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vom 29.06.2020, aktuelle Version,

Otto Skorzeny

Otto Skorzeny als Insasse des Gefängnisses von Nürnberg (November 1945)

Otto Skorzeny (* 12. Juni 1908 in Wien; † 5. Juli 1975 in Madrid) war ein österreichischer Offizier der Waffen-SS, zuletzt im Rang eines SS-Obersturmbannführers der Reserve. Bekannt wurde er durch seine Beteiligung am Unternehmen Eiche zur „Befreiung“ des abgesetzten und unter Arrest gestellten italienischen Diktators Benito Mussolini.

Leben bis 1945

Jugend und Ausbildung

Skorzeny wuchs in einer bürgerlichen Familie auf. Seine Eltern waren der Bauingenieur Anton Skorzeny und Florentine Sieber. Skorzeny wurde römisch-katholisch getauft, seine Vornamen wurden in der Heiratsurkunde von 1939 (ausgestellt 1946) mit Otto Johann Anton angegeben.[1]

Bereits als Schüler engagierte er sich politisch und trat 1922 dem rechtsextremen[2] deutschnationalen „Deutschen Mittelschülerbund Österreichs“ bei.[3] Nach seiner Matura studierte er ab 1926 an der Technischen Hochschule Wien Maschinenbau. 1927 trat er in die akademische Burschenschaft Markomannia zu Wien ein, von der er bis zu seinem Tode (1975) als Alter Herr geführt wurde. Aus dieser Zeit stammen auch die deutlich sichtbaren Narben (Schmisse) aus vierzehn studentischen Mensuren, weshalb er später von den Alliierten „Scarface“ (deutsch „Narbengesicht“) genannt wurde. Im selben Jahr trat Skorzeny in die „Wiener Akademische Legion“ ein, einem 1922 gegründeten antimarxistischen Studentenfreikorps, das sich 1928 dem Steirischen Heimatschutz anschloss und die er 1931 wieder verließ.[3] Seine Diplomarbeit handelte über die Konstruktion einer Dieselmaschine, mit der er am 31. Dezember 1931 zum Ingenieur graduierte.[4]

Karriere im Nationalsozialismus

Laut eigenen Angaben inspiriert von einer Rede Joseph Goebbels in Wien, trat er am 5. Mai 1932 der österreichischen NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.083.671).[4] Im Februar 1934 trat er in die in Österreich illegale Schutzstaffel ein (SS-Standarte 89 – Mitgliedsnummer 295.979).[5] Am nationalsozialistischen Aufstand im Juli 1934 war er nicht beteiligt.[3]

Skorzeny arbeitete nach seinem Examen zunächst als Mechaniker in einer Autowerkstatt, danach für die Meidlinger Gerüstbau. Er heiratete im Mai 1934 Margareta Schreiber, die Tochter des Besitzers, wurde Geschäftsführer und ab 1937 Inhaber der Gerüstbaufirma. Im selben Jahr reichte er die Scheidung ein.[4]

Als SS-Angehöriger war Skorzeny an den Ereignissen um den Anschluss Österreichs beteiligt. Er gehörte zu den ersten Nationalsozialisten, die am 11. März 1938 nach der Umstellung des Bundeskanzleramts durch SS-Einheiten von Ernst Kaltenbrunner, das Gebäude stürmten und den Bundespräsidenten Wilhelm Miklas festsetzten.[6] Nachdem Miklas vor der nationalsozialistischen Gewalt kapitulierte, begleitete ihn Skorzeny am frühen Morgen des 12. März 1938 zurück in seine Villa, wo er ihn konfinierte.[7][8] Nach dem Krieg stilisierte sich Skorzeny selbst als „Retter“ von Miklas.[9]

Im Zuge der Novemberpogrome 1938 übernahm Skorzeny am 10. November 1938 die Aufgabe mit seiner SS-Truppe zwei Synagogen im 3. Bezirk zu zerstören, eine davon die Vereinssynagoge Müllnergasse, wobei es auch zu zahlreichen Übergriffen gegenüber jüdischen Mitbürgern kam.[10][11][12] Die Durchführung der Zerstörungen unter der Leitung des 30järigen Skorzeny erfolgte nach Vorgabe der Gestapo, Referat II.G.[13]

Eine Beförderung zum SS-Untersturmführer erfolgte am 30. Januar 1939.[14] Am 25. Mai 1939 heiratete er in Wien Emmi Linhart (* 6. Dezember 1916 in Wiener Neustadt). Beim Standesamt Wien-Alsergrund gaben die Angetrauten an, gottgläubig zu sein.[1] 1940 kam sein einziges Kind, die Tochter Waltraut, auf die Welt.[15]

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs meldete sich Skorzeny im September 1939 freiwillig zur Waffen-SS und Frontdienstleistung.[14] Anfang Februar 1940 trat er als Reserve-Führer-Anwärter in die SS-Verfügungstruppe ein.[3] Im Rahmen der Waffen-SS-Divisionen „Das Reich“ und „Totenkopf“ nahm er als Kraftfahroffizier am Frankreich- und Jugoslawien-Feldzug teil und wurde 1941 während des Deutsch-Sowjetischen Krieges in Russland verwundet.[5]

Im April 1943 wurde er in das Reichssicherheitshauptamt (RSHA), Amt VI (Ausland – SD-Ausland) versetzt und übernahm dort am 20. April 1943 die Leitung der neuen Abteilung VI S (Schulung und Widerstandsbekämpfung), die auch für Sabotage- und Kommandoaktionen verantwortlich war.[3] Diese Karriere hatte er der persönlichen Bekanntschaft mit Ernst Kaltenbrunner zu verdanken, der im Januar 1943 Chef des RSHA wurde.[5] Am 28. April 1943 erfolgte Skorzenys Beförderung zum SS-Hauptsturmführer.[14]

Die von Skorzeny geführte Abteilung VI S war ein Konkurrenzunternehmen des RSHA zur Spezialeinheit Brandenburg der militärischen Abwehr. Aus Einheiten des SD und der Sicherheitspolizei sowie Fallschirmjägern der Waffen-SS formierte er eine spezielle Kommandotruppe, die von April bis Juni 1943 als „Sonderlehrgang z.b.V. Oranienburg“, von Juni 1943 bis April 1944 als „Sonderverband z.b.V. Friedenthal“ und ab April 1944 als „SS-Jägerbataillon 502“ zum Einsatz kam.[16][3]

„Befreiung“ Benito Mussolinis

Skorzeny mit Harald Mors und Mussolini vor dem Hotel Campo Imperatore, 12. September  1943

Eine fälschlicherweise Skorzeny zugeschriebene Aktion war die sogenannte „Befreiung von Mussolini“. Nachdem Mussolini auf Befehl des Königs Viktor Emanuel III. am 25. Juli 1943 verhaftet wurde machte Hitler die Suche nach dem Duce zur Chefsache und beauftragte Ende Juli 1943 außerhalb der militärischen Befehlskette den General der Fallschirmtruppe Kurt Student Mussolini ausfindig zu machen und nach Deutschland zu bringen.[17] Hitler ließ sich regelmäßig über den Vorgang unterrichten. Kurt Student ordnete am 12. September 1943 das Unternehmen Eiche an, eine Befreiungsaktion, die jedoch in Wahrheit eine „regelrechte Entführung“ war. Student unterstand auch eine SS-Sondereinheit, die von Otto Skorzeny geführt wurde.[17] Während Kurt Student für die Planung und Ausführung der Aktion verantwortlich war, übernahm Skorzeny reine Sicherungsaufgaben und war für die Ermittlung des Aufenthaltsorts Mussolinis zuständig.[3]

Wochen vorher suchte Skorzeny in ganz Italien nach Mussolini. Der erste Hinweis kam jedoch nicht von Skorzeny, sondern von Herbert Kappler, der als Aufenthaltsort La Maddalena lokalisierte. Skorzeny, der die Anwesenheit von Mussolini bestätigen wollte, umkreiste am 18. August 1943 im Tiefflug die Inselgruppe. Er wurde jedoch von den Bewachern Mussolinis entdeckt, die den Ex-Diktator daraufhin zum Hotel Campo Imperatore im Gebirgszug Gran Sasso verlegten.[17]

Nachdem nach einigen Wochen der neue Aufenthaltsort ausfindig gemacht werden konnte, gelang es den Fallschirmjägern Students am 12. September 1943 in einer spektakulären Aktion mittels Lastensegler Mussolini außer Landes zu bringen. Otto Skorzeny konnte erreichen, dass er und einige seiner SS-Männer an der Aktion teilnehmen durften. Skorzeny gefährdete sogar den glücklichen Ausgang des Unternehmens, indem er darauf bestand zusammen mit dem Ex-Diktator zu fliegen, so dass die Maschine beim Abflug überladen war.[18][19]

Obwohl Skorzeny weder an der direkten Planung dieser Operation beteiligt war noch Befehlsgewalt dabei hatte, wurde er für die Befreiungsaktion hoch gelobt, zum SS-Sturmbannführer befördert und am 13. September 1943 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.[3] In der NS-Propaganda wurde bewusst verschwiegen, dass es sich bei dem Einsatz primär um eine von Angehörigen der Fallschirmjägertruppe geplante und ausgeführte Operation gehandelt hatte, während die Rolle Skorzenys und seiner SS-Leute stark aufgebauscht wurde.[19][20]

Die Jahre 1944 und 1945

Skorzeny (links), Adrian von Fölkersam (Mitte) und Walter Girg (rechts) in Budapest, Oktober 1944

Durch eine Umstrukturierung des militärischen Geheimdienstes und der Übernahme von Teilen durch das RSHA wurde Skorzeny im Juli 1944 Gruppenleiter der Abteilung D (Sabotage und Zersetzung) des neu formierten „Amt Mil“ des RSHA.[21] Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler rückte Skorzeny in der darauf folgenden Nacht mit einer SS-Kompanie auf den Bendlerblock vor, wo sich auch die „Kommandozentrale der Verschwörer“ befand. Im Zuge der Niederschlagung des erfolglosen Putsches sollten die SS-Männer neben der Besetzung des Gebäudes die dort befindlichen Offiziere zu dem Ereignis verhören.[22]

Im Oktober 1944 erfolgte der Einsatz von Skorzeny im Rahmen des Unternehmens Panzerfaust in Ungarn. Dabei handelte es sich um einen „SS-Putsch“ gegen Miklós Horthy und die ungarische Regierung, den verfassungsgemäß bestellten Repräsentanten eines verbündeten Staates, da es Anzeichen gab, dass Ungarn das Bündnis mit Deutschland aufkündigen wollte.[23] Unter der Leitung von Skorzeny wurden am 15. Oktober 1944 die wichtigen Regierungsstellen in Budapest durch seine Sondereinheit gestürmt und Miklós Horthy jr., der einzige lebende Sohn Horthys, mittels Flugzeug nach Deutschland entführt. Mit der Aussicht, dass „sein Sohn an die Wand gestellt“ werde, wenn er nicht Folge leisten würde, gab Horthy der Erpressung nach, erklärte seinen Rücktritt und begab sich in deutsche Gefangenschaft.[24] Horthy wurde durch Ferenc Szálasi, einen Vertreter der faschistischen Pfeilkreuzler, ersetzt. Skorzeny wurde noch im Oktober zum SS-Obersturmbannführer befördert.[14]

Im November 1944 wurde das von Skorzeny geführte „SS-Jägerbataillon 502“ in die „SS-Jagdverbände“ überführt, einer SS-Kommandotruppe für Sabotage und Zersetzung. Zusätzlich wurde das SS-Fallschirmjäger-Bataillon 600 in die „SS-Jagdverbände“ integriert und Skorzeny als Kommandant berufen.[25][26] Skorzeny setzte sich in der Folge für die Versorgung einer vermeintlich hinter den sowjetischen Linien agierende deutschen Gruppe ehemals eingeschlossener Soldaten ein. Diese sogenannte Kampfgruppe Scherhorn sollte im Zuge einer Operation Freischütz unterstützt werden. Eine Unterstützung war in der Folge nie erfolgreich und der letzte Versuch wurde im April 1945 abgebrochen, da die Vermutung bestand, dass es sich um eine Erfindung des NKWD handelte. Weiter erhielt Skorzeny den Auftrag, im sowjetischen Hinterland eine Widerstandsorganisation aufzubauen und mit antikommunistischen Partisanen Kontakt aufzunehmen. Dazu gehörten verschiedene antisowjetische Gruppen im sowjetischen Hinterland bis zum Kaukasus.[27] Bei einem Treffen mit den weißrussischen Kollaborateuren Radaslau Astrouski, Usewalad Rodska und Mikola Abramtschyk beschloss Skorzeny eine Zusammenarbeit, um Rekruten und Personal für Sabotage-Einsätze und zur Trainierung von Infiltratoren zu finden. Diese Zusammenarbeit wurde durch die Errichtung von zwei SD-Anlagen in Dahlwitz-Hoppegarten sowie in Walbuze in Ostpreußen verwirklicht, wo den Rekruten die Nutzung von Funkverbindungen, Codierung, Demolierung und Tötungstechniken beigebracht wurde.[28] Skorzeny war auch in die Ausbildung von Angehörigen der nationalsozialistischen Untergrundbewegung Werwolf involviert.[29]

