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Grammatik
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Grafenstein/Grabštanj, KS
21. 1. 1925
Pleteršnikov slovensko-
nemški slovar wesen) waren : Karl Schrott (Haidach/Vresje pri
Grabštanju), Angela Taušic (Draža vas/Pirk), An-
drej Sturm (St. Peter bei Grafenstein/Šentpeter pri
Grabštanju), Franciska Dobernig pd. pri Hanzerju,
Jozefa Dobernig pd. pri Hanzerju, Karl Dobernig
pd. Hanzer, Karl Dobernig pd. Hanzerjev sin (Sand/
Prod pri Grabštanju).
Quellen/Archiv : Knjiga hranilnih vlog, Glavna knjiga hranilnih
vlog, 200 listov (Einlagenbuch). Ljubljana dne 1. septembra 1910 ;
Blagajniški dnevnik, Pomožna knjiga z 99 listom. Ljubljana dne 14.
septembra 1910 (Kassabuch der Hranilnica in posojilnica Št. Tomaž,
ca. 25,5 x 34 cm, 1910–1931), 96, 97, 100, 103, 137, 147, 159 (Pri-
vatarchiv).
Grammatik bezeichnet in der Sprachwissenschaft die
Systematisierung einer Sprache in Regeln der Laut-,
Wort- und Satzlehre.
Die erste slowenische G. von Adam →
Bohorič
(1520–1598), Arcticae horulae ſucciſivae, de latinocarnio-
lana literatura […] [Winterliche Mußestunden, gewid-
met der Lateinisch-Krainerischen G. …] (1584), ist
gleichzeitig eine der ersten gedruckten G. überhaupt.
Mit der Beschreibung der slowenischen Sprache auf
zeitgenössischem philologischem Niveau weist ihr
der Autor einen prominenten Platz innerhalb der eu-
ropäischen Volkssprachen zu. Diese G., die auch das
Verbreitungsgebiet anderer slawischer Sprach- und
Schriftsysteme beschreibt, ist eine der frühesten und
wichtigsten Publikationen des slowenisch-protestan-
tischen Buchdrucks. Sie gab v. a. den Übersetzungen
religiöser Schriften eine sprachliche Systematik an
die Hand. Eine Neuauflage dieser G. wurde 1715 in
Ljubljana durch den Kapuzinerpater Hipolit (Hi- politus Novomeški, Adam Gaiger, 1667–1772)
besorgt.
Hieronymus → Megiser (1554 od. 55–1619) kann
als Verfasser der zweiten slowenischen G. betrachtet
werden. Der Anhang Exempla aliquot declinationum et
conjugationum zum viersprachigen Wörterbuch Dictio-
narium quatuor linguarum (Graz 1592) bietet – in An-
lehnung an Bohorič – slowenische Deklinations- und
Konjugationsbeispiele. Er enthält darüber hinaus aber
auch die entsprechenden Paradigmen für die drei üb-
rigen im Wörterbuch behandelten Sprachen (Deutsch,
Latein, Italienisch) und ist somit einer der ersten doku-
mentierten Versuche einer vergleichenden G. (Ahačič
2007).
Eine frühe grammatikalische Darstellung, die im ka-
tholischen Kontext entstanden ist, stammt vom italie-
nischen Mönch Alasia da Sommaripa (1578–1626)
und ist im Anhang von dessen Vocabolario Italiano e
Schiavo 1607 in Udine erschienen. Sommaripa greift
auf die Schriften von Trubar, Megiser und Dalma-
tin zurück, bezieht aber vor allem auch den Sprachge-
brauch im slowenischen Küstengebiet ein.
1758 erschien bei Kleinmayr in Klagenfurt/Celovec
eine ebenfalls von Bohorič beeinflusste G., welche
von Kärntner Jesuiten in deutscher Sprache verfasst
worden war.
1768 veröffentlichte Marko →
Pohlin (1735–1801)
in Ljubljana seine Kraynska Grammatika, mit der die
Akzeptanz durch die Kirchen- oder Landespolitik
gefördert und der Gebrauch des Slowenischen in öf-
fentlichen religiösen oder politischen Angelegenheiten
erreicht werden sollte. Das Slowenische sollte in seinen
Ausdrucksformen und Möglichkeiten gefördert und zu
einer Sprache der kulturellen, staatlichen und religiösen
Belange gemacht werden. Pohlin weist wie Bohorič
auf die Verfügung Karls IV. in der → Goldenen Bulle
hin, in welcher dem Adel der Unterricht in der slawi-
schen → Landessprache verordnet wurde (→ Kontinu-
ität). Pohlins Argumente zur Affirmation des Slowe-
nischen verweisen wie jene Bohoričs auf linguistische,
historische, geografische und soziale Gegebenheiten,
etymologische Spuren, Abstammungslinien, Größe
und Verbreitung der slawischen Sprachen, um das An-
sehen der slowenischen Sprache zu steigern. Ähnliche
affirmative Herleitungen der historischen, geografi-
schen und kulturellen Bedeutung des Slowenischen
finden sich in späteren G., etwa bei Oswald → Guts-
mann (1775–1790), Bartholomäus J. → Kopitar
(1780–1844) und Anton → Janežič (1828–1869).
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
- Untertitel
- Von den Anfängen bis 1942
- Band
- 1: A – I
- Autoren
- Katja Sturm-Schnabl
- Bojan-Ilija Schnabl
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79673-2
- Abmessungen
- 24.0 x 28.0 cm
- Seiten
- 542
- Kategorien
- Geographie, Land und Leute
- Kunst und Kultur
Inhaltsverzeichnis
- Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
- Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
- Geleitwort von Johannes Koder 9
- Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
- Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
- Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
- Verzeichnis der Siglen 40
- Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
- Editoriale Hinweise 51
- Lemmata Band 1 A – I 55