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vom 26.11.2016, aktuelle Version,

Gottlieb Wallisch

Gottlieb Wallisch (* 7. August 1978 in Wien) ist ein österreichischer Pianist.

Leben

Wallisch kommt aus einer Wiener Musikerfamilie. Sein Großonkel Johann Nepomuk David (1895–1977) war ein Komponist des 20. Jahrhunderts. Mit sechseinhalb Jahren wurde Wallisch als damals jüngster Schüler in die Begabtenklasse der Universität für Musik und darstellende Künste in Wien aufgenommen. Er besuchte das Schottengymnasium in Wien.

Seine Studien schloss er in Wien bei Heinz Medjimorec ab. Weitere künstlerische Impulse setzten Meisterkurse bei Oleg Maisenberg und Dimitri Bashkirov sowie die Zusammenarbeit mit Pascal Devoyon an der Universität der Künste in Berlin und Jacques Rouvier in Paris. Als Preisträger internationaler Wettbewerbe gewann er unter anderem den 1. Preis des Stravinsky Award in den USA; zudem war er Finalist des Queen-Elisabeth-Wettbewerbs in Brüssel und des XXI. Concours Clara Haskil in Vevey 2005.

Konzertlaufbahn

Sein erstes Konzert gab Wallisch mit sieben Jahren. Mit zwölf Jahren hatte er sein Debüt im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Ein Konzert unter der Leitung von Lord Yehudi Menuhin 1996 war der Beginn seiner internationalen Karriere. Inzwischen gilt Wallisch als einer der vielseitigsten Pianisten seines Landes. In seinen Programmen schlägt er häufig den Bogen von der Wiener Klassik zur zeitgenössischen Musik. Ersteinspielungen und Uraufführungen legen davon Zeugnis ab. Zu Wallischs bedeutendsten Auftritten der vergangenen Jahre gehörte die Uraufführung des Trios für Klavier, Violine und Metronome von Sebastian Themessl beim Europäischen Forum Alpbach 2008.

Zu den Dirigenten, unter deren Leitung Wallisch konzertierte, zählen Giuseppe Sinopoli (1946–2001), Sir Neville Marriner, Christopher Hogwood, Dennis Russell Davies, Kirill Petrenko, Louis Langrée, Lawrence Foster, Walter Weller, Philippe Entremont, Martin Haselböck, Bruno Weil, Hartmut Haenchen und Helmut Müller-Brühl. In den vergangenen Jahren spielte er unter anderem mit den Wiener Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, der Camerata Salzburg, dem Gustav Mahler Jugendorchester, dem hr-sinfonieorchester, dem Stuttgarter Kammerorchester, den Festival Strings Lucerne oder dem Kobe City Chamber Orchestra. Zu seinen Kammermusikpartner zählten das Henschel Quartett, das Artis Quartett, die Wiener Virtuosen, Benjamin Schmid, Oleg Maisenberg, Milan Turković, Matthias Schorn und Julian Rachlin.

Im Jahr 2001 wurde Wallisch für die internationale Konzertreihe „Rising Stars“ ausgewählt. Im Musikverein Wien spielte er im Mozart-Jahr 2006 und im Haydn-Jahr 2009 zwei eigene Konzertzyklen. Daneben tritt er in verschiedenen Konzertsälen und bei Festivals auf wie den Salzburger Festspielen, dem Lucerne Festival, dem Beethovenfest Bonn, dem Klavierfestival Ruhr und der Schubertiade Schwarzenberg. 2012 wurde er in die Liste der "Steinway Artists" aufgenommen.

Engagement

Wallisch, die Sopranistin Anna Maria Pammer und der Komponist John Sarkissian riefen gemeinsam das „Austro-Armenian Music Festival“ ins Leben, welches im Oktober 2009 in Yerevan seine Premiere hatte. Wallisch engagiert sich zudem bei „Rhapsody in School“, einem Projekt zur Musikvermittlung an junge Menschen, das von dem Pianisten Lars Vogt initiiert wurde. Im Jahre 2011 gründete er mit dem Tiroler Komponisten Sebastian Themessl die "Internationale Sommerakademie Lans" in Tirol.

2010 wurde Wallisch zum Professor für Klavier an der Genfer Musikhochschule (Haute Ecole de Musique Genève - Neuchâtel) ernannt.[1] 2013 war er zudem als Gastprofessor an der Franz-Liszt-Musikakademie Budapest tätig. 2016 erhielt er einen Ruf auf eine Professur an die Universität der Künste (UdK) Berlin.

Diskografie (Auswahl)

  • George Antheil: "Bad Boy of Music", mit Karl Markovics und Christopher Roth (paladino music)
  • Philharmonic Ensemble Vienna (Deutsche Grammophon)
  • Schubert/Liszt: Wanderer-Fantasie (alpha classics; Orchester Wiener Akademie, Dirigent: Martin Haselböck)
  • Haydn: The London Sonatas (LINN Records)
  • Mozart: Piano Concertos Nos. 12, 13 & 14 (LINN Records)
  • "Paris & Vienna" - A Tale of Two Cities (LINN Records)
  • Mozart in Vienna“ (LINN Records)
  • Johannes Brahms: 1. Klavierkonzert op. 15; Clara Schumann: KIavierwerke, mit RSO Wien, Dirigent: Kirill Petrenko (ORF-CD 2002)
  • Erich Zeisl: Klavierkonzert C-Dur, Weltersteinspielung mit RSO Wien, Dirigent: Johannes Wildner (cpo 2007)
  • John Sarkissian: „Theme and Variations for Piano“, (Living Artist Recordings, 2009)
  • Domenico Scarlatti: Piano Sonatas, Vol.11 (Naxos)
  • Franz Schubert: Klaviersonaten (3CDs, Naxos)
  • Ernö Dohnányi: The Piano Quintets, opp.1 and 26 (Naxos)

Einzelnachweise

  1. Haute Ecole de Musique Genève - Neuchâtel (französisch)