Josef Krainer senior

Josef Krainer sen. Denkmal in St. Lorenzen.

Josef Krainer senior (* 16. Februar 1903 in Sankt Lorenzen bei Scheifling; † 28. November 1971 in Allerheiligen bei Wildon) war ein österreichischer Politiker (ÖVP) und langjähriger Landeshauptmann der Steiermark. Er ist der Vater von Josef Krainer junior, der ebenfalls Landeshauptmann war.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Josef Krainer stammte aus einer steirischen Bauernfamilie und war selbst Landwirt. Zwischen 1927 und 1936 war er Obmann der Angestellten- und Arbeiter-Organisation in der Land- und Forstwirtschaft in der Steiermark und wurde 1934 zum Abgeordneten des ständischen Landtag ernannt. Nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich wurde er verhaftet.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges saß er in der steirischen Landesregierung. Zwischen 1965 und 1968 war Krainer Mitglied des Bundesrats, dessen Vorsitz er auch kurzzeitig übernahm.

1948 löste Josef Krainer Anton Pirchegger als Landeshauptmann ab. 1971 folgte ihm sein Parteikollege Friedrich Niederl nach. Krainer war somit einer der längstdienenden Landeshauptleute Österreichs.

Krainer, der wegen seiner Volksverbundenheit sehr geschätzt wurde, war nicht nur landespolititisch von großem Einfluss, sondern hatte auch auf Bundesebene eine starke Stellung innerhalb der ÖVP. Er galt als vehementer Verfechter des Föderalismus und als innerparteilicher Reformer, der die Politik der Bundespartei unter Julius Raab und Alfons Gorbach kritisch begleitete. Seine landespolitische Strategie war vor allem auf seiner persönlichen Popularität aufgebaut; Krainer förderte zudem die Einbindung ehemaliger Nationalsozialisten und Deutschnationaler in die Steirische Volkspartei, wofür er auch Kritik erntete.[1]

Krainer war Komtur mit Stern des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.[2] Josef Krainer war Ehrenmitglied der K.Ö.St.V. Babenberg Graz im ÖCV. 1969 kam er mit dem SC zu Graz zum Kongress der Kösener Corps in Würzburg.

Er starb bei der Fasanjagd.

Einzelnachweise

  1. Josef Krainer sen.: Lärchener Stipfl in grüner Mark Die Presse, 17. August 2007.
  2. „Die Geschichte der österreichischen Statthalterei“, Seite 33, abgerufen am 17. März 2012

Literatur

  • Hans Werner Scheidl: Die Monarchen der Zweiten Republik. Landeshauptleute im Porträt. Ueberreuter Verlag, Wien, 2002 ISBN 3-8000-3847-1
  • Ferdinand Fauland: Der lärchene Stipfl. Anekdoten um Josef Krainer. Verlag Styria, Graz-Wien-Köln 1972 ISBN 3-222-10739-4

Weblinks