Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geographie, Land und Leute
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Seite - 466 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 466 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I

Bild der Seite - 466 -

Bild der Seite - 466 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I

Text der Seite - 466 -

466 Grenzfrage, österreichisch-jugoslawische in Kärnten/Koroška (1918–1920) Buchcover, Beograd 1950maligen Herzogtums und jene →  gemischtsprachigen Siedlungsgebiete, die sich aufgrund des Selbstbestim- mungsrechtes ihrer Bewohner Deutschösterreich ver- fassungsmäßig anschlossen, gebildet. Die Existenz eines geschlossenen slowenischen Siedlungsgebietes in Kärnten/Koroška wurde verneint (→  Südkärnten/ Južna Koroška). Um die umstrittenen Gebiete wurde in den Jahren 1918 und 1919 mit wechselnden Erfolgen und unter Mitwirkung verschiedener regulärer und Freiwilligen- verbände gekämpft. Seit Anfang November 1918 be- setzten südslawische Einheiten – auch in Verbindung mit dem Grenzkonflikt in der Steiermark/Štajerska – die →  Mežiška dolina (Mießtal), das →  Jauntal/Po- djuna und das →  Rosental/Rož bis →  Ferlach/Bo- rovlje, Rosenbach/Podrožca und Rosegg/Rožek. Fe- derführend waren Freiwilligenverbände unter Alfred Lavrič, Franjo →  Malgaj und Rudolf →  Maister. Die Kärntner Landesregierung protestierte, reagierte jedoch nicht militärisch gegen die sich als Entente- truppen bezeichnenden südslawischen Einheiten. Nach ergebnislosen Verhandlungen über Demarkationslinien rückten südslawische Einheiten Ende November und Anfang Dezember im Raum →  Bleiburg/Pliberk und →  Völkermarkt/Velikovec weiter vor. Am 5. Dezember 1918 beschloss die Kärntner Landesversammlung, süd- slawischen Truppen – sofern sie nicht Ententetruppen waren – bewaffnet entgegenzutreten. Die Wiener Re- gierung stand dem aus außenpolitischen Überlegun- gen reserviert gegenüber. Unter dem Oberkommando von Ludwig Hülgerth gingen seit Mitte Dezember Volkswehr- und Freiwilligeneinheiten militärisch gegen die Südslawen vor. Nach schweren Kämpfen im Jän- ner 1919 zogen sich die Südslawen aus dem →  Gailtal/ Ziljska dolina und aus dem Rosental/Rož zurück. Bei den folgenden Waffenstillstandsverhandlungen in Graz bot Sherman Miles, Mitglied der Studien- kommission der amerikanischen Delegation auf der Pa- riser Friedenskonferenz, seine Vermittlung an. Vom 28. Jänner bis 6. Februar 1919 bereiste die Miles-Mission, in Begleitung eines österreichischen und südslawischen Vertreters (Franz →  Smodej, ab 29. Jänner Lambert →  Ehrlich), die umstrittenen Gebiete, um nach Er- hebungen vor Ort eine Demarkationslinie vorzuschla- gen. Da das Klagenfurter Becken/Celovška kotlina als wirtschaftlich-geografische Einheit mit überwiegend proösterreichischer Bevölkerung angesehen wurde, sprach sie sich mehrheitlich für die Karawankenlinie aus ; eine abweichende Meinung vertrat die Draulinie. Ihre Empfehlungen wurden schließlich nicht für eine Demarkationslinie angewandt, beeinflussten aber die amerikanische Haltung in der Grenzfrage. Der Mitte Jänner 1919 geschlossene Waffenstill- stand hielt bis Ende April. Nach einem erfolglosen südslawischen Vorstoß am 29. April 1919 gingen ös- terreichische Truppen unter der Führung von Hans Steinacher offensiv vor. Sie drängten die südslawi- schen Truppen über die ehemalige Landesgrenze zu- rück. Nach ergebnislosen Verhandlungen erfolgte vom 28. Mai bis 6. Juni 1919 die Gegenoffensive südslawi- scher Einheiten, die →  Südkärnten/Južna Koroška und den Kärntner Zentralraum mit →  Klagenfurt/Celovec besetzten. Die bewaffneten Kämpfe um die Kärntner Grenze forderten insgesamt über 400 Tote. Die Zivilbevölke- rung beteiligte sich zum Teil am bewaffneten Konflikt, vor allem aber war sie dessen Opfer. Auf beiden Seiten kam es zu Übergriffen und Gewalttaten, viele Personen flüchteten. Die militärischen Auseinandersetzungen präjudizierten jedoch nicht die Lösung der Grenzfrage. Denn auf der Pariser Friedenskonferenz setzte sich im Mai 1919 aus verschiedenen Lösungsvorschlägen die Idee einer →  Volksabstimmung im Klagenfur- ter Becken/Celovška kotlina durch. Der SHS-Staat
zurück zum  Buch Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I"
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Untertitel
Von den Anfängen bis 1942
Band
1: A – I
Autoren
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Abmessungen
24.0 x 28.0 cm
Seiten
542
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Inhaltsverzeichnis

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška