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Innsbruck#

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Wappen von Innsbruck

Bundesland: Tirol Innsbruck, Tirol
Bezirk: Innsbruck
Einwohnerzahl: 132.236 (Stand 2017)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 575 m
Fläche: 104,89 km²
Postleitzahl: 6010 – 6080
Website: www.innsbruck.at
Stadtplan:  Innsbruck


Luftbildaufnahme von Innsbruck
Luftbildaufnahme von Innsbruck
Foto: © Innsbruck Tourismus

Innsbruck, die Landeshauptstadt Tirols, liegt am Inn an der Einmündung der Sill. Die Stadt ist von Bergen umgeben - von der Nordkette des Karwendelgebirges (Hafelekarspitze 2334 m, Rumer Spitze 2454 m) im Norden und den Vorbergen der Zentralkette (Patscherkofel 2246 m, Glungezer 2677 m) im Süden - und trennt mit der vorgelagerten Martinswand das Inntal in ein westliches Ober- und ein östliches Unterinntal.

Die Statutarstadt Innsbruck ist nicht nur Sitz der Tiroler Landesregierung, Verwaltungszentrum und Universitätsstadt, sondern auch Einkaufssstadt und - nicht zuletzt auf Grund des Flughafens (Kranebitten) ein wichtiger Wirtschaftsstandort.

Anfang der 1880er Jahre begann sich - durch die entstehende Begeisterung für die Bergwelt und das Aufkommen des Skilaufes - der Fremdenverkehr zu entwickeln. Nach dem Zusammenbruch des Fremdenverkehrs im Ersten Weltkrieg bzw. 1933 durch die Einführung der "1000 Mark Sperre" für reichsdeutsche Besucher kam es erst ab den 1950 wieder zu einer steigenden Entwicklung des Fremdenverkehrs. Heute präsentiert sich Innsbruck als "Hauptstadt der Alpen" und bietet seinen Gästen sowohl im Sommer als auch im Winter Stadterlebnisse und Bergbegegnungen.

Geschichte#

Aus dem Stadtgebiet von Innsbruck stammen archäologische Funde aus allen Epochen der Urgeschichte seit der Jungsteinzeit. Das Innsbrucker Becken weist eine Siedlungskontinuität von 3000 Jahren auf (vorrömische Ortsnamen, Urnenfeldergräber in Wilten, Amras, Hötting und Mühlau). Die Römer bauten 46/47 n. Chr. die Via Claudia Augusta und legten die Zivil- und Militärsiedlung Veldidena an. Aus dieser entstanden im Mittelalter Dorf und Kloster Wilten (1138 Prämonstratenser). Um 1165-70 errichteten die bayerischen Grafen von Andechs unterhalb Hötting eine Marktsiedlung, ließen eine Brücke über den Inn schlagen (1167/83 Name "Inspruk"), erwarben 1180 das Areal südlich davon und legten dort die Altstadt an, die um 1187/1204 zur Stadt aufstieg.

Goldenes Dachl
Goldenes Dachl
© Ewald Judt

1263 gelangte Innsbruck an die Grafschaft Tirol, 1363 an die Habsburger, wurde 1420 Residenz und Zentrum des Landes. Die Stadt erhielt - besonders unter Maximilian I. (Goldenes Dachl), zur Zeit Ferdinands I. (Hofkirche), Erzherzog Ferdinands II. (Schloss Ambras), Erzherzog Leopolds V. (Opern- und Schauspielhaus) und in der Barockzeit (Hofburg, Landhaus, Umgestaltung des Doms) - bedeutende Bauwerke. In der Zeit der Gotik prägte die Familie Türing, in der Barockzeit die Familie Gumpp das Stadtbild. 1669 wurde die Universität gegründet (1810-26 aufgehoben).

Seit dem Bahnbau (1856-58 von München, 1864-67 über den Brenner nach Bozen, 1882-84 über den Arlberg) entstanden Textil- und Lebensmittelbetriebe, Elektrizitätswerke, neue Stadtviertel beiderseits der Maria-Theresien-Straße und nördlich des Hofgartens mit vielen Hotels, öffentlichen Bauten und Wohnstraßen. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts planmäßige Verbauung der Stadtteile Saggen (Norden) und Pradl (Osten) sowie des Universitätsviertels.

1904 wurden Pradl und Wilten eingemeindet, 1938 Hötting, Mühlau und Amras, 1940 Arzl und 1942 Vill und Igls. Von Dezember 1943 bis April 1945 erlebte die Stadt 21 Bombenangriffe und erlitt schwere Schäden. Im Zuge des Wiederaufbaus entstanden ab 1948 und im Vorfeld der Austragung der Olympischen Spiele 1964 und 1976 entstanden neue Stadtteile wie die Reichenau und das Olympische Dorf.

