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vom 02.02.2016, aktuelle Version,

Gerichtsbezirk Reutte

Gerichtsbezirk Reutte
 Gerichtsbezirk Reutte
 Landesgericht Innsbruck
Basisdaten
Bundesland Tirol
Bezirk Reutte
Sitz des Gerichts Reutte
Kennziffer 7081
zuständiges Landesgericht  Innsbruck
Fläche 1235,67 km2
Einwohner 32.399 (1. Jänner 2017)

Der Gerichtsbezirk Reutte ist ein dem Bezirksgericht Reutte unterstehender Gerichtsbezirk im Bundesland Tirol. Er ist deckungsgleich mit dem politischen Bezirk Reutte.

Geschichte

Der Gerichtsbezirk Reutte wurde durch eine 1849 beschlossene Kundmachung der Landes-Gerichts-Einführungs-Kommission geschaffen und umfasste ursprünglich die 32 Gemeinden Berwang, Bichlbach, Biberwier, Breitenwang, Ehenbichl, Ehrwald, Elbigenalp, Elmen, Forchach, Grähn, Heiterwang, Heselgehr, Hinterhornbach, Höfen, Holzgau, Jungholz, Lech, Lermoos, Mußau, Pflach, Pinswang, Reutte, Schattwald, Stanzach, Steeg, Nesselwengle, Stockach, Thanheim, Vils, Vorderhornbach, Weisenbach, Wengle und Zöblen.[1]

Das Gebiet des Gerichtsbezirks Reutte wurde im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung[2] ab 1868 auch den politischen Bezirk Reutte, wobei Reutte der einzige Gerichtsbezirk Tirols war, der alleine zu einem Bezirk erhoben wurde.[3]

Die nationalsozialistische Verwaltungsreform führte langfristig zu einer Vergrößerung des Gerichtsbezirks. Mit der „Verordnung des Landeshauptmanns vom 15. Oktober 1938 über die Einteilung des Landes Tirol in Verwaltungsbezirke“ wurde der „Verwaltungsbezirk Reutte“ (später „Landkreis Reutte“) aus dem bisherigen Bezirk Reutte sowie den Gemeinden Gramais und Pfafflar (bisher Bezirk Imst bzw. Gerichtsbezirk Imst) sowie Kaisers (bisher Bezirk Landeck bzw. Gerichtsbezirk Landeck) jedoch ohne Jungholz (das Bayern zugeschlagen wurde) gebildet.[4]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde Jungholz wieder Teil des Bezirks Reutte. Gramais, Pfafflar und Kaisers verblieben jedoch bei Reutte.[5] Um die Gerichtsbezirksgrenzen wieder an die politischen Grenzen anzugleichen übernahm der Gerichtsbezirk Reutte per 21. September 1947 die Gemeinden Gramais, Pfafflar und Kaisers von den Gerichtsbezirken Imst bzw. Landeck.[6] Seit 1947 blieb die Fläche des Gerichtsbezirks Reutte nahezu unverändert.

Gerichtssprengel

Der Gerichtssprengel umfasst mit den 37 Gemeinden Bach, Berwang, Biberwier, Bichlbach, Breitenwang, Ehenbichl, Ehrwald, Elbigenalp, Elmen, Forchach, Grän, Gramais, Häselgehr, Heiterwang, Hinterhornbach, Höfen, Holzgau, Jungholz, Kaisers, Lechaschau, Lermoos, Musau, Namlos, Nesselwängle, Pfafflar, Pflach, Pinswang, Reutte, Schattwald, Stanzach, Steeg, Tannheim, Vils, Vorderhornbach, Wängle, Weißenbach am Lech und Zöblen das gesamte Gebiet des politischen Bezirks Reutte.

Einzelnachweise

  1. Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Tirol und Vorarlberg. 1850, I. Stück, Nr. 1: Kundmachung der Landes-Gerichts-Einführungs-Kommission vom 29. November 1849, über die Gerichts-Organisierung in dem Kronlande Tirol und Vorarlberg
  2. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1868 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“
  3. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868
  4. Verordnungsblatt für den Amtsbereich des Landeshauptmannes für Tirol. Jahrgang 1938, IX.Stück, Nr. 20: „Verordnung des Landeshauptmanns vom 15. Oktober 1938 über die Einteilung des Landes Tirol in Verwaltungsbezirke“
  5. vgl. Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Juni 1951 Wien 1953, S. 232
  6. BGBl. Nr. 200/1947: „Verordnung der Bundesregierung vom 29. Juli 1947, betreffend die Änderung der Grenzen der Gerichtsbezirke Landeck, Imst und Reutte.“

Literatur