Skorzeny bei einer Lagebesprechung mit SS-Führern einer SS-Fallschirmjäger-Einheit an der Oder (Februar 1945)

Im Rahmen der Ardennenoffensive stellte Skorzeny im Dezember 1944 einen Kommandoverband auf, dessen Soldaten – in amerikanischen Uniformen getarnt – hinter den gegnerischen Linien Brücken über die Maas handstreichartig nehmen und für die nachfolgenden Panzerdivisionen offen halten sollten (Unternehmen Greif). Diese Aktion hatte keinen Erfolg.[3]

Um eine Ostfrontlücke zu schließen erhielt Skorzeny am 30. Januar 1945 von Heinrich Himmler den Befehl mit seinen SS-Jagdverbänden den Brückenkopf Schwedt/Oder zu verteidigen. Skorzeny übte dort auch andere Aufgaben aus, so fand in Schwedt ein militärisches Standgericht unter dem Vorsitz von Skorzeny statt. Am 4. Februar 1945 wurde Kurt Flöter, der Bürgermeister und Volkssturm-Kommandant von Königsberg/Neumark, von Skorzenys Gericht zum Tode verurteilt und sofort hingerichtet. Er hätte die Stadt ohne Rückzugsbefehl verlassen.[30] Himmler enthob Skorzeny am 21. Februar 1945 von seiner Stellung als Kommandant des Brückenkopfs, nachdem rund 30 Prozent seiner Jagdverbände aufgerieben wurden.[31]

Im März 1945 wurde er ins Alpengebiet geschickt und sollte mithelfen, den letzten deutschen Widerstand in der angeblichen „Alpenfestung“ zu organisieren. Er versammelte in Bad Aussee zwischen 250 bis 300 Angehörige verschiedener SS-Sonderverbände, denen er Ende April dem Namen „Schutzkorps Alpenland“ gab.[32] Am 16. Mai 1945 stellte sich Skorzeny US-amerikanischen Streitkräften in Annaberg der 3. US-Infanteriedivision und wurde nach Salzburg zum Verhör gebracht.[32] Später wurde er in das Internierungslager Dachau verlegt und vom Counter Intelligence Corps verhört.[33][34]

Leben nach 1945

Internierung und Kriegsverbrecherprozess

Während seiner Internierung in Dachau wurde Skorzeny als Kriegsverbrecher angeklagt, da seine Kommandos während der Ardennenoffensive völkerrechtswidrig in amerikanischen Uniformen operiert hatten. Vom 18. August bis zum 9. September 1947 wurde der Prozess (United States of America v. Otto Skorzeny et al.) gegen ihn und neun weitere Angeklagte als Teil der Dachauer Prozesse geführt. Die Angeklagten wurden „der mißbräuchlichen Benutzung feindlicher Umformen, der Beraubung von Kriegsgefangenen, der Nicht-Aushändigung von Paketen an Kriegsgefangene sowie der Mißhandlung und Tötung amerikanischer Kriegsgefangener“ beschuldigt.[35] Obwohl Skorzeny vom Chefankläger Albert H. Rosenfeld zum „the most dangerous man in Europe“ deklariert wurde, erhielten er und alle Angeklagten einen Freispruch, da der britische Offizier Edward Yeo-Thomas als Zeuge der Verteidigung bestätigte, dass alliierte Spezialeinheiten ebenfalls in gegnerischen Uniformen gekämpft hätten.[36]

Anschließend an seinen Prozess in Dachau wurde Skorzeny den deutschen Behörden für weitere Untersuchungen übergeben und in das Internierungslager Darmstadt überführt. Am 27. Juli 1948, nur einen Tag bevor Skorzeny zu einer öffentlichen Anhörung zu den Nürnberger Prozessen vorgeladen war, wurde ihm auf bis heute ungeklärte Weise die Flucht ermöglicht, so dass er sich einer möglichen weiteren Strafe entziehen konnte.[37]

Flucht und Untertauchen

Zu Skorzenys Flucht kursieren bis heute verschiedene Theorien. Nach Eigenangaben wurde er von drei als US-Militärpolizei getarnten SS-Männern aus dem Internierungslager abgeholt. Die Uniformen wären von den Amerikanern zur Verfügung gestellt worden.[37] Eine andere Version stammt von Michel Garder, einem ehemaligen Oberst des französischen Auslandsgeheimdienstes, der 1989 behauptete er habe Skorzeny den US-Amerikanern weggeschnappt. Verschiedene Aktenvermerke des CIA lassen jedoch vermuten, dass Skorzeny im Zuge des beginnenden Kalten Krieges von der CIA abgeschöpft wurde.[38]

Der Verbleib von Skorzeny zwischen Juni 1948 und seinem offiziellem Auftauchen 1950 ist ebenfalls umstritten. Während sein Biograph Charles Whiting behauptete er sei bei Juan Perón in Argentinien untergetaucht gewesen[38], sprechen andere Quellen davon, dass er sich Mitte 1949 um die Anwerbung deutscher Spezialisten für Syrien bemühte, im Zuge des Fahndungsdrucks über Paris, Spanien und schließlich über Italien sowie Bolivien nach Argentinien floh.[39] Skorzeny selbst sprach von zwei in Deutschland und Frankreich verbrachten Jahren.[38] Der Historiker Thomas Riegler hält die Aussagen von Skorzeny vor der CIA, er hätte sich von Juli 1948 bis Mai 1949 mit verschiedenen Identitäten in Westdeutschland versteckt und sei damit beschäftigt gewesen, seine Kriegserinnerungen zu schreiben, für die wahrscheinlichste Variante.[38] Laut dem investigativen Journalisten Martin A. Lee versteckte sich Skorzeny nach seiner Flucht einige Zeit in einem Bauernhof in Bayern, der von Ilse Finck von Finckenstein (geb. Lüthje) angemietet worden war, einer Nichte von Hjalmar Schacht und seine spätere dritte Ehefrau.[37] Als erste Identität benutzte er einen gefälschten Personalausweis ausgestellt im August 1947 auf den Namen Rolf Steinbauer, Journalist aus Breslau.[40]

Für Vorabveröffentlichungen seiner Kriegserinnerungen zahlte die Illustrierte Quick 1950 30.000 DM. Den gleichen Betrag gab es vom Hansa Verlag Josef Toth in Hamburg 1950 für das Buch Geheimkommando Skorzeny. Auch der Figaro zahlte Skorzeny eine beachtliche Summe für seine Geschichten.[38] Diese Veröffentlichungen waren der Beginn einer reißerischen, auf Selbstdarstellung ausgerichteten und umfangreichen publizistischen Tätigkeit Skorzenys, welche der eigenen Mythologisierung Vorschub leistete.[3]

