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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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426 Glagolica Pohlin, Grammatika, Laybach 1768, Kyrilliza, [S. 197] Pohlin, Grammatika, Laybach 1768, Glagolica, [S. 198] Buchstaben (Ж,  Ъ,  Ь,  Ч) mit protobulgarischen Runen der Fels-Inschriften in der rumänischen Dobrudscha überein. Warum Kyrill für einen Kulturraum, in dem 900 Jahre die lateinische Schrift verwendet wurde, eine eigene Schrift erfindet oder nicht wenigstens seine ver- traute griechische verwendet, ist unklar. Auch wenn sich, linguistisch gesehen, die Buchstaben der G. bes- ser für das Slawische eignen. Heute wird das damals in Bulgarien aufgekommene, um einige Buchstaben aus der G. erweiterte griechische Alfabet als Kirilica, »die Schrift Kyrills«, bezeichnet. Es stammt aber in dieser Form nicht von Kyrill. Die eigentliche Kirilica ist die Glagolica Kyrills, die weder in Bulgarien noch in der Ukraine oder in Russland Bedeutung erlangte. In Pannonien wurden keine glagolitischen Inschriften gefunden. Die G. wurde nach 885 »Nationalschrift« der Kroaten in Istrien und im oberen dalmatinischen Küstengebiet, wo sie einige Method-Schüler verbrei- teten. Daher auch das »nationale« Interesse Kroatiens an seiner Rolle als Anfang des slawischen Schrifttums (Jagić : vagina glagoliticarum). Die in Pannonien bei Kocelj am Plattensee gemachte (882 beendete) Über- setzung der Bibel ist zur Gänze in G. geschrieben. Die Abschriften der Originale sind in ganz Südosteuropa verstreut (Istrien/Dalmatien, Preslav, Ohrid, Rom, Konstantinopel, sogar im ägyptischen Sinai-Kloster : das Psalterium Sinaiticum und Euchologium Sinaiticum). Von den »Salzburger« Karantanerslowenen wurde diese Schrift nie verwendet. Trotz →  Miklosichs grundlegender Studie Die christliche Terminologie der slawischen Sprachen (1875) wird in der internationalen Slawistik seit seinem Schüler und Nachfolger Jagić die Meinung propagiert, Kyrill und Method seien als »Slawenapostel« die Schöpfer der slawischen Schrift und Literatur. Daher auch die strategisch »notwendige« Erfindung des »Großmähri-
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Untertitel
Von den Anfängen bis 1942
Band
1: A – I
Autoren
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Abmessungen
24.0 x 28.0 cm
Seiten
542
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Inhaltsverzeichnis

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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