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vom 19.04.2017, aktuelle Version,

Landesberufsschule Bad Gleichenberg

Landesberufsschule Bad Gleichenberg (LBSBG)
Schulform Berufsschule
Schulnummer 604015[1]
Gründung 1950[2]/53[3]
Adresse

8344 Bad Gleichenberg, Mailandbergstraße 16

Bundesland Steiermark
Staat Österreich
Koordinaten 46° 52′ 43,3″ N, 15° 54′ 32″ O
Träger Steiermärkische Landesregierung
Leitung Josef Schellnegger[4]
Website www.lbs-gleichenberg.ac.at

Die Landesberufsschule Bad Gleichenberg (LBS BG) ist eine berufsbildende Pflichtschule für Berufe im Hotel-, Gastgewerbe und Tourismus in Bad Gleichenberg im Vulkanland in der Oststeiermark.

Die Schule ist die größte Tourismusberufsschule Österreichs. Zusammen mit den Tourismusschulen Bad Gleichenberg (TS BG) und dem Campus Bad Gleichenberg der Fachhochschule Joanneum Graz bietet der Ort eine einschlägige Berufsausbildung vom Lehrberuf bis zum Masterstudium.

Geschichte

Bad Gleichenberg ist noch aus der Monarchiezeit her eine der ältesten Kurstädte (1843), und verfügt über natürliche Mineralquellen. Der florierende Kurbetrieb kam im Zuge des Zweiten Weltkriegs aber vollständig zum erliegen.[5] Daher wurde 1949 die schon 1946 von den Wirtschaftskammern gegründete Gastwirtefachschule Pichl an der Enns (heute TS BG)[6] nach Gleichenberg übersiedelt.

1950[2]/1953[3] wurde hier auch die Landesberufsschule Bad Gleichenberg (LBS)[1] gegründet. Dazu wurde das 1845 erbaute Hotel Stadt Mailand adaptiert.[7]

1966 übernahm das Land Steiermark das Mailand von der Gemeinde.[8]

Die Gastwirtefachschule war im Laufe des Thermenboom der 1980er (Aufbau der Marke Vulkanland für den ganzen Raum Südoststeiermark) sukzessive zu einer umfassenden berufsbildenden mittleren und höheren Schule ausgebaut worden,[6] und 2001 begann auch die Fachhochschule Joanneum am Standort einen Studiengang.[2] Damit wurde Bad Gleichenberg quasi das internationale Kompetenzzentrum für Tourismus für Südostösterreich.[5] Im Vergleich etwa Tirol und Salzburg, wo die Tourismusschulen mitten in den wintersportlichen Zentralregionen angesiedelt sind, musste die – bis auf die Obersteiermark – auch im Tourismus eher strukturschwache Steiermark um ein eigenständiges Profil bemühen, und ist damit durchaus erfolgreich.[9] So ist die Berufsschule heute die größte der Steiermark und die größte Tourismusberufsschule Österreichs.[1]

Organisation

Die Landesberufschule wird vom Land Steiermark geführt. Direktor ist derzeit (2014) Josef Schellnegger.[4] Internatserhalter ist die Wirtschaftskammer Steiermark.[10]

Ausbildung und Internat

Die Berufsschule[1] ist die berufsbildende Pflichtschule für alle steirischen Lehrlinge folgender Berufe:[11]

Wie in den meisten Berufsschulen erfolgt der Unterricht blockweise pro Semester. Der Unterrichtsbesuch ist als öffentliche Pflichtschule kostenlos. Die Internatskosten betragen um 750 € je 8-wöchiger Lehrgangsdauer.[12]

Bauliches

Fassade des Objektes Mailand (Fensterzeile des Prunksaales)

Das Areal der Landesberufsschule und der Volkschule Bad Gleichenberg liegt nördlich des Kurparks – dort hinter dem Gemeindeamt am Park befindet sich der Campus der Tourismusschulen und der Fachhochschule.

Kern dieses Schulzentrums ist das Hotel Mailand (Mailandbergstraße 10/12). Dieses wurde 1845 vom Gastwirt Franz Schwarz erbaut. Die einzelnen Häuser wurden schon um die Jahrhundertwende zu einem Baukomplex geschlossen.[7] Dieses Bauwerk steht unter Denkmalschutz. Besonderheit des Gebäudes ist der 1895 vollendete Mailandsaal, eine der schönsten Prunksäle der Steiermark, der auch für Veranstaltungen genutzt wird.[8]

Daneben befindet sich das neuere Bubeninternat (Mailandbergstraße 16), ein eher funktioneller Bau.

