Kobernaußer Straße

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Landesstraße L508
Kobernaußer Straße
Basisdaten
Straßenbeginn: Friedburg
(48° 1′ N, 13° 15′ O48.0181813.249211)
Straßenende: Gobrechtsham
(48° 11′ N, 13° 27′ O48.1878713.452199)
Gesamtlänge: 30,1 km

Bundesland:

Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Die Kobernaußer Straße (L 508) ist eine Landesstraße in Oberösterreich. Sie verbindet Straßwalchen (Wiener Straße B 1) über den Kobernaußerwald und die Orte Friedburg und Lohnsburg mit dem 34 km entfernten Ried im Innkreis (Anschlussstelle Innkreis Autobahn A 8, Rieder Straße B 141 nach Osten und Westen).

Die Straße ist damit die Hauptverkehrsroute in Nordost–Südwest-Verlauf vom zentralen Innviertel zur Stadt Salzburg, dem Salzburger Seengebiet und dem Salzkammergut (Mondseeland, über Mondsee Straße B 154), und ist mit der Frankenburger Straße (L 509) Ried–Vöcklamarkt und der Hausruck Straße (B 143) Ried–Vöcklabruck und deren Abzweiger, der Tanzbodenstraße (L 1071) nach Schwanenstadt, eine der wenigen ausgebauten Hausruck- und Kobernaußerwaldübergänge.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf und Ausbau

Die Straße beginnt in Friedburg wenige Kilometer nördlich von Straßwalchen an der Braunauer Straße (B 147), führt durch das obere Weißenbachtal über Schneegattern, und ist ab Höcken (Gemeinde Lengau)/Hocheck (Gemeinde Pöndorf) (km 5,8, Anschluss der L 1282 Pöndorfer Straße) bis auf die Kobernaußerwaldhöhe sehr gut ausgebaut. Passhöhe liegt am Steiglberg bei der Kobernaußerwaldwarte (Ortschaft Stelzen) auf 767 m ü. A. (km 12,5 !548.1005055513.358904548.10050513.358904767). Nordwärts über Kobernaußen und Lohnsburg, wo sie das Tal der Waldzeller Ache quert, ist sie kurvenreich, mit einigen Steilstücken, aber sonst zügig befahrbar. Bei Gobrechtsham (Gemeinde Neuhofen im Innkreis), etwas außerhalb von Ried, mündet sie nach 30,1 km in die Oberinnviertler Straße (L 503).

Fast ein Drittel der Strecke ist mit Geschwindigkeitsbeschränkungen belegt, ein Fünftel Ortsgebiet (5,5 km, insgesamt 8).[2] Obwohl die Kobernaußer Straße nie den Rang einer Bundesstraße hatte, gehört sie zu den wichtigen Straßen, die das Verkehrshindernis Hausruck/Kobernaußerwald überwindet. Dabei konkurriert sie mit Route der B 141/E 552 über Altheim – B 148 über Braunau – B 156 über Oberndorf nach Salzburg, die zwar besser ausgebaut und passfrei, aber deutlich länger ist – auch durch den zunehmenden Ausbau der B 1 (A 1-Anbindung Eugendorf, Umfahrungen Henndorf 2009, Neumarkt 1989, Straßwalchen Baubeginn 2010). Damit wird sowohl das Nadelöhr zwischen Höcken und Friedburg, wie auch der Innviertler Abschnitt, der als besonders unfallträchtig gilt, zunehmend zum Problem.[2] Sie wurde 2009 als „das dritte Haupt-Sorgenkind bei der Verkehrsinfrastruktur im Innviertel“[3] bezeichnet (neben der B 147 in zwei Abschnitten). Für die Weiterführungen des Südausbaus nach Straßwalchen, 2004 als eines der „prioritären Anliegen der Region InnviertelHausruck im Bereich Straßenverkehr“ analysiert,[4] wurden über die Jahrzehnte mehrere Varianten diskutiert, Korridoruntersuchung sind 2010 in Gang.[5] Im Norden scheint im Besonderen eine Umfahrung von Lohnsburg vorrangig. Auch eine Verlängerung der Rieder Nordspange (B 141) südostwärts fast direkt zum Endpunkt der L 508 wird seit vielen Jahren diskutiert.

Geschichte

Das Innviertel in dem Erzherzogthum Oesterreich ob der Enns. 1779
mitte unten der Zug Straſzwalchen – Friburg – Weiʃenbach – Hōhnhart Wald – Kobernauʃen – Lohnspurg – Ried

Die Route von Straßwalchen, einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt zwischen salzburgisch/oberösterreichischem Alpenraum und Alpenvorland, nach Ried[6] war schon um 200 n. Chr. eine Römerstraße, Reste wurden unter der – alten – Straße auf der Wienerhöhe gefunden.[7]

Um 1476 ist die Rieder Strassen als Sämerstraße erwähnt (Hutleute des baierischen Forstmeisteramts Hochkuchl in Stelzen und Kobernaußen, und des Forstmeisteramts gegen dem Mättigtal in Erb),[8] entlang der Grenze zum „königlich“-österreichischen Südostteil des Kobernaußerwald.[9] Das Mauthaus Straßwalchen (heute Gemeindeamt) war das Dreiländereck des Fürsterzbistums Salzburg zu Österreich und Baiern.

