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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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535 Inzko, Marija (geborene Ziherl) am Zeiselberg/Šenttomaž pri Celovcu. Zusammen mit Andrej Sturm brachte sie mit einem Pferdefuhrwerk die Druckmaschine der →  Mohorjeva über die Demar- kationslinie bzw. über den Fluss Gurk/Krka beim An- wesen Toman (Tomanhof) und weiter zur Eisenbahn- haltestelle in Kühnsdorf/Sinča vas, von wo diese nach Prevalje und dann nach →  Celje gebracht wurde und wo sie bis heute steht. Unmittelbar nach der →  Volksabstimmung verlor Marija Inzko, geborene Einspieler, ihre Anstel- lung, weil sie für Jugoslawien gestimmt hatte. Am 22. November 1920 heiratete sie Valentin →  Inzko sen., vlg. Kovač, der deshalb seine Stelle als Gendarm verlor. Die Zeiten nach der Volksabstimmung waren für Ma- rija Inzko, geborene Einspieler, besonders schwie- rig, weil sie und ihr Mann keine Anstellung und keine Pension erhielten und von der kärglichen bäuerlichen Wirtschaft leben mussten. Trotzdem schickte sie ihre drei Söhne und ihre Tochter zur Schule. Die Söhne absolvierten alle ein Universitätsstudium. Oto Inzko schloss das Medizinstudium ab und wurde Militärarzt, Valentin →  Inzko sen. und sein Bruder Franz absol- vierten das Lehramtsstudium, die Tochter Marija In- zko wurde Handarbeitslehrerin. Auch nach dem Zusammenbruch des Nationalsozi- alismus erhielt Marija Inzko, geborene Einspieler, keine Anstellung, weil sie für Jugoslawien gestimmt hatte. Erst nach Jahren erhielt sie auf Interventionen von Valentin →  Podgorc hin eine kleine Gnadenpension. Marija Inzko, geborene Einspieler, war Korre- spondentin der Zeitschriften →  Mir, danach schrieb sie für den →  Slovenec, den →  Koroški Slovenec sowie für die Kirchenzeitung →  Nedelja. Marija Inzko, ge- borene Einspieler, war trotz der zahlreichen Dis- kriminierungen stets um die slowenische Sprache und →  Identität in Kärnten/Koroška bemüht. Sie sammelte Redensarten, Zeugnisse der Volkskultur und war aktiv am örtlichen Pfarrleben beteiligt. Lit : Marija Inzko-Einspieler. In. KMD 1971, 150f.; K. Sturm- Schnabl : Kulturno življenje v fari Št. Tomaž od začetka 20. stoletja do nemške okupacije. In : KK 2009, 139–156. Marija Inzko (geb. Ziherl) ; Üb.: Bojan-Ilija Schnabl Inzko, Marija (geborene Ziherl) (* 10. Februar 1924 Vodice [Gorenjska]), Lehrerin, Kulturarbeiterin, Pub- lizistin. I. wurde in Vodice bei Ljubljana als Tochter einer in der Monarchie ausgebildeten slowenischen Postmeis- terin und eines in →  Trieste/Trst/Triest geschulten slowenischen k. u. k. Gendarmen im damaligen König- reich →  Jugoslawien als Marija Ziherl geboren. Im Hause, das auch als Postamt diente, gab es noch sechs Geschwister. I. besuchte vier Jahre die Volksschule, da- nach fünf Jahre das Gymnasium in Ljubljana, wechselte aber in der Folge auf die Lehrerbildungsanstalt, die sie 1944 als Volksschullehrerin beendete. Die letzten Jahre des Studiums fielen in die Zeit des Krieges und waren mit einigen Schwierigkeiten verbunden, da die Trennli- nie zwischen der italienischen und der deutschen Zone mitten durch das heutige Slowenien verlief, weshalb sie innerhalb des Landes erstmals flüchten musste, von der deutschen in die italienische Zone. Ein zweites Mal flüchtete sie wegen ihrer überzeugten katholischen Gesinnung im Mai 1945 vor dem Kommunismus nach Kärnten/Koroška. Sie verbrachte zwei Jahre in Flücht- lingslagern in Lienz und Spittal in Kärnten/Koroška, wo sie auch unterrichtete. 1947 übersiedelte sie nach →  Südkärnten/Južna Koroška, wo sie im März 1948 Dr. Valentin →  Inzko sen. heiratete. I. wurde Mutter von vier Kindern : Valentin, Maria, Rosalia/Zala und Mag- dalena/Alenka. Seit ihrer Übersiedlung nach Südkärnten/Južna Koroška unterrichtete sie an der Hauswirtschafts- schule der Schulschwestern in St.  Jakob im Rosental/ Šentjakob v Rožu, gleichzeitig aber unternahm sie zahlreiche Aktivitäten im Kulturbereich der Volks- gruppe. So organisierte sie Theaterveranstaltungen mit Jugendlichen. Auch war sie eine der ersten freiberufli- chen Mitarbeiterinnen der slowenischen Abteilung des ORF in Kärnten/Koroška, wo sie über 30 Jahre tätig war. Ihre Stärke war aber das geschriebene Wort, und so findet man ihre Unterschrift als Autorin in über Tausend Texten in solchen Periodika wie Naš tednik, Nedelja, Vera in Dom und anderen Publikationen. I. ist auch Autorin von zwei Romanen : Dom ob Dravi [Heim an der Drau], eine Familiensaga aus dem →  Rosental/ Rož sowie Zvesta srca [Treue Herzen]. Auf ihre Initiative geht auch die Ansiedlung des slowenischen Bildhauers Franc Gorše, des letzten Mestrović-Schülers, in Suetschach/Sveče in Kärnten/ Koroška zurück (vgl. Peter →  Markovič). Nach sei- nem Tod hinterließ er eine Galerie, durch die sie häu- fig Studierende und andere fachlich Interessierte führt. 2011 nahm sie auch aktiv am Symposium zu Franc Gorše anlässlich seines 25-jährigen Ablebens teil. I. blickt auf eine ausgedehnte pädagogische Tätigkeit zurück, da sie in zahlreichen Schulen, insbesondere an
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Untertitel
Von den Anfängen bis 1942
Band
1: A – I
Autoren
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Abmessungen
24.0 x 28.0 cm
Seiten
542
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Inhaltsverzeichnis

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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