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vom 14.06.2017, aktuelle Version,

Gaishorn am See

Gaishorn am See
Wappen von Gaishorn am See
Gaishorn am See (Österreich)
Gaishorn am See
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: LI
Hauptort: Gaishorn
Fläche: 76,97 km²
Koordinaten: 47° 29′ N, 14° 33′ O
Höhe: 723 m ü. A.
Einwohner: 1.288 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 8783
Vorwahl: 03617
Gemeindekennziffer: 6 12 56
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gaishorn am See 59
8783 Gaishorn am See
Website: www.gaishornamsee.at
Politik
Bürgermeister: Werner Haberl (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
7
4
4
7  4  4 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
  • SPÖ: 7
  • Gaishorner Bürgerliste: 4
  • ÖVP: 4

Lage der Marktgemeinde Gaishorn am See im Bezirk Liezen
Aich (Expositur Gröbming) Gröbming (Expositur Gröbming) Haus (Expositur Gröbming) Michaelerberg-Pruggern (Expositur Gröbming) Mitterberg-Sankt Martin (Expositur Gröbming) Öblarn (Expositur Gröbming) Ramsau am Dachstein (Expositur Gröbming) Schladming (Expositur Gröbming) Sölk (Expositur Gröbming) Admont Aigen im Ennstal Altaussee Altenmarkt bei Sankt Gallen Ardning Bad Aussee Bad Mitterndorf Gaishorn am See Grundlsee Irdning-Donnersbachtal Landl Lassing Liezen Rottenmann Sankt Gallen (Steiermark) Selzthal Stainach-Pürgg Trieben Wildalpen Wörschach Steiermark Übersichtskarte der Gemeinden im gesamten Bezirk Liezen
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Poststation Gaishorn um 1830,
Lithographische Anstalt J.F. Kaiser, Graz

Gaishorn am See ist eine Marktgemeinde mit 1288 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Liezen in der Obersteiermark. Seit 2015 ist sie Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit der Gemeinde Treglwang zusammengeschlossen, die neue Gemeinde führt den Namen „Gaishorn am See“ weiter.[1]

Geografie

Gaishorn liegt im Paltental, eingerahmt von den Ennstaler Alpen im Norden, von den Eisenerzer Alpen im Osten, von den Seckauer Alpen im Süden und den Rottenmanner Tauern im Westen, an der alten Salzstraße von Selzthal nach St. Michael über den Schoberpass, Mautstraße zur Mödlinger Hütte am Fuße des Admonter Reichensteins, Flitzenschlucht mit Wasserfall.

Geologie

Die aus archaischen Gneisen und Graniten bestehenden Zentralalpen (Rottenmanner Tauern), die aus paläozoischen Phylitten und Kalken des Silur, Devon und Karbon aufgebauten Eisenerzer Alpen (Grauwackenzone), sowie die mächtigen Massen der Triaskalke und Dolomite in der Reichenstein-Sparafeld-Gruppe (nördliche Kalkalpen), formen die vielseitige Gaishorner Landschaft.

Klima

Die geografische Lage bedingt ein raues, abwechslungsreiches Klima, häufige und heftige Winde, reiche Niederschläge, sowie lange Winter und kurze Sommer.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2016)[2]:

  • Au bei Gaishorn am See (366)
  • Furth (26)
  • Gaishorn am See (603)
  • Treglwang (319)

Die Gemeinde besteht aus folgenden vier Katastralgemeinden (Fläche 2015):

  • Au (2.779,07 ha)
  • Furth (1.211,78 ha)
  • Gaishorn (1.294,87 ha)
  • Treglwang (2.422,18 ha)

Nachbargemeinden

Gaishorn ist von vier Nachbargemeinden umgeben:

Admont
Trieben
Hohentauern
(Bezirk Murtal)
Wald am Schoberpaß
(Bezirk Leoben)

Geschichte

Gaishorn ist eine Schwemmkegelsiedlung im Paltental mit alpinen Paar- und Haufenhöfen. Der Ort wurde erstmals 1160 urkundlich erwähnt („Gaizzar“) und 1960 zum Markt erhoben. 1990 erfolgte die Umbenennung in „Gaishorn am See“.

