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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
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Seite - 519 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I

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519 Immersion gliedern J. Taušl, J. Orožen, Leskovšek, Otorepec und Matija →  Majar. Nach Ansicht Korošecs war Majar der glühendste Anhänger der Illyrischen Be- wegung. Dank seiner Bemühungen konnte auch der Theologieprofessor Javornik 1847 für die Bewegung gewonnen werden. Majar war der Meinung, dass nicht eine einzelne Sprachform des Südslawischen zur gemeinsamen Literatursprache werden könne, sondern dass eine solche künstlich auf Basis der südslawischen Dialekte geschaffen werden müsse. Im Jahr 1848 veröf- fentlichte er zu diesem Thema sein Buch Pravila, kako izobraževati ilirsko narečje i u obče slavenski jezik [Re- geln, wie man die illyrische Sprachform bildet und die slawische Sprache im Allgemeinen]. Die slowenischen Anhänger der Illyrischen Bewegung mit Majar an der Spitze erreichten, dass die slowenischen Literaten als Alphabet die Gajica annahmen (→  Schrift). Die kroa- tischen Vertreter der Illyrischen Bewegung nahmen das Erscheinen slowenischer Bücher wohlwollend auf und schätzten die Errungenschaften der slowenischen Li- teratur positiv ein (→  Illyrische Provinzen, →  preporod, →  Revolutionsjahr 1848). Lit.: I. Prijatelj : Borba za individualnost slovenskega književnega je- zika v letih 1848–1857. Ljubljana 1937 ; F. Petré : Poizskus ilirizma pri Slovencih. Ljubljana 1939 ; A. Barac : Hrvatska književnost od Preporoda do stvaranja Jugoslavije. I. Književnost ilirizma. Zagreb 1954 ; I. I. Leščilovskaja : Ilirizm. Moskva 1968 ; Hrvatski narodni preporod. 1790–1848. Zagreb 1985 ; P. Korunić : Jugoslavizam i fede- ralizam u hrvatskom nacionalnom preporodu 1835–1875. Zagreb 1989 ; M. Živančević : Ilirizam. In : Povijest hrvatske književnosti IV. Za- greb 1975, 7–217 ; Z. Vince : Putevima hrvatskog književnog jezika. Zagreb 1990 ; И.  И.  Лещиловская    :  Хорватия в XVII–XIX веках    : культурные аспекты исторического развития. Москва 2013. Iskra Vasiljevna Čurkina ; Üb.: Nieves Čavić-Podgornik Imkerei, →  Slovenski čebelar [Der slowenische Imker] ; →  Volkskunst ; →  Janša, Anton. Immersion, Lernmethode beim (Fremd-)Spracher- werb, bei der Kinder oder Erwachsene in ein gänzlich fremdsprachiges Umfeld »eintauchen«. Daher erleben sie die zu erlernende Sprache in unterschiedlichsten (Sprech-)Situationen und werden schrittweise, ohne sich dessen gewahr zu werden oder dies als negativen, von außen generierten Zwang zu empfinden, dazu ge- führt, sie aktiv anzuwenden. Sie lernen gleichsam, weil sie die Sprache sprechen »müssen«. Da insbesondere (Klein-)Kinder die Welt, in die sie hineinwachsen, über die persönliche Beziehungsebene zu den Sprachbezugspersonen kennenlernen, ist jeder Lernprozess auch stark emotional besetzt. Sie lernen also insbesondere die →  Muttersprache wie auch jede weitere Sprache durch Nachahmung der Sprache bzw. des →  Soziolektes der jeweiligen Bezugsperson ad personam, situationsbezogen und schrittweise (→  Bil- dungssprache). Das Lernen entspringt einem Bedürf- nis nach Kommunikation und emotionaler Beziehung. Es ist diese zutiefst affektive und unbewusste Motiva- tion, die dem Lernprozess zugrunde liegt und ihn so nachhaltig prägt. Das Kind erlernt also in der Regel so viele Sprachen wie es Sprach-Bezugspersonen hat (»one person, one language«). Allerdings kommt es zu »Makkaronismen«, wenn Bezugspersonen im appella- tiven Modus (dem Kind zugewandt, das Kind anspre- chend) Sprachen wechselweise verwenden. Das heißt, das Kind vermischt die Sprachsysteme auf lexikalischer und grammatikalischer Ebene und kann dieses »Misch- system« nur schwer überwinden. Es hat nicht die Fä- higkeit der Abstraktion, um verschiedene semantische Teile beim Hören des Sprachgemisches ein und dessel- ben Sprechers verschiedenen Sprachen zuzuordnen. Es wird Sprachen mischen bzw. eine →  »Mischsprache« sprechen, wenn die Bezugspersonen Sprachen mischen. Im mehrsprachigen Milieu kann dies zur Kreolisierung führen. Dort, wo die Sprachen jedoch gesellschaftlich und rechtlich hierarchisiert sind, führt dies zur Ver- drängung der nicht dominanten durch die dominante Sprache (→  Assimilation, →  Akkulturation). Die I. macht sich das Kommunikations- und Be- ziehungsbedürfnis beim Erlernen von Fremdsprachen zunutze. Durch das faktische »Ausschalten« von an- derssprachigen Kommunikationssituationen bleibt dieser Person nur die zu erlernende Sprache zur Ab- deckung des Kommunikationsbedürfnisses. Gleichzei- tig werden dieser Person schrittweise die notwendigen »Instrumente«, die Worte, die →  Terminologie, die Ausdrucksweise und die »Fachsprache« im weitesten Sinn nähergebracht. Mögliche innere, unbewusste Wi- derstände, die in der mangelnden Sprachkenntnis be- gründet sind, werden dadurch ausgeschaltet, dass der Person das subjektive Gefühl vermittelt wird, durchaus in der Zielsprache kommunizieren zu können. Dies ist im mehrsprachigen Umfeld umso relevanter, weil – im Gegensatz zu einem einsprachigen Umfeld – die funktionale Mehrsprachigkeit »automatisch« ein Ver- gleichswert zur subjektiven Einschätzung der eigenen Sprachkenntnisse bietet. Während eine einsprachige Person eventuell gar nicht weiß, dass sie einen mini-
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Band 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Untertitel
Von den Anfängen bis 1942
Band
1: A – I
Autoren
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Abmessungen
24.0 x 28.0 cm
Seiten
542
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Inhaltsverzeichnis

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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