Anschließend steht das 2007 errichtete Mädcheninternatshaus (Mailandbergstraße 8). [13] Dieser Bau stammt von barkowsky wahrer architekten (Köln), und ist – neben dem Neubau der TS 2010–2013 – ein weiteres Beispiel zeitgenössischer Schularchitektur im Ort.[13] Die Baukosten des Objekts beliefen sich auf 6,8 Mio €.[13]

  Commons: Landesberufsschule Bad Gleichenberg - Hotel Mailand  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Landesberufsschule Bad Gleichenberg, Eintrag in eduhi.at;
    Landesberufsschule Bad Gleichenberg, Eintrag auf schule.at → Schulführer.
  2. 1 2 3 FH Joanneum: Campus Guide Bad Gleichenberg, Fassung 2012/13, insb. Abschnitt How It All Began, S. 8 ff (englisch; pdf, fh-joanneum.at, abgerufen 30. Januar 2015; Weblink zum Download der aktuellen Fassung).
  3. 1 2 Eduard Gutleb, Rene Haider, Gerda Sichrowsky: Bad Gleichenberg oder die Invasion der Vogeldoktoren. In: Dave J. Karloff (Hrsg.): Aufbruch ins Innere: 40 Jahre Integratives Seminar für Psychotherapie in Bad Gleichenberg. Integratives Seminar für Psychotherapie. Verlag book-on-demand.de, 2009, ISBN 978-3-86805-490-3, Bad Gleichenberg und die heutige Situation: Ausbildungszentren, S. 116 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche ganzer Artikel S. 99–142; der Rest des Artikels behandelt andere Themen).
  4. 1 2 Direktion der Landesberufsschule für Tourismus, verwaltung.steiermark.at.
  5. 1 2 Paul Eder: Thermenregion Oststeiermark/Südburgenland. Thermen als Motor der regionalen Wirtschaftsentwicklung. Kapitel 2.08. In: Harald Hitz, Helmut Wohlschlägl (Hrsg.): Das östliche Österreich und benachbarte Regionen: ein geographischer Exkursionsführer. Böhlau Verlag, Wien 2009, ISBN 978-3-205-78447-0, Abschnitt 5.1 Bad Gleichenberg, S. 250 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche Kapitel S. 241–262).
  6. 1 2 Geschichte der Tourismusschulen Bad Gleichenberg, tourismusschule.com.
  7. 1 2 Hotel Mailand, bad-gleichenberg.gv.at > Unsere Gemeinde > Geschichte > Historische Ansichten.
  8. 1 2 Der Mailandsaal - einer der schönsten Prunksäle der Steiermark, verwaltung.steiermark.at > LBS Bad Gleichenberg.
  9. Vergl. dazu etwa die vorausgehenden Kapitel in Eder: Thermenregion Oststeiermark/Südburgenland, insbesondere 4. Steiermark und Burgenland im Österreich-Vergleich – ein touristisches Kurzportrait, S. 246 ff.
  10. Peter Schlögl, Liane Mikulics: Berufsschulinternate und Lehrlingsheime in Österreich. Analyse der Struktur sowie Regelungen zur Kostenübernahme durch die Lehrbetriebe. Österreichisches Institut für Bildungsforschung, Wien, September 2005, S. 74 (pdf, oeibf.at).
  11. Bad Gleichenberg: Wir über uns, wko.at, Wirtschaftskammer Steiermark → Lehrlingshäuser; Lehrpläne LBS Bad Gleichenberg, verwaltung.steiermark.at.
  12. Internatskostenbeiträge werden in Österreich in der Praxis von den Lehrbetrieben bezahlt, die dafür die für diese Zeit anfallende Lehrlingsentschädigung einbehalten. Differenzen hat der Lehrberechtigte auszugleichen (§ 9 Abs. 5 Berufsausbildungsgesetz).
    Siehe Internatskosten Lehrlingshäuser Steiermark, wko.at (abgerufen 1. Februar 2015, Stand für das Schuljahr 2014/2015).
  13. 1 2 3 Mädcheninternat LBS für Tourismus Bad Gleichenberg. In: architektur im netz, nextroom.at  GAT, 18. April 2008.
    Neubau Mädcheninternat der Landesberufschule für Tourismus, in BauKultur Steiermark;
    Landesberufsschule Bad Gleichenberg, markus-pernthaler.at (Baubeschreibung);
    Umbauarbeiten im Objekt Mailand / Neubau – LLH der Mädchen, Pressemitteilung, Sabine Klement, 12. Februar 2014, .wko.at.