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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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503 Hribovšek, Ivan schen evangelischen Literatur entgegenzutreten. Trotz aller Anstrengungen konnte die slowenische katho- lische Literatur mit der slowenischen evangelischen Literatur nicht mithalten ; die literarischen Aktivitäten verliefen sich bald. H.s Einsatz für die Verwendung der slowenischen Sprache im kirchlichen Bereich darf wohl auf seine kindliche evangelische Prägung zurück- geführt werden (→  Liturgiesprache). Auch H.s Stre- ben nach Erneuerung der römisch-katholischen Kir- che mittels einer guten Ausbildung der Geistlichkeit ist eindeutig protestantisch geprägt. In diesem Sinne förderte H. die jungen Orden der Jesuiten und Kapu- ziner. Ökumenisch ausgerichtet war H.s streben nach Zusammenarbeit mit den (serbisch-)orthodoxen Usko- ken (Serben, die vor den Osmanen nach Norden, u. a. in slowenisches Gebiet, geflohen waren) auf dem Gebiet seiner Diözese. Zwischen 1614 und 1621 war H. Stell- vertreter des Landesfürsten. Wie Trubar ein Förderer der (religiösen) Literatur war, war H. ein Förderer der (kirchlichen) Kunst. Er unterstützte den Wiederaufbau vieler durch die Osmanen zerstörten Kirchen und ließ neue Kirchen errichten. Im Zuge der Innenausstattung der Kirchen wurde H. zum Mäzen der bildenden Kunst. Gleichermaßen war er Förderer der Kirchenmusik und achtete sorgsam sowohl auf die musikalische Ausbil- dung des Priesternachwuchses als auch auf die vokale und instrumentale Umrahmung des Gottesdienstes. Zur instrumentalen Umrahmung des Gottesdienstes ließ er Orgeln installieren. H. veranlasste außerdem die Anschaffung von umfangreichen Notenwerken der da- mals populären Komponisten. H.s jugendliche Nähe zu Italien (geplantes Studium in Padova) findet sich später in seiner Vorliebe für den italienischen Kunstgeschmack wieder. In Gornji Grad begründete er das Collegium Marianum, das seinerseits andere Ausbildungsorte der Geistlichkeit beeinflusste. H. setzte sich außerdem für das →  Theater ein, in dem er ein Mittel zur Verbreitung von Glaubensinhalten und Bildung sah. Quellen : Johann Weichart Valvasor : Die Ehre deß Herzogthums Crain. 1669, Anhang des sechsten Buchs / welcher eine Anzahl gelehrter Scribenten begreifft / so aus Crain bürtig gewest, 348–349. Lit.: SBL ; ES ; OVSBL. – I. Prijatelj : Izbrani eseji I. Ljubljana 1952 ; A. Slodnjak : Slovensko slovstvo. Ljubljana 1968 ; A. Lavrič : Vloga ljubljanskega škofa Tomaža Hrena v slovenski likovni umetnosti I. Ljubljana 1988 ; E. Škulj : Hrenove korne knjige. Ljubljana 2001 ; O. Luthar (Hg.) : The Land Between – A history of Slovenia. Frankfurt/ Main 2008. Reinhold Jannach Hribernik, Valentin (Vereinsvorsitzender, Kulturak- tivist), →  Planina, Katoliško prosvetno društvo v Selah (KPD Planina) [Katholischer Kulturverein Planina in Zell]. Hribovšek, Ivan (* 19. Juni 1923 Radovljica [Goren- jska], † Mai oder Juni 1945), Schriftsteller. H. war einer jener slowenischen Schriftsteller, der zu früh verstarb, der aber dennoch aufgrund seiner künst- lerischen Tiefe während der Exponiertheit der Kriegs- zeit von der Literaturgeschichte zu der slowenischen Schriftstellerelite seiner Generation gezählt wird. Er besuchte das klassische Gymnasium in Ljubljana, wo er im Schuljahr 1940/41 die siebente Klasse absol- vierte. Die Schulausbildung setzte er kriegsbedingt in →  Villach/Beljak fort, wo er im Februar 1943 matu- rierte. Zu jener Zeit war er aktives Mitglied der Wider- standsbewegung in einer Gruppe christlicher Sozialis- ten. Im Mai 1943 inskribierte er an der philosophischen Fakultät der Universität Wien und widmete sich dem Studium der klassischen Philologie. Zeitweise hielt er sich auch in Klagenfurt/Celovec auf. Im Herbst 1944 hätte er in die Wehrmacht eingezogen werden sol- len, schloss sich in der Not jedoch den slowenischen Domobranzen an, die sich am Ende des Krieges ins Flüchtlingslager bei Viktring/Vetrinj zurückzogen, von wo aus sie von der britischen Besatzungsmacht an Ju- goslawien ausgeliefert wurden. Im Juni 1945 endete er mit 22 Jahren in einer durch die kommunistischen Machthaber verübten Massenexekution. Den Großteil seiner Gedichte schuf H. während des Krieges. Anfangs beeinflusste ihn die slowenische Dichtertradition, insbesondere Edvard Kocbek. In Wien standen ihm Friedrich Hölderlin und Rai- ner Maria Rilke am nächsten. Im Mittelpunkt seiner Poesie befand sich die Erde, aber nicht nur in ihrer unerschöpflichen Vitalität, sondern auch in ihrer ver- geistigten Dimension. Im Hinblick auf die Verhält- nisse, in denen er zu leben hatte, entwickelte H. eine stark existenzielle Motivik und beschrieb entweder sein persönliches Trauma, das aus seiner Konfrontation mit dem Tod resultierte, oder suchte die Tragik seiner geopferten Generation in hymnischen Versen auszu- drücken. Sein dichterischer Ausdruck war stilistisch vollendet, apollinisch schlicht, ob in Gedichten oder im freien Vers bzw. klassischen Versmaß, insbesondere in der ausgefeilten Form des Sonetts. Hinsichtlich seiner Ausdruckskraft ist er ohne Weiteres mit dem Dichter France Balantič gleichzusetzen.
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Untertitel
Von den Anfängen bis 1942
Band
1: A – I
Autoren
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Abmessungen
24.0 x 28.0 cm
Seiten
542
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Inhaltsverzeichnis

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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