1973 wurde das Kongress- und Konzerthaus - angrenzend an die historische Altstadt - eröffnet, 2001 wurde die Bergiselschanze (nach einem Entwurf der irakischen Architektin Zaha Hadid) neu gebaut. 2006 wurde die (1928 erbaute) Nordkettenbahn neu eröffnet, 2007 wurde die (1906 erbaute Hungerburgbahn) durch einen Neubau ersetzt. (Die vier Stationen sowie die Brücke über den Inn wurden ebenfalls nach Entwürfen von Zaha Hadid errichtet.)

Sehenswürdigkeiten#

Innsbruck
Innsbruck: 1 Altes Rathaus - 2 Goldenes Dachl - 3 Helblinghaus - 4 Dom - 5 Hofburg - 6 Hofkirche - 7 Spitalskirche Hl. Geist - 8 Landhaus - 9 Triumphpforte - 11 Riesenrundgemälde der Bergisel-Schlacht - 12 Zeughaus Maximilians - 13 Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
© Verlag Ed. Hölzel, Wien, für AEIOU

Innsbruck konnte trotz mehrerer Brände und der Kriegsschäden seine Baudenkmäler weitgehend erhalten

  • Goldenes Dachl (mit Museum Maximilianeum)
  • Helblinghaus
  • Katzunghaus mit Reliefs (16. Jahrhundert)
  • Altes Rathaus (1358 erbaut, 1543 und 1691 umgestaltet) mit dem 1442-50 erbauten Stadtturm
  • Kohleggerhaus mit Fresken (15. Jahrhundert)
  • Trautsonhaus (1541): ein gotisches Laubenhaus des 15. Jahrhunderts mit Lichtschacht (der bedeutendste Profanbau aus der Übergangszeit von der Gotik zur Renaissance)
  • Deutschordenshaus (urkundlich 1453, Neubau 1530-34)
  • Rathaus (im 18. Jahrhundert aus 3 gotischen Häusern vereinigt)
  • Landhaus (1725-29, neuer Teil 1938/39)
  • Burgriesenhaus (1487-90)
  • Ottoburg (erbaut um 1495): spätgotischer Wohnturm am Eingang der Altstadt
  • Kaiserliche Hofburg
  • Hofkirche mit dem Maximiliansgrab
  • Domkirche (ab 1643 Pfarr-, seit 1964 Bischofskirche): wurde auf romanischen und gotischen Vorgängerbauten 1717-24 von J. J. Herkommer errichtet; Fresken von C. D. Asam und Stuck von E. Qu. Asam, im Hochaltar Gnadenbild Mariahilf von L. Cranach dem Älteren, Grabmal Erzherzog Maximilians III. und Erzherzog Eugens
    Der Dom, am 16. 12. 1944 schwer beschädigt, wurde 1946-50 rekonstruiert sowie 1974 außen und 1990-93 innen generalrenoviert
  • Basilika Wilten (1751-55)
  • Servitenkirche mit Kloster (1620-26)
  • Innbrucker Nordkettenbahnen: von der Innsbrucker Altstadt führt die moderne Hungerburgbahn auf die Hungerburg; wenige Meter von dort entfernt befindet sich die Talstation der Seegrubenbahn
  • Bergisel-Schanze
  • Tirol Panorama (mit Kaiserkägermuseum): ein Riesenrundgemälde über die Kämpfe der dritten Bergiselschlacht vom 13. August 1809

Ambras

Hötting

Denkmäler#

Triumphpforte zur Erinnerung an die Vermählung Leopolds II. mit Maria Ludovika von Spanien (und Tod Franz. I.), Annasäule (1707) zur Erinnerung an die Abwehr der Bayern 1703, Leopoldsbrunnen (1621), Rudolfsbrunnen (1877), Befreiungsdenkmal (1948), Erzherzog-Eugen-Denkmal im Hofgarten, Andreas-Hofer-Denkmal auf dem Bergisel

Weiterführendes#

Literatur#

  • H. Hammer, Kunstgeschichte der Stadt Innsbruck, 1952
  • O. Stolz, Geschichte der Stadt Innsbruck, 1959
  • M. Forcher, Innsbruck in Geschichte und Gegenwart, 1975
  • F. H. Hye, Innsbruck. Geschichte und Stadtbild bis zum Anbruch der neuen Zeit, 1980
  • Österreichisches Städtebuch, Band V, Teil 1, Die Städte Tirols, 1980
  • Österreichische Kunsttopographie, Band 47, 1986
  • Festschrift 850 Jahre Prämonstratenser-Chorherrenstift Wilten, 1988
  • Der Dom zu St. Jakob, Festschrift 1993