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vom 01.05.2017, aktuelle Version,

Leonstein (Grünburg)

Leonstein (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Leonstein
Leonstein (Grünburg) (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Kirchdorf an der Krems (KI), Oberösterreich
Pol. Gemeinde Grünburg
Koordinaten 47° 53′ 39″ N, 14° 13′ 43″ Of1
Höhe 444 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 1698 (15. Mai 2001)
Fläche d. KG 16,24 km²
Postleitzahl 4592 Leonstein
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 09658
Katastralgemeinde-Nummer 49007
Zählsprengel/ -bezirk Leonstein (40902 002)

Der Ortskern mit der Pfarrkirche
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS

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Leonstein ist ein Dorf, eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Gemeinde Grünburg in Oberösterreich. Das Gebiet grenzt im Süden (Steyrdurchbruch) und Westen an Micheldorf, im Osten an Molln und im Norden bei Schloss Leonstein an die Ortschaft Obergrünburg.

Geschichte

Ansicht aus der Topographia Austriae superioris modernae (erschienen 1674)
Das namensgebende Schloss Leonstein liegt nördlich des Schmiedleithenbaches und damit bereits in Obergrünburg

Um 1320 baute Perhtoldus de Lewenstaine (von Löwenstein) aus dem Geschlecht der Rohrer eine Burg auf dem Hausberg. Zusätzlich errichtete er am Fuß des Hambaums eine Kirche im romanischen Stil und eine Friedhofskapelle. Die Kirche war zuerst eine Filialkirche von Syrnicht (Sierning) und ab 1367 eine eigene Pfarre.[1]

1390 wurde die Feste Leonstein von Herzog Albrecht III. belagert und schließlich zerstört, da dort Abgesandte des Salzburger Erzbischofs eingekerkert waren. Damals kam erstmals in Österreich eine Kanone zum Einsatz. Wolfgang von Rohr verkaufte seinen Anteil an der Burg schließlich dem Herzog, der andere Teil gehörte seinem Bruder Wilhelm, der geflohen war. 1397 belehnte Albrecht III. Wolfgang von Rohr wieder. Erhard von Zelking erwarb 1447 von Bernhard von Rohr die Hälfte der Herrschaft. Die Zelkinger errichteten statt des Bauernhauses Feichta das heute noch bestehende Schloss Leonstein.[2] Seit 1945 ist dort ein Landeskinderheim untergebracht.

Seit 1624 war Leonstein im Zuge der Gegenreformation wieder katholische Seelsorgestation und 1628 wanderte der protestantische Freiherr Christoph von Zelking aus. Es folgten die katholischen Herren von Salburg.[3]

Von 1666 bis 1668 war der heute als Kartograf bekannte Georg Matthäus Vischer Pfarrer in Leonstein.[4] Bier wurde seit 1731 unter der gräflichen Herrschaft der Salburger gebraut, die auch die Herrschaft Klaus besaßen. Der letzte Brauereibetrieb in Leonstein schloss 1907.[5] Das heutige Sensenschmiedemuseum (Ensemble Schmiedleithen) liegt zu einem kleinen Teil auch auf Leonsteiner Ortsgebiet, ansonsten direkt an der Grenze in Obergrünburg.[6]

Name und Lage

Ort und Pfarre sind nach der ehemaligen Burg bzw. dem heutigen Schloss benannt. Noch in der Urkunde zur Pfarrerhebung 1367 heißen Pfarre und Kirche allerdings „Zum heiligen Stephan an der Wienne“.[1] Die südliche Grenze verläuft auf der Mitte des Talübergangs Steyrdurchbruch. Die Grenze zu Molln bildet der Steyrfluss, die nördliche Grenze der Schmiedleithenbach.

Bauwerke

  • Pfarrkirche Leonstein. Hambaumstraße 2
  • Pfarrhof. Kirchenweg 6
  • Kraftwerk Agonitz

Brücken (ganz oder teilweise im Ortsgebiet)

  • Straßenbrücke über den Schmidleithenbach (südlicher Brückenkopf)
  • Radwegbrücke über den Schmidleithenbach (ebenso)
  • „Römerbrücke“ bei Schloss Leonstein
  • Stephanibrücke bei Molln (westlicher Brückenkopf)
  • Plangrabenbrücke des Steyrtalradweges
  • Talübergang Steyrdurchbruch (nördlicher Brückenkopf)
  • Tiefengrabenbrücke des Steyrtalradweges (ebenso)

Infrastruktur

Bildung, Freizeit und Natur

  • Musikschule
  • Volksschule

Das Freibad Leonstein liegt im Ortszentrum unterhalb der Musikschule. Am Radweg nahe Schloss Leonstein, beim Naturfreundehaus befindet sich ein Skaterplatz. Die Planwiesen mit großräumigen Halbtrockenrasen- und Schneeheide-Föhrenwäldern sind ein Naturschutzgebiet.[7]

Verkehr und Energieversorgung

Durch das gesamte Ortsgebiet verlaufen die Steyrtal-Landesstraße B 140 und der Steyrtalradweg. Dieser führt großteils auf der ehemaligen Trasse der Steyrtalbahn.

Das Laufkraftwerk Agonitz an der Steyr bei Flusskilometer 32 besteht seit 1924 und ist seit 1996 im Besitz der Energie AG Oberösterreich. In den Jahren 2003–2004 ließ der neue Eigentümer das Kraftwerk sanieren und größtenteils neu errichten. Dabei wurden zwei Maschinensätze installiert: eine Kaplan-Turbine mit 2550 kW und eine sogenannte Straflo-Matrix-Turbine mit 550 kW. Die Leistung stieg damit von 990 kW auf 3100 kW. Das Kraftwerk erzeugt jährlich 15,8 GWh Strom.[8]

Einzelnachweise

  1. 1 2 Grünburg – Kirche Leonstein aufgerufen am 24. Mai 2011
  2. Wilibald Girkinger, Wolfgang Heitzmann: Die Steyr. Landschaft und Menschen am Fluß. Landesverlag, 1990, ISBN 3-85214-527-9, S. 112 f.
  3. Leonsteiner Pfarrbrief, Weihnachten 2004. In: Franz Wagner: Leonstein. 1907, S. 16.
  4. Georg Matthäus Vischer: Topographia Austriae superioris modernae Archiv Verlag, 2005 (Reprint) Kommentar von Klaus Rumpler S. 3f.
  5. Heimatblätter: Bier aus Leonstein. Das Brauhaus zu Leonstein 1731 – 1907. Nr 1. Jahrgang 2005, S. 5f.
  6. schmiedleithen.at angesehen am 24. Mai 2011
  7. Land Oberösterreich - Naturschutzdatenbank angesehen am 24. Mai 2011
  8. Technik im Kraftwerk Agonitz an der Steyr (PDF; 603 kB) aufgerufen am 30. Juli 2011
  Commons: Leonstein (Grünburg)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien