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Ramsau am Dachstein#

Wappen Ramsau
Wappen von Ramsau

Bundesland: Steiermark Ramsau am Dachstein, Steiermark
Bezirk: Liezen
Einwohner: 2.767 (Stand 2016)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 1135 m
Fläche: 75,40 km²
Postleitzahl: 8972
Website: www.ramsau.at


Ramsau am Dachstein
© Österreich Werbung, Bohnacker

Die Gemeinde Ramsau am Dachstein (Bezirk Liezen) liegt auf einem Hochplateau, das sich ca. über 18 km Länge und 3 km Breite an den südlichen Abhängen des Hohen Dachsteins erstreckt.

Archäologische Funde belegen eine spätrömische, befestigte Siedlung; erste urkundliche Erwähnung gab es um 1120 als "Ramsowe". Anfang des 15. Jahrhunderts erfolgte die Gründung der noch heute bestehenden Lodenwalke in Ramsau-Rössing.

Die Gegend war einst Zentrum der Reformation im Ennstal: nach Erlass des Toleranzpatents erklärten sich die meisten Ramsauer Bauern im Jänner 1782 als "lutherisch-evangelisch". (Bis heute ist die Ramsau fast komplett evangelisch geblieben.)

Die Geschichte des Tourismus begann Mitte des 19. Jahrhunderts: nachdem der Bergbau in den Niederen Tauern zum Erliegen kam und die kleinen Eisenwerke eingestellt wurden, brachte der Ausbau der Bahnstrecke von Selzthal nach Bischofshofen 1875 den Startschuss für den Fremdenverkehr im oberen Ennstal. Seither entwickelte sich die Region vom kleinen Bauerndorf zum internationalen Tourismusort; heute ist Ramsau eine der größten Tourismusgemeinden der Steiermark.

Mit der Eröffnung der Austriahütte am Fuß der Dachstein-Südwand 1880 begann die (touristische) Erschließung der Berge; einen weiteren Meilenstein stellte die Erstbesteigung der Dachstein-Südwand durch Georg und Franz Steiner 1909 dar. 1909/10 wurde die Straße von Schladming nach Ramsau erbaut. Die Verbindung von Ramsau bis zum Fuße des höchst gelegenen Berges der Steiermark ist die Dachsteinstraße - sie wurde 1961 ergbaut und schlengelt sich in 6,3 Kilometern auf 1700 Meter Höhe bis zur Talstation der Dachstein Gletscherbahn. 1966 wurde die Dachstein-Südwand-Seilbahn eröffnet und damit der Gletscher auf dem Dachsteinplateau erschlossen.

Anfang der 1960er Jahre wurde auch der Wintertourismus populär, der sich seither stetig entwickelte. 1999 wurde hier die Nordische Schi- Weltmeisterschaft ausgetragen.

Von der Ramsau aus sieht man das Panorama des Dachsteinmassivs: im Westen beginnt das Massiv mit dem Torstein, weiter geht es über den Mitterspitz, den Hohen Dachstein, die Dirndln, Hunerkogel (Bergstation), Koppenkarstein, die Scheichenspitze, den Sinnabell, die Luserwand, den Kufstein bis hin zum Stoderzinken, der sich bereits im Gebiet der Gemeinde Gröbming erstreckt.

Über 200 km markierte Wege, 14 Klettersteige am Dachstein, das Dachstein-Gletscher-Erlebnis (mit dem Sky Walk , einer Aussichtsplattform an der Seilbahn–Bergstation, einer einem Eispalast u.v.m.), aber auch Sommer-Schi- und Langlaufmöglichkeiten am Gletscher laden zu einem Besuch ein.

"Die gesamte Region wurde 1997 von der UNESCO als "Historische Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut" ausgezeichnet und zum Weltnaturerbe UND zum Weltkulturerbe erklärt.

Sehenswert im Ort und Umgebung sind u.a.

  • romanische katholische Pfarrkirche: gotischer Chor (1444), spätromanische (Anfang 14. Jahrhundert) und gotische Fresken
  • evangelische Kirche (Einweihung 1888/89)
  • Paarhöfe des bayerisch-salzburgisch-tirolerischen Typs
  • Dachstein Kircherl, eine Bergsteiger Gedenkstätte
  • Austriahütte (1.638 m) beherbergt das höchstgelegene (Alpin-)Museum der Steiermark

Weiterführendes#

Literatur#

  • K. Dinges (Hg.), Geschichte der evangelischen Ramsau am Dachstein im Rahmen der gesamtösterreichischen Kirchengeschichte, 1967