Die Flucht und das Abtauchen Skorzenys brachten ihn in Folge immer wieder mit NS-Fluchthilfeorganisationen in Verbindung. Laut einem US-Geheimbericht vom 20. Januar 1947[41] sagte ein deutscher Informant aus, dass Skorzeny bereits während seiner Internierung in Dachau der Führer des angeblichen Untergrund-Netzwerks O.d.e.SS.A. gewesen wäre. Laut dem britischen Journalisten Guy Walters wäre Skorzeny für diese Aufgabe jedoch „hoffnungslos ungeeignet“ gewesen. Eine ähnliche Rolle wurde ihm bezüglich der Spinne angedichtet.[38]

Konkreter waren Informationen der deutschen Polizei von September 1948, die über eine „Skorzeny Organisation“ berichteten, die sich in der amerikanischen Besatzungszone ausbreite und sich dem „Kampf gegen den Kommunismus“ widmete. Eine andere Geheimdienstquelle sprach von einer Untergrund-Bewegung ehemaliger Anhänger der SS und Fallschirmjäger, die sich unter der Führung von Skorzeny sammelte. Die britischen Behörden folgerten daraus, dass Skorzeny für die CIA arbeitete und in Deutschland eine Sabotageorganisation aufbaute.[37]

Während seiner klandestinen Zeit auf dem Bauernhof in Bayern hatte Skorzeny engen Kontakt mit Reinhard Gehlen. Zusammen mit Hartmann Lauterbacher rekrutierte er in München für die Organisation Gehlen.[42] In diesem Zusammenhang hatte Skorzeny engen Kontakt mit Albert Schnez, dessen illegale „Soldatenselbsthilfe in Süddeutschland“ mit Hilfe der „Organisation Gehlen“ aufgebaut wurde.[43][44]

Laut Ilse Finck von Finckenstein warnte Reinhard Gehlen Skorzeny 1948 vor einem Versuch der Sowjets ihn zu kidnappen.[42] Die Verhaftung seines Bruder Alfred 1948 durch die Sowjets, der am 13. Dezember 1948 zu 20 Jahren Besserungslager wegen angeblicher Spionagetätigkeiten verurteilt wurde, erfolgte laut Stefan Karner „offensichtlich aufgrund einer Verwechslung mit seinem Bruder Otto oder aber infolge der von den Sowjets praktizierten Sippenhaftung“. Im Jahr 1955 wurde Alfred vorzeitig aus der Haft entlassen und zurück nach Deutschland geschickt.[45]

An die Öffentlichkeit gelangte Skorzeny wieder am 14. Februar 1950 in Frankreich. Ein Foto von ihm, aufgenommen am Tag zuvor in einem Café an den Champs-Élysées in Paris zierte die Titelseiten französischer Zeitungen. Kurz danach traf er sich in Österreich mit Veteranen und reichte die Scheidung mit Emmi Linhart ein.[42]

Die Jahre 1950 bis 1960

Um Skorzenys Aktivitäten im Geheimdienstmilieu kursieren bis heute die verschiedensten Informationen. Der Historiker Peter Hammerschmidt hatte im Januar 2012 umfangreiche Einsicht in die Akten Skorzenys des Bundesnachrichtendienst (BND). Laut seinen Recherchen gibt es keinen Zweifel, dass Skorzeny ab „Mitte 1949 Beziehungen zu amerikanischen Dienststellen“ pflegte.[46] Darüber hinaus fand Hammerschmidt in den BND-Akten Belege für die Existenz westeuropäischer Staybehind-Strukturen woraus er die Vermutung ableitet, dass Skorzeny direkt an der Formation von Stay-behind-Strukturen in Deutschland beteiligt gewesen sei.[46] Die BND-Akten zeichnen von Skorzeny ein Bild eines „freischaffenden Künstlers im Nachrichtengeschäft“ und charakterisierten ihn durchweg negativ als „Mann mit pathologischem Geltungsbedürfnis“ und „Hochstapler“.[46]

„Skorzeny hat ein bemerkenswertes Geschick «immer rechtzeitig da zu sein», seine meistens geringfügige Beteiligung an «interessanten» Unternehmungen groß herauszustellen und sich ohne besondere Leistungen populär zu machen. […] [Er] hat und wird daher immer sein Wirken mit einem geheimnisvollen Schleier umgeben. Er bewegt sich am liebsten im Zwielicht. Er lebt von Andeutungen, Versprechungen und nicht bewiesenen Behauptungen. Diese Methode ist für ihn kennzeichnend, aber auch notwendig, weil er tatsachlich zu keiner ernsthaften Arbeit oder Leistung fähig ist.[46]

Laut Hammerschmidt geben die BND-Dokumente von Skorzeny keine Hinweise, dass er jemals mit der Organisation Gehlen in direkter Verbindung stand. Demgegenüber würden die Memoiren von Reinhard Gehlen ein anderes Bild zeichnen. So habe die Organisation Gehlen finanziert und genehmigt durch die CIA Anfang der fünfziger Jahre ehemalige SS-Angehorige für den Nahen Osten angeworben. Der CIA identifizierte später Skorzeny als führende Figur einer Expertentruppe, der 1953 von Gehlen persönlich beauftragt worden sei, die ägyptische Armee auszubilden.[47]

Im September 1950 verlagerte Skorzeny seinen Lebensmittelpunkt nach Madrid, Spanien, wo er unter dem persönlichen Schutz des Diktators Francisco Franco stand und diesen als Militärberater unterstützte.[48][39] In Spanien spielte er eine bedeutende Rolle bei der Organisierung der zahlreichen ehemaligen SS-Kämpfer, die sich auf der iberischen Halbinsel niedergelassen hatten.[3] Der von Nikolaus von Preradovich als „Kristallisationspunkt“ bezeichnete Skorzeny[39] hatte ein „regelrecht familiäres Verhältnis“ zu Léon Degrelle und Otto Ernst Remer.[49]

1952 wurde Skorzeny in Abwesenheit von einem Gericht in Hessen entnazifiziert und als „minderbelastet“ eingestuft. In der Bundesrepublik war er fortan vor Strafverfolgung geschützt.[50]

Ab 1953 fungierte er unter anderem als Berater des argentinischen Präsidenten Juan Perón und des ägyptischen Staatschefs Nasser.[51] 1953 gab es Vermutungen Skorzeny habe an Aktivitäten des Naumann-Kreis teilgenommen. In Madrid war Skorzeny Repräsentant des Düsseldorfer Import-Export Unternehmens von Werner Naumann.[52]

