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vom 19.06.2017, aktuelle Version,

Zeltschach (Gemeinde Friesach)

Zeltschach (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Zeltschach
Zeltschach (Gemeinde Friesach) (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Sankt Veit an der Glan (SV), Kärnten
Gerichtsbezirk Sankt Veit an der Glan
Pol. Gemeinde Friesach
Koordinaten 46° 58′ 13″ N, 14° 26′ 35″ Of1
f3f0
Einwohner der Ortschaft 156 (2001)
Gebäudestand 50 (2001)
Fläche d. KG 33,43 km²
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 01814
Katastralgemeinde-Nummer 74309
Zählsprengel/ -bezirk Zeltschach (20505 005)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; KAGIS

f0f0

Zeltschach, vom Süden gesehen

Zeltschach (slowenisch: Selče/Seliče/Selišče, was so viel wie Ortschaft, Ansiedlung bedeutet) ist ein Ort in Kärnten. Die etwas abgelegene, historisch bedeutsame Siedlung war lange Zeit eine eigenständige Gemeinde und ist heute eine Katastralgemeinde von Friesach im Bezirk Sankt Veit an der Glan. Die Ortschaft Zeltschach hat 156 Einwohner (Stand Volkszählung 2001).

Geographie

Das Gemeindegebiet von Zeltschach erstreckt sich im bergigen Gelände östlich von Friesach. Der Ort selbst liegt etwa fünf Kilometer vom Friesacher Stadtzentrum entfernt in 817 m Seehöhe. Als Nachbarorte von Zeltschach sind neben der Stadt Friesach im Westen die Marktgemeinden Guttaring im Süden und Hüttenberg zu nennen, sowie der nahe Wallfahrtsort Waitschach.

Geschichte

Schon die frühe urkundliche Erwähnung im Jahre 898 zeugt von der historischen Bedeutung im Mittelalter. Kaiser Arnulf von Kärnten hatte hier in diesem Jahr seinem Gefolgsmann Zwentibolch Lehensbesitz geschenkt, der später an Hemma von Gurk überging, die mit dem vor allem in der Untersteiermark begüterten Markgrafen Wilhelm an der Sann verheiratet war. Später besaßen die Herren von Peggau, benannt nach einer Burg an der Mur in der Steiermark, das Gut Zeltschach, das als Lehen vom Gurker Bischof herrührte.

Der ab dem 13. Jahrhundert am Zeltschachberg und am Dobritsch abgebaute Silber- und Eisenerzabbau, der am Gaisberg noch bis ins 19. Jahrhundert hinein betrieben wurde verhalf dem Ort zu Reichtum und begünstigte auch die Entwicklung der nahen Stadt Friesach. Aus dem Silber wurde unter anderem der Friesacher Pfennig geprägt.

Zeltschach bestand als eigenständige politische Gemeinde bis 1973, als sie im Zuge einer Gemeindereform in der Stadtgemeinde Friesach aufging.

Bauwerke

Die gotische Pfarrkirche Zeltschach besitzt einen romanischen Turm und ein reich profiliertes Westportal. Die Altäre sind dem Rokoko zugeordnet, der Hochaltar stammt aus dem Jahre 1756. Blumen- und Rankenmalereien stammen aus der Zeit um 1500.

Westlich Zeltschach, am Grabenhang des Heisleinbaches, finden sich die Reste einer Burgruine (Turmrest). Diese Burg könnte der Sitz der Grafen von Zeltschach gewesen sein, aus deren Geschlecht Hemma stammt.[1]

Wappen

Das ehemalige Wappen von Zeltschach, das der damaligen Gemeinde am 15. Juni 1960 verliehen wurde und mit der Vereinigung mit Friesach am 1. Jänner 1973 erlosch, hatte folgende amtliche Blasonierung: „Dreiecksschild mit rotem Schildhaupt, unten schwarz-weiß [= silber] dreimal gesparrt.“[2] Die Fahne war Rot-Weiß-Schwarz mit eingearbeitetem Wappen.

Als Grundlage dienten die Siegel der Herren von Peggau, die sich an Urkunden aus den Jahren 1234 und 1245 finden, insbesondere das sehr gut erhaltene letztere. Die in diesen Siegeln nicht erkennbaren Tinkturen wurden aus dem Wappen der Weißpriacher abgeleitet, die mit den Albeckern stammesverwandt gewesen sein dürften, und die wiederum die nächsten Verwandten der Zeltschach-Peggauer waren.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Günter Blass, Alfred Pichler, Gismar Vorreiter: Die Silbergruben von Zeltschach bei Friesach. In: Carinthia II, Klagenfurt, Jahrgang 112,1 = 192 (2002), S. 245–254
  • Josef Ernst von Koch-Sternfeld: Culturgeschichtliche Forschungen über die Alpen Zusatz zum Titel: zunächst über das dynastische, kirchliche, volkswirthschaftliche und commercielle Element an der Mur, Gurk und Drau, zu Friesach und Zeltschach, an der Save und Saan, und in der windischen Mark; vom VIII. bis in das XI. Jahrhundert, Verlagsort München, Verlag der Königlichen Akademie, Jahr 1851, aus: Abhandlungen der K. Bayer. Akad. d. Wiss.; 3,6,2

Einzelnachweise

  1. Dehio Kärnten, Verlag Anton Schroll & Co., Wien 2001, S. 1097
  2. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 338.