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vom 08.03.2019, aktuelle Version,

Wohnhausanlage Friedrich-Engels-Platz

Wohnhausanlage Friedrich-Engels-Platz

Die Wohnhausanlage am Friedrich-Engels-Platz 1–10 (auch: Engelsplatzhof bzw. inkorrekt Engelshof) ist ein denkmalgeschützter Gemeindebau im 20. Wiener Gemeindebezirk Brigittenau. Er ist nach dem Sandleitenhof in Ottakring der zweitgrößte kommunale Wohnbau des „Roten Wien“ in der Ersten Republik.

Geschichte

Bürgermeister Karl Seitz bei der Eröffnung am 16. Juli 1933

Die unbenannte Wohnhausanlage am Friedrich-Engels-Platz wurde von dem Otto Wagner Schüler Rudolf Perco konzipiert und zwischen 1930 und 1933 errichtet. Sie umfasste 1.467 Wohnungen, sowie einen Kindergarten, ein Postamt, eine Apotheke, Badeanlagen, eine Wäscherei, ein Parteilokal, eine Gaststätte und weitere kleine Geschäfte.

Während des Bürgerkrieges zwischen sozialdemokratischen Schutzbündlern und Heimwehr und Bundesheer kam dem an der Floridsdorfer Brücke liegenden Gemeindebau eine bedeutende strategische Rolle zu. Er wurde am 12. Februar 1934 schnell von der Polizei besetzt, da zuvor schon führende Schutzbündler festgenommen wurden, welche die Waffenverstecke kannten. Nach der Machtübernahme der Vaterländischen Front 1934 wurde eine Kirche im Gemeindebau errichtet.

Beschreibung

Die Wohnhausanlage liegt an der Nordseite des Friedrich-Engels-Platzes und ist von diesem, der Forsthausgasse, der Leystraße, der Aignerstraße und der Wehlistraße begrenzt. Der Friedrich-Engels-Platz ragt in die Anlage hinein und bildet mit dem anschließenden Kapaunplatz eine Achse, die die Anlage in zwei Höfe teilt, die beide in Blockrandverbauung angelegt sind. Während der westliche Hof komplett geschlossen ist, ist der östliche zur Wehlistraße hin geöffnet. Dazwischen verläuft ein Gebäuderiegel, der wiederum die beiden Plätze voneinander trennt.

Nicht zur Anlage gehören die baugleichen Gebäude an der Leystraße 19–21 unmittelbar weiter nördlich; sie bilden mit den anschließenden Neubauten eine eigene Wohnanlage.

Literatur

  • Hans und Rudolf Hautmann, Die Gemeindebauten des Roten Wien 1919–1934, 1980; Helmut Weihsmann, Das Rote Wien. Sozialdemokratische Architektur und Kommunalpolitik 1919–1934, 1985/2002.
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