Zur Zeit der Besetzung während der Napoleonischen Kriege (1809–1815) – der Innkreis gehörte seit 1779 zu Österreich ob der Enns (eigenes Kronland 1783/84) – war die Post- und Vicinalstraße Ried – Salzburg (L 508 – B 1) so viel genutzt wie die Route Braunau – Friedburg – Pöndorf – Vöcklabruck (B 147 – L 508 – L 1282 – B 1).[10] 1822 wurde der Straßenzug als bedeutsame Militär-Marsch-Route angegeben, als Teil der Routen von Altaussee/Ischl (Salzkammergut) nach Passau, über St. Gilgen, Mondsee, Zell am Moos, dann von Ried über Schärding (Nr. 339) oder Riedau/Zell a.d.P, Münzkirchen (Nr. 345), sowie zwischen den Kreisstädten Salzburg und Ried (Nr. 296) – das Bundesland Salzburg gehörte seinerzeit seit 1816 als Salzburgkreis ebenfalls zu Österreich ob der Enns. Ihre Länge ab Straßwalchen bis Kobernaußen wurde mit 3¼, bis Lohnsburg 3¾, bis Ried 5¼ Meilen angegeben (österr. Postmeilen zu 7,59 km), ihr Ausbau als Chaussee und Landstraße.[11]

1867–1926 führte die Landesverwaltung die Straße als Kobernaus(s)er Bezirksstraße.[12]

In den 1980ern wurde der südseitige Straßenabschnitt zwischen Schneegattern und Steiglberg, der von der Glashütte Schneegattern (Stilllegung 1924) über den Wienerhöhe auf 751 m geführt hatte, aufgelassen (heute nurmehr Forst- und Wanderweg), und von Höcken/Hocheck im Weißenbachtal und den Schwarzmoosbach entlang eine großzügige Ausbaustrecke mit Anbindung der Frauschereckstraße (L 1061) errichtet. Zu einer Weiterführung kam es aber seinerzeit nicht, man konnte sich nicht entscheiden, ob die Strecke über Pöndorf, über die alte Trasse der Nebenstrecke Steindorf–Schneegattern der Mattigtalbahn (Waldbahn 1887–1954, Schneegattern †1961) nach Friedburg, oder gar direkt durch den Krenwald nach Straßwalchen geführt werden solle, sodass die Strecke heute – vom Steiglberg abwärts kommend – unvermittelt endet, und nach links oder rechts auf kleiner Freilandstraße weiterführt. Durch den Neubau der Umfahrung Straßwalchen sind diese Pläne wieder aktuell geworden,[5] innerhalb der Inn-Salzach-Euregio (gegr. 1994)[13] lassen sich länderübergreifenen Verkehrsprojekte auch anders umsetzten als noch in den 1980ern.[4]

Literatur

  •  Wirtschaftskammer Österreich, Referat Verkehrspolitik (Hrsg.): Straßendokumentation Innviertel L 508 Kobernaußer Straße. (Stand: 12.05.2005). o.O. 2005 (pdf, wko.at).

Weblinks

  • Das Landesstraßennetz, Amt der Oö. Landesregierung – Direktion Straßenbau und Verkehr – Abteilung Straßenerhaltung und -betrieb, land-oberoesterreich.gv.at > Themen > Verkehr > Straßennetz

