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Währing#

Wappen des 18. Wiener Gemeindebezirks Währing
Wappen des 18. Wiener Gemeindebezirks Währing

Bundesland: Wien
Bezirk: 18. Wiener Gemeindebezirk
Einwohner: 50.283 (Stand 2016)
Fläche: 6,28 km²
Postleitzahl: 1180


Der heutige 18. Wiener Gemeindebezirk liegt im Nordwesten Wiens am Rand des Wienerwaldes, entlang des Währinger Bachs.

Die Gegend war bereits früh besiedelt, was auch durch Funde aus der Eisenzeit belegt ist; während der Römerzeit war Währing Grenzraum und gehörte zum Königreich Norikum, bis es unter Kaiser Claudius der Provinz Pannonien zugeschlagen wurde. Mit dem Zurückdrängen der Awaren und Slawen, die in den von den Römern verlassenen Gegenden eingedrungen waren, setzte die bayrische Kolonisation im Gebiet ein.

Schon vor 1177 wurde Währing als Besitz des Klosters Michaelbeuern urkundlich erstmals erwähnt. Der alte Ortskern lag um die heutige Währinger Straße und Gentzgasse und wurde 1485 durch den Ungarnkönig Matthias Corvinus sowie 1529 und 1683 durch die Türken größtenteils zerstört. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts trat der bis dahin vorherrschende Weinbau zurück, der Ackerbau nahm zu. Währing entwickelte sich zur beliebten Sommerfrische, im Vormärz siedelten sich hier viele Handwerker und Industriearbeiter an.

Nach Aufhebung der Grundherrschaften 1848 stieg die Einwohnerzahl - Währing wurde besonders gern vom Bürgertum bewohnt, die tagsüber in der Stadt oder in der Industrie der Vorstädte beschäftigt waren. In dieser Zeit wurde der "Cottage-Verein" gegründet, es wurden zahlreiche Villen "(Cottages") gebaut. 1888 wurde der Türkenschanzpark eröffnet.

Der Ort selbst lebte lange Zeit überwiegend vom Weinbau; der Wein wurde ins benachbarte Wien geliefert. Durch das starke Wachstum im 19. Jahrhundert und die Nähe zu Wien nahmen aber auch in Währing Gewerbe und Industrie einen gewissen Aufschwung.

Der 18. Wiener Gemeindebezirk Währing wurde 1892 aus den ehemaligen selbstständigen niederösterreichischen Orten Währing, Weinhaus (erstmals urkundlich erwähnt 1266), Gersthof, Pötzleinsdorf, Neustift am Walde und Salmannsdorf gebildet. 1938 kamen Neustift am Walde und Salmannsdorf zum 19. Bezirk Döbling.

Im Bezirk befindet sich das Hauptgebäude der Universität für Bodenkultur und mehrere Gymnasien.

Währing weist auch heute noch große Grün- und Gartenflächen auf, u.a.

  • Türkenschanzpark
  • Pötzleinsdorfer Schlosspark
  • Schubertpark (1925 eröffnet, 1769-1873 Ortsfriedhof) mit den Grabmälern Ludwig van Beethovens und Franz Schuberts
  • Währinger Park (1923 eröffnet; 1783-1874 allgemeiner Friedhof)
  • Schafbergbad (mit einer Fläche von 45.000 m², an der Grenze zum 17. Bezirk

Besonders sehenswert im Bezirk sind u.a.

  • Währinger Pfarrkirche (urkundlich 1226 Kapelle, um 1400 Pfarre, 1753 Neubau, 1934 erweitert von K. Holey) mit Hochaltarbild von Peter Strudel
  • neugotische Pfarrkirche: Lazaristenkirche, geweiht 1878, nach Plänen von F. von Schmidt erbaut
  • Weinhauser Pfarrkirche: 1883-89/93 nach Plänen von F. von Schmidt erbaut
  • Bezirksmuseum (gegründet 1937)
  • Universität für Bodenkultur: 1894-1896 gebaut
  • Geymüllerschlössel
  • Schloss Pötzleinsdorf mit ausgedehnten Parkanlage
  • Cottageviertel: 1873 Gründung eines Vereins mit dem Ziel der Erbauung von Ein- oder Zweifamilienhäusern ("Cottages") nach englischen Vorbild

Weiterführendes#

Literatur#

  • F. Opll, Erstnennung von Siedlungsnamen im Wiener Raum, 1981
  • K. Lohrmann und F. Opll, Regesten zur Frühgeschichte von Wien, 1981
  • H. Kretschmer, Währing, Wiener Bezirkskulturführer, 1982