Am 1. März 1954 heiratete Skorzeny seine dritte Ehefrau Ilse Finck von Finckenstein, mit der er seit 1950 in Madrid zusammenlebte und deren Geschick als Geschäftsfrau für Skorzenys unternehmerischen Erfolg mitverantwortlich war. Unter dem Aliasnamen „Rolf O. S. Steinbauer“ richtete er in Madrid ein Ingenieurbüro ein und entfaltete von dort aus rege geschäftliche Aktivitäten.[53][54] Er konzentrierte sich darauf die Vertretung verschiedener westdeutscher Unternehmen zu übernehmen, was ihm relativ rasch gelang. So fungierte Skorzeny als Generalvertreter für verschiedene eisenverarbeitende Unternehmen wie die Stolberger Zink (Aachen), Couthino Caro & Co (Düsseldorf/Hamburg), der Neunkircher Eisenwerke, der Buderus Eisenwerke (Wetzlar), der Vereinigten Armaturen Co. (Mannheim) oder Bopp & Reuther (Mannheim).[54]

In Österreich hatte Skorzeny ebenfalls hohe Protektoren. So übertrug man ihm die Generalvertretung der österreichischen VÖEST für Spanien und Lateinamerika. Zusätzlich zu seinem Wohlstand trugen Gewinne aus Immobilien bei. Skorzeny hatte in Grundstücke entlang der Costa del Sol investiert und profitierte vom Massenverkauf von Ferienhäusern.[54] In Madrid bewohnte er eine Etagenwohnung und besaß auf Mallorca ein Fischerhaus.[55]

Ein weiteres lukratives Geschäft war der Waffenhandel. Als Vertreter der spanischen Waffenfirma Alfa operierte Skorzeny Mitte der 1950er Jahre in Belgisch Kongo, im Vorderen Orient und in Nordafrika und stand „in ständiger Verbindung“ mit dem arabischen Grosmufti Mohammed Amin al-Husseini. Er belieferte während der Sueskrise Ägypten, Jordanien und Algerien mit ausgemusterten Waffen der spanischen Armee.[51]

Parallel zu seinen Beratertätigkeiten bemühte sich Skorzeny in Europa, verschiedene faschistische Gruppen zu einer neonazistischen „Internationalen“ zu bringen. In diesen Zusammenhang traf er 1956 Oswald Mosley in Irland.[56] Danach hielt er sich 1957 und 1958 mehrfach in Irland auf, wo er 1959 eine Farm im County Kildare kaufte. Er erhielt allerdings kein permanentes Aufenthaltsrecht der irischen Behörden und durfte sich so lediglich sechs Wochen pro Jahr im Land aufhalten. 1971 verkaufte er die Farm.[57]

Die Jahre 1960 bis zum Tod

Das Geschäft mit Waffen intensivierte Skorzeny in den 1960er Jahren. Zusammen mit Gerhard Mertins, der unter ihm 1943 am „Unternehmen Eiche“ teilnahm und zu Skorzenys Expertengruppe gehörte, die 1954 in Ägypten operierte, fungierte Skorzeny als Partner der von Mertins 1963 in Vevey, Schweiz, gegründeten eigenen Exportfirma Merex AG.[58] Die Merex entwickelte sich im Laufe der 1960er Jahre zum bedeutsamsten deutschen Waffenlieferanten und wurde vom BND gesteuert.[59] So fungierte Skorzeny unter anderem 1966 als Kontaktmann der Merex für Waffenlieferungen nach Peru und Bolivien.[60][61]

Über eine Anwerbung Skorzenys und Zusammenarbeit mit dem israelischen Mossad gibt es verschiedene Versionen. Gemeinsam haben sie eines, der Mossad wollte über ihn an Informationen zum ägyptischen Raketenprogramm gelangen, um es zu sabotieren. Der Historiker Amnon Kava berichtete 1989 erstmals darüber. Als Repräsentanten der NATO getarnt besuchten im Frühjahr 1963 zwei Mossad-Offiziere Skorzeny in Madrid. Der ehemalige Mossad-Direktor Meir Amit äußerte sich 1995 zum Fall. Demnach sei Skorzeny als Agent angeheuert worden, um Kontakt mit dem „Sicherheitschef“ der deutschen Wissenschaftler in Kairo herzustellen. Dank Skorzeny fand der Mossad heraus, dass „Nassers Waffenprojekt gegen Israel“ „purer Bluff“ war. Hinter der Bereitschaft zur Zusammenarbeit stand die Angst Skorzenys wie Eichmann entführt zu werden, und Skorzeny knüpfte seine Zusammenarbeit an die Zusicherung keiner weiteren Verfolgung ausgesetzt zu werden.[62]

In den 1960er Jahren geriet Skorzeny erneut ins Visier von Ermittlungen der deutschen und österreichischen Justiz aufgrund von Beschuldigungen wegen Kriegsverbrechen. Die Ermittlungen betrafen verschiedene während der NS-Zeit und im Krieg begangener Verbrechen, darunter die Erschießung von Gefangenen während des Balkaneinsatzes 1941, die Erprobung einer Giftpistole an Häftlingen im KZ Sachsenhausen 1944 bis hin zur Verantwortung für Mordtaten an Soldaten und Zivilisten in der Schlussphase des Kriegs an der Oderfront.[3] Einen ersten Haftbefehl aufgrund von Kriegsverbrechen bestand Ende der 1950er Jahre vom Bezirksgericht von Ungarisch-Hradisch, und betraf die Ermordung von mehr als 39 Zivilisten beim Rückzug einer von Skorzeny befehligten Einheit im April 1945. Hierbei waren die mährischen Ortschaften Plostina, Prlova und Varak niedergebrannt und geplündert worden. Das Ermittlungsverfahren wurde in Österreich am 16. Oktober 1958 eingestellt, auch weil die tschechische Regierung die Angelegenheit nicht weiterverfolgte. Eine Ausweitung der Voruntersuchungen gegen Skorzeny in Österreich wurde Ende 1956 erwogen. Es ging um die vermutlich von Skorzeny angeordnete Hinrichtung der österreichischen Widerstandskämpfer Karl Biedermann, Alfred Huth und Rudolf Raschke am 8. April 1945. Aufgrund einer „unklaren Beweislage“ wurde das Verfahren eingestellt.[63] Ein ähnliches Schicksal hatten die neuen Ermittlungsverfahren in den 1960er Jahren. Für Skorzeny gab es keinerlei strafrechtliche Konsequenzen.[3]