Einzelnachweise

  1. Straße verläuft 1,2 km auf der Bezirksgrenze
  2. a b  Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKO) (Hrsg.): Innviertler Wirtschaft fordert Straßenausbau und startet „Infrastrukturinitiative Innviertel“. Presseaussendung. Linz 11. Juli 2005, Innviertel braucht sicherere Straßen, Lokalaugenschein auf den Innviertler Straßen und Die wichtigsten Ausbauforderungen im Detail L 508, S. 6, 10, 11 (Verkehrsinfrastrukturinitiative Innviertel. WKO Schärding, abgerufen am 11. Oktober 2010., pdf, portal.wko.at).
  3. Hermann Haslauer. Zitiert in:  Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Information zur Pressekonferenz mit Landeshauptmann-Stellvertrteter Franz Hiesl und KR Ing. Hermann Haslauer, Vizepräsident der Wirtschaftskammer OÖ am 25. Mai 2009 zum Thema "Straßen-Infrastrukturausbau wird im Innviertel zügig ausgebaut". Presseaussendung. In: Landeskorrespondenz Medieninfo. Linz 2009, S. 4 (pdf, ooe.gv.at).
  4. a b  CIMA Österreich, SIR – Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen, Regionalmanagement (Hrsg.): Regionalwirtschaftliches Entwicklungskonzept Innviertel Hausruck. Im Auftrag Inn-Salzach-Euregio/Regionalmanagement Innviertel-Hausruck. Braunau April 2009, S. 15 (pdf, salzburg.gv.at).
  5. a b M. Krenn-Aichinger: Wir müssen bei der Infrastruktur im Bezirk endlich vorankommen. In: Rieder Volkszeitung. OÖ Nachrichten, 28. Januar 2010, abgerufen am 12. Oktober 2010 (zit. Günther Knötig, Abteilung Raumordnung, Projektleiter der Korridoruntersuchung).
  6.  Kurt Kriso: Der Kobernaußerwald unter dem Einfluß des Menschen. Eine waldgeschichtliche Studie. In: Oberösterreichischer Musealverein (Hrsg.): Jahrbuch d. oberösterr. Musealver. 106, 1961, S. 269–338 (und V. Chronologische Übersicht zur Geschichte des Kobernaußerwaldes und seines Vorlandes. Zeittafel, S. 333 ff., pdf, biologiezentrum.at).
  7.  Kriso: 1961, S. 274, 333.
  8. Forstordnung Ludwigs des Reichen 1468, Abschrift 1709/10, Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, Bavarica Fasc. 46 b. Zit. in  Kriso: 1961, S. 281f, 286f.
  9. Der Grenzverlauf zwischen der königlichen (Erzherzogtum Österreich, gemeint die Habsburger als jüngst Ungarische Könige) und bayerischen Grenze wird 1557 als nicht vermarkt und kurz später als „ für etwa 30 Tagwerk strittig“ erwähnt. Später kommt das Weißenbachtal um Hocheck an Österreich (Habsburgischer Privatwald), und die „Wienerhöhe“ wird Grenzberg – dieses Areal gehört noch heute zum Vöcklabruckerischen Pöndorf, nicht zum Bezirk Braunau oder Ried. Quellen: Bericht des Wildmeisters Ulrich Kitz vom 27. September 1557 Pkt. 20; Antwort des Melchior Schweckersreiter, Wildmeister auf der Lach und Forstmeister an der Hochkuchl auf ein Fragstuckh des Forstamts Hochkuchl, Pkt. 7 (undatiert, wohl 1579); beide nach:  Max Schlickinger: Die Geschichte des Kobernausserforstes. Mattighofen 1908 (255 Bl. maschinschr. vervielf., Exemplar im OÖ. Landesarchiv). Zit. in  Kriso: 1961, S. 285 resp. 291.
  10. „Die von Braunau über Mattighofen und Friedburg nach Frankenmarkt und Vöcklabruck führende Post- und Vicinalstraße geht oft dicht an dem Gobernauserwalde vorbei, die aber, welche von Ried nach Salzburg und von Ried nach Burghausen [L 503, Anm.] geht, durchschneidet denselben. Die beiden ersteren sind die frequentesten.“  Kurze Beschreibung des kön.-baier. Gobernauserwaldes. v. J. 1814. In: Zeitschrift für das Forst- und Jagdwesen in Bayern. München 1814. Zitiert in:  Kriso: 1961, S. 298.
  11.  Perpetuirliche Militär-Routen in Oesterreich ob und unter der Ens. Hofkanzley-Decret vom 17. Junius 1822, Zahl 16,633; Regierungs-Verordnung vom 25. Junius 1822, Zahl 30,505. An die Kreisämter./An sämmtliche Landerstellen, mit Ausnahme von Galizien, Jllyrien und Küstenland. In: Sammlung der Gesetze für das Erzherzogthum Oesterreich unter der Ens. Band 4, 1826, Zwischen-Verbindungen, S. 636, 625 (Die Anlage enthält die, einverständlich mit dem k. k. Hofkriegsrathe rectificirte perpetuirliche MilitärMarsch-Route für Oesterreich ob und unter der Ens, zum nöthigen Amtsgebrauche der Landesstelle und der Kreisämter. Gesamte Vorschrift S. 566–639, Google eBook). Auch publiziert in:  Joseph Kropatachek, W. G. Goutts, Franz Xaver Pichl: Sammlung der Gesetze. Band 46, G.E. Ritter v. Mösle, 1825, S. 707–789, Fundstelle S. 786, 775 resp. (Google eBook).
  12. Beide Schreibweisen, vergl.  Oberösterreichisches Landesarchiv (Hrsg.): Archivalien des Landesausschuss. Linz 1965, 1090/G XVII 9 74 (1867–1868), 1106/G XVII 11 7 1–5 (1869–1872), 1197/G XVII 13 7 9–43 (1878–1926) (OÖLA > Bestände > Selbstverwaltung > Landesausschuss).
  13. Inn-Salzach-Euregio/Regionalmanagement Innviertel-Hausruck