v drugi polovici sedemdesetih let 19. stoletja. In : ZČ 1974, 269–277 ; K. Spreitzhofer : Die innerösterreichischen Zentralbehörden und die Verwaltung der innerösterreichischen Länder bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. In : J. Žontar (Hg.) : Handbücher und Karten zur Verwaltungsstruktur in den Ländern Kärnten, Krain, Küstenland und Steiermark bis zum Jahre 1918. Ein historisch-bibliographischer Führer […]. Graz [e. a.] 1988, 18  f.; E. Zöllner : Geschichte Österreichs. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien 1990 ; F. Gestrin : Slovenske dežele in zgodnji kapitalizem. Ljubljana 1991 ; V. Simoniti : Vojaška or- ganizacija na Slovenskem v 16. stoletju. Ljubljana 1991. Stane Granda, Bojan-Ilija Schnabl ; Üb.: Bojan-Ilija Schnabl Innichen, it. San Candido. Die Gründung erfolgte 769 durch den Baiernherzog Tassilo III., der das – im Bistum Säben gelegene – Gebiet (locus) von India bzw., wie es im volkssprachlich-romanischen Idiom (→  Altladinisch/Ladinisch) hieß, Campo Gelau (To- blacher Feld) an Abt Atto von Scharnitz-Schlehdorf zur Errichtung eines Klosters übertrug. Vom Namen des Kirchenpatrons Candidus – der in I. mindestens seit dem frühen 9. Jh. verehrt wurde – ist der italieni- sche Ortsname San Candido abgeleitet ; zweiter Kir- chenpatron wurde Corbinian, der Schutzheilige →  Freisings. Aus der in Bozen ausgestellten »Grün- dungsurkunde« von 769 geht – anders als im Falle von →  Kremsmünster 777 – die Aufgabe der Slawenbekeh- rung hervor (propter incredulam generationem Sclauano- rum ad tramitem veritatis deducendam), das heißt die Missionierung im östlich benachbarten →  Karanta- nien. Als »Slawengrenze« (termini Sclauorum) wird ad rivolum montis Anarasi – gemeint ist wohl der heutige Kristeinbach – angegeben (→  Slavia submersa). In- folge Attos Erhebung zum Bischof (783/84–810/11) fiel I. an das Bistum Freising, von dem es – abgesehen von kurzfristiger Zugehörigkeit zu →  Salzburg (811 ? bis 816) – bis zur Säkularisation 1803 abhängig blieb. Königliche bzw. kaiserliche Immunitätsverleihungen und weitere Schenkungen ermöglichten eine rege Ko- lonisationstätigkeit in den angrenzenden Hochtälern und erweiterten den grundherrschaftlichen Besitz des Klosters. Beachtung verdient auch eine Urkunde aus dem Jahre 822, betreffend Besitz in Karantanien zwi- schen Trixen/Trušnje und Griffen/Grebinj. Die Um- wandlung des freisingischen Benediktinerklosters I. in ein selbstständiges Kollegiatstift (Kanoniker) wird traditionell Bischof Otto von Freising zugeschrieben und um 1140 datiert ; neuerdings setzt W. Landi den Übergang zur vita canonica bereits vor 972 an. Seit dem 12. Jh. wird Kaiser Otto I. als Gründer (fundator) von I. kommemoriert. Das Hochstift Freising behielt den Großteil der klösterlichen Besitzungen als »Hofmark« unter direkter Verwaltung, bis dann mithilfe der Vog- tei weltliche Instanzen, nach 1271 vor allem die Grafen von Görz-Tirol, die Rechte Freisings auf die niedere Gerichtsbarkeit beschränkten. Die in der Grundstruk- tur romanische Stiftskirche (mit Krypta) fungiert seit 1814 als Pfarrkirche. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und in den 1960er-Jahren restauriert. Lit.: E. Kühebacher : Innichen. In : Germania Benedictina III/2 (2001) 64–83 (mit Quellen- und Literaturangaben 79–83 ; zur Bibliotheks- geschichte 75–76) ; Tiroler Urkundenbuch II/1 (Innsbruck 2009), be- arbeitet von M. Bitschnau und H. Obermaier. Innsbruck 2009, zum Archiv XXVI  ff.; W. Landi : Otto Rubens fundador. Insbruck 2015. Harald Krahwinkler Inschrift, slowenische in Kärnten/Koroška. Als his- torisches Zeugnis der Schriftkultur im öffentlichen Raum bezeugen slowenische Inschriften die soziolin- guistische Stellung und Bedeutung des Slowenischen zur jeweiligen Entstehungszeit. Bisweilen sind sie Zeugnisse einer historischen Epoche und nunmehr kul- turgeschichtliche Denkmäler einer →  Kulturlandschaft (→  Kulturgeschichte). Inschriften weisen auf ein brei- tes soziolinguistisches Spektrum der gelebten Sprache und auf eine intakte ganzheitliche soziale Struktur der slowenischen Gemeinschaft hin. Sie sind trotz →  Ger- manisierung und →  Assimilation keine Zufallser- scheinungen (→  Geschichtsschreibung und kognitive Dissonanz). Als Kulturdenkmäler sind sie besonders schützenswert, weil sie Zeugnisse einer (historischen) sprachlichen und territorialen →  Identität sind. Viel- fach wurden slowenische Inschriften und Aufschriften übermalt oder mutwillig zerstört, um damit die slowe- nische Identität eines Ortes oder einer Institution aus dem öffentlichen, kollektiven Bewusstsein zu löschen (→  Name und Identität ; Jacobo →  Brollo). Inschriften finden sich als historische amtliche Auf- schriften auf k. u. k. Bahnhöfen oder als Hinweisschilder zur Verwaltungsgliederung einzelner Orte, an Ortsein- gängen und auf Ortstafeln. Sie können auch Zeugnisse der materiellen →  Volkskunst sein, so auf →  Bildstö- cken und Wegkreuzen. Als →  Grabinschriften, die im slowenischsprachigen Bereich als eigene literarische
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Untertitel
Von den Anfängen bis 1942
Band
1: A – I
Autoren
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Abmessungen
24.0 x 28.0 cm
Seiten
542
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Inhaltsverzeichnis

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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