Ein Kreis von deutschen, österreichischen und spanischen Rechtsextremisten um Otto Skorzeny gründete 1965 in Barcelona einen „Freundeskreis der Musik Richard Wagners“. Dieser Freundeskreis wiederum unterstützte den Aufruf zur Gründung der rechtsextremen spanischen Organisation Círculo Español de Amigos de Europa (CEDADE) am 11. Januar 1967 durch Angel Ricote. Organisiert von der CEDADE erhielt Skorzeny 1973 einen öffentlichen Empfang mit NS-Uniformen und Hitlergruß, wo man an die „Märtyrer“ Primo de Rivera, Mussolini und Hitler gedachte.[64] Bis zu seinem Tod war er Berater der CEDADE.[3]

Otto Skorzeny starb am 6. Juli 1975 im Alter von 67 Jahren in Madrid an Krebs. Er wurde eingeäschert, die Urne später auf dem Döblinger Friedhof beigesetzt.[65] Bei seiner Beerdigung in Wien salutierten „alte Kameraden“ mit dem Hitlergruß.[66][67]

Legenden um Skorzeny

Der Historiker Thomas Riegler beschäftigte sich eingehender mit den Legendenbildungen um Skorzeny. Die bekannteste ist seine Stilisierung durch die NS-Propaganda als „Mussolini-Befreier“, wobei er nach Kriegsende selbst an der eigenen Mythologisierung arbeitete. Ihm war wichtig, sich als einen politisch neutralen Soldaten, der eine neue Form unkonventioneller und irregulärer Kriegsführung initiiert habe darzustellen. Dies verstärkten die bisher drei einzigen englischsprachigen Biografien von Charles Foley, Charles Whiting und Glenn B. Infield zu Skorzeny, welche sich im Wesentlichen darauf beschränkten seine Erzählungen weitgehend unkritisch nachzuerzählen, garniert mit zahlreichen unbelegten Behauptungen. Hinzu kamen Berichte aus der Boulevardpresse, die noch zu Lebzeiten Skorzenys Gerüchte und Halbwahrheiten zu Abenteuergeschichten aufbliesen. So etwa er hätte gleichzeitig eine Armee in Indien und im Kongo organisiert, oder gleichzeitig die algerische FLN und die französische OAS beliefert und beraten, oder sie wähnten ihn in Frankreich auf der Suche nach dem Heiligen Gral. Das war selbst Skorzeny zu viel, der sich in einer Neuauflage seiner Memoiren beklagte es sei unmöglich „auch nur einen Bruchteil aller Hirngespinste zu zitieren, die über meine vermutlichen Aktivitäten gedruckt wurden.“[68]

Zu den Legenden die noch während des laufenden Weltkrieges entstanden gehörte das von deutscher Seite gestreute Gerücht Skorzeny habe Ende 1944 ein Attentat auf Dwight D. Eisenhower geplant.[68] Eine weitere Legende, gestreut von der sowjetischen Gegenpropaganda, machte Skorzeny zum Leiter eines Unternehmen Weitsprung, mit dem Ziel der Ermordung oder Entführung der drei Staatsführer Stalin, Churchill und Roosevelt auf einer Konferenz von Teheran.[69]

In der Nachkriegszeit entstanden weitere Legenden. So etwa dass Fidel Castro Skorzenys Memoiren für seine Aktionen konsultiert hätte, was er dementierte. Eine andere Legende bringt Skorzeny mit dem mysteriösen Tod von Nikola Tesla in Zusammenhang.[68]

Eine weitere Legende wurde erst 2018 aufgeklärt. Verschiedentlich war behauptet worden, dass Skorzeny vom Mossad mit Mordaktionen beauftragt worden sei. Den Rüstungsunternehmer Heinz Krug, der an einem Raketenprogramm in Ägypten beteiligt war, soll Skorzeny am 11. September 1962 bei München in eine Falle gelockt und erschossen haben. Der investigative Journalist Ronen Bergman recherchierte, dass Agenten des Mossad selbst 1962 Krug aus München entführten, in Israel monatelang verhörten und nördlich von Tel Aviv getötet haben, ohne Zutun von Skorzeny.[70]

Für Thomas Riegler steht fest, dass aufgrund der eigenen Mythologisierung Skorzenys und der Legendenbildungen um seine Person bis heute eine Projektionsfläche für alle möglichen Vorstellungen soldatischer Männlichkeit oder vom „Super-Agententum“ entstanden sind, die Eingang in die Populärkultur gefunden haben. Der Romanautor Ian Fleming etwa dachte sich den Superschurken Hugo Drax (Moonraker, 1955) als Veteran eines Skorzeny-Sabotagekommandos aus. Auch die Figur des Auric Goldfinger im James Bond Film von 1964 ist eine Anspielung auf ihn. In neuerer Zeit spielt Skorzeny den charismatischen Superschurken in der US-Graphic Novel Atomic Robo and the Dogs of War von 2008 sowie, per UFO zurückgekehrt, in der japanischen Manga-Serie The Legend of Koizumi (2006–2015).[68]

Schriften

  • Geheimkommando Skorzeny. Autobiografie. Hansa Verlag Toth, Hamburg 1950, OBV, DNB.
  • Lebe gefährlich. Ring Verlag Helmut Cramer 1962, Indiziert durch die Deutschen Prüfstelle für jugendgefährdende Schriften[71]
  • Wir kämpften – wir verloren. Ring-Verlag Helmut Cramer, Siegburg-Niederpleis 1962, Indiziert durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften[71]
  • Meine Kommandounternehmen, Limes Verlag 1976

Literatur

  • Carlo Gentile: Skorzeny, Otto. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 24, Duncker & Humblot, Berlin 2010, ISBN 978-3-428-11205-0, S. 491 f. (Digitalisat).
  • Martin A. Lee: The Beast Reawakens. Fascism`s resurgence from Hitlers spymasters to today`s neonazi-groups and rightwing extremists. Routledge 2000. Insbesondere Kapitel Gehlens Gambit S. 33–45, sowie S. 61–63, ISBN 0-415-92546-0.
  • Michael Schadewitz: Zwischen Ritterkreuz und Galgen. Skorzenys Geheimunternehmen Greif in Hitlers Ardennenoffensive 1944/45. Helios, Aachen 2007, ISBN 978-3-938208-48-9[72]
  • Law Reports of Trials of War Criminals. Selected and Prepared by The United Nations War Crimes Commission, Volume IX, London, HMSO 1948 (englisch; PDF; 5,4 MB). Case No. 56. Trial of Otto Skorzeny and Others. General Military Government Court of the U.S. Zone of Germany. 18th August to 9th September, 1947.
  • Thomas Riegler, «The most dangerous man in Europe»? Eine kritische Bestandsaufnahme zu Otto Skorzeny, In: Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (JIPSS) Vol 11, Nr. 1/2017, S. 15–61
  • Stuart Smith, Otto Skorzeny: The Devil’s Disciple, Bloomsbury Publishing, 2018
  • Peter Hammerschmidt, Die Nachkriegskarriere des „Schlächters von Lyon“ Klaus Barbie und die westlichen Nachrichtendienste, Dissertation 2013, zu Skorzeny insbesondere Kapitel 4.2.4. Surplus-Material für lateinamerikanische Militärdiktaturen, S. 398–425

Unkritisch/Apologetisch

  • Charles Foley: Commando Extraordinary. Pan Books, London 1956.
  • Glenn B. Infield: Skorzeny: Hitler’s Commandos. Military Heritage Pr., New York 1981, ISBN 9780880292122.

