Plabutsch

Plabutsch
Plabutsch vom Grazer Schloßberg aus gesehen

Plabutsch vom Grazer Schloßberg aus gesehen

Höhe 754 m ü. A.
Lage Steiermark, Österreich
Gebirge Lavanttaler Alpen
Geographische Lage 47° 5′ 22″ N, 15° 23′ 7″ O47.08944444444415.385277777778754Koordinaten: 47° 5′ 22″ N, 15° 23′ 7″ O
Plabutsch (Steiermark)
Plabutsch
Gestein Kalkstein, Dolomit
Alter des Gesteins 400-350 Millionen Jahre
Besonderheiten Hausberg von Graz, Plabutschtunnel (A 9)

Der Plabutsch ist ein bis zu 754 m ü. A. hoher Höhenzug in der Steiermark. Er erstreckt sich über knapp 10 km von Nord nach Süd und begrenzt die Landeshauptstadt Graz im Westen. Anteilhabende Stadtbezirke sind (von Nord nach Süd) Gösting, Eggenberg, Wetzelsdorf und Straßgang. Unter dem Plabutsch befindet sich der Plabutschtunnel, der zweitlängste Autobahntunnel Österreichs, der als Teil der Pyhrnautobahn (A 9) eine wichtige Umfahrung des Grazer Stadtgebiets bildet. Seit 1956 steht der Höhenzug, dessen markanteste Punkte, der Plabutsch und der Buchkogel bilden, unter Landschaftsschutz.[1] Begrenzt wird der Höhenzug im Norden durch den Thaler Bach, im Osten durch die Stadt Graz, im Süden durch das Ortsgebiet von Seiersberg und im Westen durch die Ausläufer des weststeirischen Hügellandes. Die Bezeichnung Plabutsch leitet sich wahrscheinlich vom slawischen Personennamen „Blagota“ ab.[2]

Inhaltsverzeichnis

Landschaft und Kultur

Der Plabutsch, der 1956 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt wurde, ist bis auf wenige Ausnahmen fast vollständig bewaldet. Gewässer gibt es nur wenige: Der Katzelbach im Süden sowie die Bründlteiche am Fuße des Buchkogels bilden die Ausnahme. Geologisch gehört der Plabutsch mit Dolinen, Höhlen und Quellen (beispielsweise im Bereich der Bründlteiche) zum Grazer Paläozoikum. Er ist überwiegend aus Kalk- und Dolomitgestein aufgebaut, das im Devon (vor 400 bis 350 Millionen Jahren) abgelagert wurde.[2]

Kernstockwarte

Die Kernstockwarte

Die Kernstockwarte ist eine niedrige Aussichtsplattform auf der Hubertushöhe, einem Teil des Plabutsch und nach dem Dichter Ottokar Kernstock benannt. Josef Valentinitsch, Obmann des Eggenberger Verschönerungsvereins suchte am 25. September 1928 um die Errichtung der Warte an. Der Bau wurde 1928/29 realisiert und von Spendengeldern der Eggenberger Bürger finanziert. Bauherr war der Stadtbaumeister Franz Spath.[3]

Die Plattform des aus Bruchsteinen gefertigten und innen hohlen Rundbaus ist über eine gewundene Außentreppe mit Eisengeländer erreichbar. Während des Zweiten Weltkriegs diente der Hohlraum, der über eine Leiter zugänglich ist, als Abhörstation.[3] Die Kernstockwarte ist der Endpunkt eines 16 Kilometer langen Wanderweges, des sogenannten Kernstockweges, der von Gösting nach Straßgang führt. Wegen starker Überwachsung mit Buschwaldbestand ist das Aussichtspanorama von der Kernstockwarte eingeschränkt.[4]

Fürstenstand

Fürstenstand

Der Fürstenstand, auch Fürstenwarte genannt, hat seine Wurzeln im frühen 19. Jahrhundert. Nach einem Besuch von Kaiser Franz I. und dessen Gemahlin Karoline im Jahr 1830 wurde Anfang Mai 1839 eine Holzwarte mit Steinfundament errichtet. Der kaiserliche Besuch gab der Warte den Namen Fürstenstand, eine Gedenktafel erinnert daran.[5]