Politik

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 4 ÖVP
  • 7 SPÖ
  • 4 Gaishorner Bürgerliste
Bürgermeister
  • bis 2011 Karl Pusterhofer (ÖVP)
  • 2011–2014 Manfred Jansky (ÖVP)
  • 2015 Johann Grössing, Bürgermeister der Altgemeinde Treglwang als Regierungskommissär
  • seit 2015 Werner Haberl (SPÖ)

Wappen

Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor das Wappen mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit. Die Wiederverleihung erfolgte mit Wirkung vom 1. November 2015.[3]
Die Blasonierung lautet:

„Ein gespaltener Schild, darin vorne in Blau ein steigender silberner Ziegenbock, in der hinteren von Silber und Rot gespaltenen Schildhälfte zwei anstehende Rauten in gewechselten Farben.“

Tourismus

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Kalwang, Kammern im Liesingtal, Mautern in Steiermark und Wald am Schoberpass den TourismusverbandPalten-Liesing Erlebnistäler“ mit Sitz in Mautern.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Katholische Pfarrkirche zur Hl. Dreifaltigkeit: (bis 1740: „Heiligster Erlöser“), erste urkundliche Erwähnung 1180, inmitten eines ummauerten Friedhofes. Spätgotische Pfarrkirche mit Barock- und Renaissance-Ausstattung. 1480 zerstört (Türkeneinfall). Neubau durch die Admonter Bauhütte (Chor 1495, Schiff am Fronbogen datiert mit 1520). Die Pfarre ist dem Stift Admont inkorporiert. Restaurierungen waren 1898 und 1952, eine Außenrenovierung 1907.
  • Katholische Filialkirche hl. Virgil: 1448 erbaut, gotisch, geweiht 1465; zerstört 1480 (Türkeneinfall), Wiederaufbau bis 1524. Kapellenanbau 1733. Restaurierungen 1858, 1925, 1948
  • Evangelische Pfarrkirche: erbaut 1872–1880, Saalraum mit einem der Fassade vorgestellten Turm
  • Bildstock: mit Pagodendach aus dem 18. Jahrhundert am Ortseingang
  • im Ort schöne Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert, vor allem der Pfarrhof ist erwähnenswert
  • im Gemeindegebiet charakteristische Bauernhöfe (Ennstaler Haufenhöfe)
  • Griesmayrhof, bereits im 12. Jhdt. als Edelhof genannt

Verkehr

Gaishorn liegt an einer Teilstrecke der Rudolfsbahn und an der Schoberpassstraße.

Natur

  • Gaishorner See: besondere Fauna und Flora, Sportmöglichkeiten
  • Der Steig durch die romantische Flitzenschlucht (Wasserfälle, ehemals Ausgangspunkt für Wanderungen und Bergtouren auf den Admonter Reichenstein und zur Mödlinger Hütte) ist verfallen und kann daher nicht mehr begangen werden.

Sport

Nach der im Jahre 2007 durchgeführten Weltcupveranstaltung im Wintertriathlon, sowie der 2008 durchgeführten Europameisterschaft fand vom 13. bis 15. Februar 2009 die Weltmeisterschaft im Wintertriathlon in Gaishorn am See statt.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 1985: Hans Gross (1930–1992), Landeshauptmann-Stellvertreter

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen mit Bezug zur Gemeinde

Literatur

  • Franz Wohlgemuth: Geschichte der Pfarre Gaishorn und des Paltentales. Röm.-kath. Pfarramt Gaishorn, Gaishorn 1955.
  • Kurt Woisetschläger (Hrsg.): Steiermark. (Ohne Graz). Schroll, Wien 1982, ISBN 3-7031-0532-1, (Dehio-Handbuch, die Kunstdenkmäler Österreichs).
  Commons: Gaishorn am See  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 10. Oktober 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Gaishorn am See und der Gemeinde Treglwang, beide politischer Bezirk Liezen. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 15. November 2013. Nr. 122, 32. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 632.
  2. Einwohner nach Ortschaften
  3. 81. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 1. Oktober 2015 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Gaishorn am See (politischer Bezirk Liezen), abgerufen am 12. Oktober 2015
  4. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 314. ZDB-ID 1291268-2 S. 628.
  5. Mascha Rolnikaitė: Ich muss erzählen. Mein Tagebuch 1941-1945. Dort die kaltblütige Ermordung eines Mädchens (S. 83 f), die Prügel einer nackten Frau (S. 110 f), der Sadismus gegen einen älteren Mann (S. 111).