Film

Commons: Otto Skorzeny  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Heiratsurkunde des Standesamtes Wien-Alsergrund Nr. 517/1939 vom 25. Mai 1939, ausgestellt am 10. Mai 1946.
  2. Michael Fahlbusch, Ingo Haar, Alexander Pinwinkler, Handbuch der völkischen Wissenschaften: Akteure, Netzwerke, Forschungsprogramme, De Gruyter Oldenbourg 2017, S. 376
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Carlo Gentile, Skorzeny, Otto in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 491f.
  4. 1 2 3 Stuart Smith, Otto Skorzeny: The Devil's Disciple, Bloomsbury Publishing 2018, S. 23.
  5. 1 2 3 Thomas Riegler, «The most dangerous man in Europe»? Eine kritische Bestandsaufnahme zu Otto Skorzeny, In: Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (JIPSS) Vol 11, Nr. 1/2017, S. 18
  6. Thomas Chorherr, 1938, Anatomie eines Jahres, Überreuter 1987, S. 165ff
  7. Hans-Werner Scheidl, Die Kapitulation im Zeitraffer: «Wir weichen der Gewalt», Dokumentation in Die Presse vom 8. März 2013, online einsehbar
  8. Verein für Geschichte der Stadt Wien (Hrsg. und Verlag), Wien 1938, 1978, S. 127
  9. Stuart Smith, Otto Skorzeny: The Devil's Disciple, Bloomsbury Publishing 2018, S. 27f.
  10. Herbert Exenberger, Gleich dem kleinen Häuflein der Makkabäer: die jüdische Gemeinde in Simmering 1848-1945, Mandelbaum-Verlag 2009, S. 292
  11. Parlamentsanfrage der Abgeordneten Hofeneder, Mittendorfer und Piffl-Percevic vom 21. Juni 1961 Online einsehbar
  12. Fritz Rubin-Bittmann, Der Jud muss weg, sein Gerschtl bleibt da, Wiener Zeitung vom 9. November 2018, Online einsehbar
  13. Marta Marková, Auf Knopfdruck: Vienna Postwar Flair, LIT-Verlag 2018, S. 86
  14. 1 2 3 4 Peter Broucek, Militärischer Widerstand: Studien zur österreichischen Staatsgesinnung und NS-Abwehr, Böhlau 2008, S. 415
  15. Stuart Smith, Otto Skorzeny: The Devil's Disciple, Bloomsbury Publishing 2018, S. 29
  16. Agilolf Keßelring, Die Organisation Gehlen und die Neuformierung des Militärs in der Bundesrepublik, Ch. Links Verlag 2017, S. 418
  17. 1 2 3 Wolfgang Schieder, Adolf Hitler – Politischer Zauberlehrling Mussolinis, Walter de Gruyter 2017, S. 167
  18. Jochen von Lang, Claus Sibyll, Die Gestapo: Instrument des Terrors, Rasch und Röhring 1990, S. 234
  19. 1 2 Jan Molitor, Die Wahrheit über Skorzeny, Die Zeit vom 23. Februar 1950, Online einsehbar
  20. Johanna Lutteroth: Mussolini-Rettung "Unternehmen Eiche". "Duce, der Führer schickt mich. Sie sind frei!", Spiegel Online, 12. September 2013.
  21. Norbert Müller, Das Amt Ausland-Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht: eine Dokumentation, Bundesarchiv 2007, S. 590
  22. Peter Longerich: Heinrich Himmler. Biographie. Siedler, München 2008, ISBN 978-3-88680-859-5, S. 718
  23. Hans Georg Lehmann, Unternehmen Panzerfaust. Der Putsch der SS in Budapest am 15. Oktober 1944, in: Ungarn-Jahrbuch 5 (1973) S. 219
  24. Hans Georg Lehmann, Unternehmen Panzerfaust. Der Putsch der SS in Budapest am 15. Oktober 1944, in: Ungarn-Jahrbuch 5 (1973) S. 220
  25. Rudolf Absolon, Die Wehrmacht im Dritten Reich: 19. Dezember 1941 bis 9. Mai 1945, H. Boldt 1995, S. 143
  26. Magnus Pahl, Fremde Heere Ost: Hitlers militärische Feindaufklärung, Ch. Links Verlag 2013, S. 109
  27. Hermann Zolling, Heinz Höhne: Pullach intern. General Gehlen und die Geschichte des Bundesnachrichtendienstes. Hoffmann und Campe, Hamburg 1971, ISBN 3-455-08760-4, S. 89
  28. Perry Biddiscombe: The SS Hunter Battalions. The Hidden History of the Nazi Resistance Movement 1944–45. Tempus, Stroud 2006, ISBN 0-7524-3938-3, S. 65f.
  29. Magnus Pahl, Fremde Heere Ost: Hitlers militärische Feindaufklärung, Ch. Links Verlag 2013, S. 152
  30. Sven Keller, Volksgemeinschaft am Ende: Gesellschaft und Gewalt 1944/45, Walter de Gruyter 2013, S. 90
  31. Magnus Pahl, Fremde Heere Ost: Hitlers militärische Feindaufklärung, Ch. Links Verlag 2013, S. 247f
  32. 1 2 Thomas Riegler, «The most dangerous man in Europe»? Eine kritische Bestandsaufnahme zu Otto Skorzeny, In: Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (JIPSS) Vol 11, Nr. 1/2017, S. 23ff
  33. Artikel auf wcstumpmilitaria.com
  34. How did Hitler’s scar-faced henchman become an Irish farmer? auf der Website der BBC
  35. Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–48. Campus, Frankfurt am Main 1992, ISBN 978-3-593-34641-0, S. 124 ff.
  36. Martin A. Lee, The Beast Reawakens: Fascism's Resurgence from Hitler's Spymasters to Today's Neo-Nazi Groups and Right-Wing Extremists, Routledge 2000, S. 33
  37. 1 2 3 4 Martin A. Lee, The Beast Reawakens: Fascism's Resurgence from Hitler's Spymasters to Today's Neo-Nazi Groups and Right-Wing Extremists, Routledge 2000, S. 43f
  38. 1 2 3 4 5 6 Thomas Riegler, «The most dangerous man in Europe»? Eine kritische Bestandsaufnahme zu Otto Skorzeny, In: Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (JIPSS) Vol 11, Nr. 1/2017, S. 25f