1852 wurde die hölzerne Turm gegen eine Warte aus Stein getauscht. Die für Aussichtswarten unübliche Schneckenform aus trockenem Gestein, die bis in die Gegenwart erhalten ist, ähnelt in ihrer Bauweise der Kernstockwarte. Die Bauleitung übernahm Franz Hauberisser, der den Plan von Johann Neuwerth ausführte.[6] Bis 1888 hielt die Konstruktion. Die Verwirklichung eines „Bismarck-Turmes“ verhinderte der Ausbruch des Ersten Weltkrieges,[7] die 1934 errichtete Warte stürzte bereits 1937 wieder ein. Nach dem Wiederaufbau hieß der Fürstenstand zur Zeit des Zweiten Weltkrieges „Adolf-Hitler-Turm“, ab 1943 fand er als Flakturm Verwendung. 1950 erwarb der Alpenverein den Fürstenstand, der bis in die Gegenwart öffentlich zugänglich ist.[8]

Freizeit

Der Plabutsch dient als Naherholungsgebiet mit Aktivitäts- und Ruhezonen, Picknickwiesen und Möglichkeiten zum Wandern, Laufen und Radfahren. Zwei Aussichtswarten (der Fürstenstand und die Kronprinz-Rudolf-Warte auf dem Buchkogel) bieten einen schönen Blick auf ganz Graz, ebenso eine 2010 fertiggestellte Panoramaterrasse bei der Kirche St. Johann und Paul. Im Winter bietet der Thaler See (Gemeinde Thal) Eislaufmöglichkeiten und die Bründlwiese einen Kinderskilift zur freien Nutzung. Zwischen 1954 und 1973 war der Gipfel durch den Sessellift Plabutsch erreichbar.

Gastronomie

Auf dem höchsten Punkt des Plabutsch befindet sich ein Heurigenrestaurant, beim Kirchlein St. Johann und Paul sowie südlich des Buchkogels je ein Gasthaus. Ebenfalls bieten ein Gasthaus sowie eine Buschenschänke im Bereich des Florianibergs Einkehrmöglichkeiten.

Verkehr

Der höchste Punkt des Plabutsch (Fürstenstand und Heuriger) ist über eine Straße von Graz-Wetzelsdorf (etwa 5 km) über den Gaisbergsattel zu erreichen. In der Mitte wird der Höhenzug von der stark befahrenen Steinberg-Landesstraße (L301) durchquert, dem wichtigsten Verkehrsweg nach Hitzendorf und in die Weststeiermark. Auf dem Gaisberg (westseitig) sowie unterhalb des Buchkogels (ostseitig) befindet sich je ein Entlüftungsschacht des Plabutschtunnels.

Sonstiges

Am Fuße des Plabutsch-Höhenzugs befinden sich auf Grazer Seite drei Krankenhäuser (UKH, LKH West, Barmherzige Brüder Eggenberg), das Schloss Eggenberg, das 2010 zum UNESCO-Welterbe hinzugefügt wurde, sowie die landwirtschaftliche Fachschule Grottenhof.

Direkt auf dem Höhenzug stehen zwei Kirchen (St. Johann und Paul (16. Jahrhundert), St. Florian auf dem Florianiberg). Am Nordosthang des Florianibergs liegt der Straßganger Friedhof und die dazugehörige Pfarrkirche. Ebenso befinden sich am Osthang des Buchkogels Kirche und Schloss St. Martin.

Wichtige Geländepunkte (von Nord nach Süd)

  • Plabutsch, Fürstenstand (763 m)
  • Hubertushöhe (562 m)
  • Mühlberg (720 m)
  • Gaisberg (636 m)
  • Gaisbergsattel, Herrgott auf der Wies (527 m)
  • Kollerberg (633 m)
  • Ölberg (559 m)
  • St. Johann und Paul (562 m)
  • Buchkogel, Kronprinz-Rudolf-Warte (659 m)
  • Bockkogel (539 m)
  • Florianiberg (527 m)

Angrenzende Gemeinden

Teil des Landschaftsschutzgebiets

Literatur

  • Renate Kniely: Aussichtswarten um Graz. In: Historisches Jahrbuch der Stadt Graz. Band 38/39. Graz 2009. S. 413-457.

Weblinks

 Commons: Plabutsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Plabutsch - Buchkogel auf Graz.at, abgerufen am 18. Jänner 2011
  2. a b Geologie Buchkogel - Plabutsch auf Graz.at, abgerufen am 18. Jänner 2011
  3. a b Kniely: Aussichtswarten um Graz, S. 435.
  4. Kniely: Aussichtswarten um Graz, S. 436f.
  5. Kniely: Aussichtswarten um Graz, S. 430.
  6. Kniely: Aussichtswarten um Graz, S. 432.
  7. Kniely: Aussichtswarten um Graz, S. 433.
  8. Kniely: Aussichtswarten um Graz, S. 434f.