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vom 12.05.2017, aktuelle Version,

Herbert Schäfer (Schauspieler)

Herbert Schäfer (* 12. Dezember 1968 in Bonn) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben

Nach dem Abitur am Beethoven-Gymnasium in Bonn leistete er 20 Monate Zivildienst bei der Johanniter-Unfall-Hilfe. Er wurde danach von 1990 bis 1994 an der Otto-Falckenberg-Schule unter deren Direktor Jörg Hube zum Schauspieler ausgebildet. Seither arbeitet er schwerpunktmäßig als Theaterschauspieler.

Noch vor Abschluss seines Studiums erhielt er 1993 ein Engagement an den Münchener Kammerspielen; dort spielte er unter der Regie von Christian Stückl den Kent in dem Drama Edward II von Christopher Marlowe.

Sein erstes Festengagement hatte er ab 1994 am Theater Ulm, wo er bis 1997 zum Ensemble gehörte. In den Jahren 1999 bis 2001 war er dort als Gast engagiert. Er spielte in Ulm unter anderem den Valentin in Faust I (1994, Regie: Ansgar Haag), den Prinz von Guastalla in Emilia Galotti (1995), den Staatssekretär Antonio in Torquato Tasso (1995), den Ruprecht in Der zerbrochne Krug (1996, Regie: Jens Pesel), den Franz Moor in Die Räuber (1997), die Titelrolle in Hamlet (2001, Regie: Frido Solter) und den Mackie Messer in Brecht/Weills Die Dreigroschenoper (2001), wieder unter der Regie von Ansgar Haag.

Er gastierte 1998 bei den Bad Hersfelder Festspielen in dem Theaterstück Kapitän Kap Verde von Voltaire; für seine Darstellung der Rolle des Graf des Aprets erhielt er den Publikumspreis der Bad Hersfelder Festspiele. Weitere Gastspiele absolvierte er 1998 am Staatstheater Schwerin, wo er den Zeitungsredakteur Hovstad in dem Schauspiel Ein Volksfeind verkörperte. Am Teamtheater in München spielte er 2000 die Titelrolle des König Ödipus in König Ödipus. Bei den Freilichtspielen in Schwäbisch Hall verkörperte er 2000 den Edgar in der Tragödie König Lear, wieder unter der Regie von Frido Solter.

Ab 2002 war er am Theater Freiburg engagiert. Dort trat er als Oberon in Ein Sommernachtstraum (2002, Regie: Amélie Niermeyer), in der Titelrolle des Historiendramas Richard III. (2002, Regie: Gabriele Köstler), als Crusius in Fegefeuer in Ingolstadt (2003), als Richter Brack in Hedda Gabler (2004), als Hofmarschall von Kalb in Kabale und Liebe (2005), als Shu Fu in Der gute Mensch von Sezuan (2006) und von 2005 bis 2007 als Kulygin in Drei Schwestern, erneut unter der Regie von Amélie Niermeyer.

Weitere Engagements hatte er am Düsseldorfer Schauspielhaus (2006 Gastspiel als Kulygin in Drei Schwestern; 2007 als Biwoy in Libussa von Franz Grillparzer), am Bayerischen Staatsschauspiel (2009 als Anstaltsarzt Tinker in Gesäubert von Sarah Kane) und am Schauspielhaus Zürich (2010, als Ritter in der Goldenen Rüstung in Unter hohem Himmel–Parzival von Kathrin Lange). 2010 gastierte Schäfer am Stadttheater Fürth; er spielte den Kriegsjournalisten Pierre Peters in dem Stück Das Interview von Theodor Holman/Theo van Gogh (nach van Goghs Film Das Interview). Ab Dezember 2012 spielte Schäfer drei Monate in insg. 87 Aufführungen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz in einer Tourneeproduktion des Tourneetheaters Kempf in dem Theaterstück The King’s Speech (nach dem gleichnamigen, Oscar-prämierten Film). Er verkörperte darin David, Prince of Wales, den Bruder des stotternden Königs Georg VI.; sein Partner als König war Götz Otto. Von Herbst 2013 bis November 2013 spielte Schäfer diese Rolle bei weiteren 46 Vorstellungen in der Komödie im Bayerischen Hof in München. In weiteren 23 Vorstellungen war er mit diesem Stück 2016 wieder auf Tournee, diesmal in der Rolle des stotternden Königs „Bertie“.

Er hat an TV- und Film-Produktionen mitgewirkt und arbeitet ebenfalls als Sprecher fürs Fernsehen, Radiostationen und Hörbuchverlage. Ebenfalls wirkt er als Synchronsprecher in einigen Computerspielen mit; er leiht beispielsweise dem männlichen Commander Shepard aus dem Action-Computer-Rollenspiel Mass Effect und dem Helden Geralt von Riva aus dem Rollenspiel The Witcher in den deutschen Versionen seine Stimme. Letzterem lieh er seine Stimme allerdings nur in einer von zwei deutschen Sprachversionen.

Er ist verheiratet und lebt in Augsburg und München.

Hörbücher (Auswahl)

Filmografie

  • 1996: Dann eben mit Gewalt (Regie: Rainer Kaufmann)
  • 1998: Unter uns (Episodenrolle)
  • 1998, 2006: Lindenstraße – (Zwei Gastauftritte in Nebenrollen)
  • 1999: Männer aus zweiter Hand (Fernsehfilm)
  • 1999: Die Todesgrippe von Köln (Fernsehfilm)
  • 2000: Meine Mutter, meine Rivalin (Fernsehfilm)
  • 2000: Der Schnapper: Ein Toter kehrt zurück
  • 2000: Anna Wunder (Kinofilm)
  • 2005: Zeppelin!
  • 2005: Die Wache – Kriegserklärung
  • 2006: Pik & Amadeus – Freunde wider Willen
  • 2007: Ich bin eine Insel (Fernsehfilm)
  • 2007: Der Staatsanwalt – Freier Fall
  • 2008: Crash (Kurzfilm)
  • 2008: Die Dinge zwischen uns (Kinofilm)
  • 2009: Hungerwinter – Überleben nach dem Krieg (Erzähler)
  • 2010: Scheidung für Fortgeschrittene (Fernsehfilm)
  • 2010: Eines Tages… (Kinofilm)
  • 2012: Abseitsfalle (Fernsehfilm)
  • 2014: Die Rosenheim-Cops – Ritters letzte Fahrt (Fernsehserie)
  • 2015: Tatort: Die letzte Wiesn (Fernsehreihe)
  • 2016: Frau Pfarrer & Herr Priester (Fernsehfilm)
  • 2017: SOKO München – Gutes Karma, schlechtes Karma (Fernsehserie)