  39. 1 2 3 Peter Hammerschmidt, Die Nachkriegskarriere des „Schlächters von Lyon“ Klaus Barbie und die westlichen Nachrichtendienste, Dissertation 2013, S. 404
  40. Stuart Smith, Otto Skorzeny: The Devil's Disciple, Bloomsbury Publishing 2018, S. 263.
  41. Guido Knopp: Die SS – Eine Warnung der Geschichte. Wilhelm Goldmann Verlag, München 2003, S. 378.
  42. 1 2 3 Martin A. Lee, The Beast Reawakens: Fascism's Resurgence from Hitler's Spymasters to Today's Neo-Nazi Groups and Right-Wing Extremists, Routledge 2000, S. 44f
  43. BND-Akten: Weltkriegsveteranen bauten geheime Armee auf. Spiegel Online, 11. Mai 2014.
  44. Jürgen Roth, Der tiefe Staat: Die Unterwanderung der Demokratie durch Geheimdienste, politische Komplizen und den rechten Mob, Heyne Verlag 2016, S. 42
  45. Stefan Karner: Im Archipel GUPVI. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1995, S. 34ff.
  46. 1 2 3 4 Peter Hammerschmidt, Die Nachkriegskarriere des „Schlächters von Lyon“ Klaus Barbie und die westlichen Nachrichtendienste, Dissertation 2013, S. 405ff
  47. Peter Hammerschmidt, Die Nachkriegskarriere des „Schlächters von Lyon“ Klaus Barbie und die westlichen Nachrichtendienste, Dissertation 2013, S. 409f
  48. Stuart Smith, Otto Skorzeny: The Devil's Disciple, Bloomsbury Publishing 2018, S. 269.
  49. Thomas Riegler, «The most dangerous man in Europe»? Eine kritische Bestandsaufnahme zu Otto Skorzeny, In: Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (JIPSS) Vol 11, Nr. 1/2017, S. 28
  50. Thomas Riegler, «The most dangerous man in Europe»? Eine kritische Bestandsaufnahme zu Otto Skorzeny, In: Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (JIPSS) Vol 11, Nr. 1/2017, S. 26
  51. 1 2 Peter Hammerschmidt, Die Nachkriegskarriere des „Schlächters von Lyon“ Klaus Barbie und die westlichen Nachrichtendienste, Dissertation 2013, S. 408
  52. Birgit Aschmann, Treue Freunde-- "?: Westdeutschland und Spanien, 1945 bis 1963, Franz Steiner Verlag, 1999, S. 155
  53. Genealogisches Handbuch des Adels, C.A. Starke 1979, S. 217
  54. 1 2 3 Thomas Riegler, «The most dangerous man in Europe»? Eine kritische Bestandsaufnahme zu Otto Skorzeny, In: Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (JIPSS) Vol 11, Nr. 1/2017, S. 33ff
  55. Holger Weber, MallorcaZeitung, 17. Januar 2008: Spanien: Ein Paradies für Hitlers Schergen
  56. Thomas Riegler, «The most dangerous man in Europe»? Eine kritische Bestandsaufnahme zu Otto Skorzeny, In: Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (JIPSS) Vol 11, Nr. 1/2017, S. 29
  57. Terence O’Reilly: Hitler’s Irishmen. Mercier Press, 2008, auf Seiten 283, 288, 289 und 300, ISBN 978-1-85635-589-6.
  58. Martin A. Lee, The Beast Reawakens: Fascism's Resurgence from Hitler's Spymasters to Today's Neo-Nazi Groups and Right-Wing Extremists, 2000, S. 184
  59. Peter Hammerschmidt, Die Nachkriegskarriere des „Schlächters von Lyon“ Klaus Barbie und die westlichen Nachrichtendienste, Dissertation 2013, S. 37
  60. Peter Hammerschmidt, Die Nachkriegskarriere des „Schlächters von Lyon“ Klaus Barbie und die westlichen Nachrichtendienste, Dissertation 2013, S. 422
  61. Thomas Riegler, «The most dangerous man in Europe»? Eine kritische Bestandsaufnahme zu Otto Skorzeny, In: Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (JIPSS) Vol 11, Nr. 1/2017, S. 35
  62. Thomas Riegler, «The most dangerous man in Europe»? Eine kritische Bestandsaufnahme zu Otto Skorzeny, In: Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (JIPSS) Vol 11, Nr. 1/2017, S. 46f
  63. Thomas Riegler, «The most dangerous man in Europe»? Eine kritische Bestandsaufnahme zu Otto Skorzeny, In: Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (JIPSS) Vol 11, Nr. 1/2017, S. 43
  64. Wolfgang Benz, Brigitte Mihok, Handbuch des Antisemitismus, Organisationen, Institutionen, Bewegungen, Walter de Gruyter, 2012, S. 110f
  65. Hedwig Abraham (Red.): Skorzeny Otto. In: viennatouristguide.at, abgerufen am 13. Juni 2016.
  66. Lorenz Hemicker: Hitlers „gefährlichster Mann“ Vom SS-Kriegshelden zum Mossad-Killer? Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. März 2016, abgerufen am 29. März 2016.
  67. Marianne Enigl: Zeitgeschichte: Der österreichische SS-Offizier Skorzeny und der Mossad. In: profil. 5. April 2016, abgerufen am 11. April 2016.
  68. 1 2 3 4 Thomas Riegler, «The most dangerous man in Europe»? Eine kritische Bestandsaufnahme zu Otto Skorzeny, In: Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (JIPSS) Vol 11, Nr. 1/2017, S. 15ff
  69. Donal O'Sullivan, Dealing with the Devil: Anglo-Soviet Intelligence Cooperation in the Second World War, Peter Lang 2010, S. 203f
  70. Experte: Geheimdienste ließen mehr als 3000 Menschen töten, Stuttgarter Zeitung vom 19. Januar 2018
  71. 1 2 Indizierung durch BPS-Entscheidung Nr. 2281, Indizierung bekanntgemacht im Bundesanzeiger Nr. 8 vom 14. Januar 1971, wegen Inhaltsgleichheit gemäß § 18a Abs. 1 GjS indiziert, Indizierung bekanntgemacht im Bundesanzeiger Nr. 188 vom 8. Oktober 1974
  72. Inhaltstext online.