Semmering (Niederösterreich)

Semmering
Wappen von Semmering
Semmering (Niederösterreich) (Österreich)
Semmering (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Neunkirchen
Kfz-Kennzeichen: NK
Hauptort: Semmering-Kurort
Fläche: 8,72 km²
Koordinaten: 47° 37′ N, 15° 49′ O47.61666666666715.816666666667950Koordinaten: 47° 37′ 0″ N, 15° 49′ 0″ O
Höhe: 950 m ü. A.
Einwohner: 552 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 63,3 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2680
Vorwahl: 02664
Gemeindekennziffer: 3 18 38
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Semmering 32 d
2680 Semmering
Website: www.semmering.at
Politik
Bürgermeister: Horst Schröttner (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
12
2
1
12 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Semmering im Bezirk Neunkirchen
Altendorf Aspang-Markt Aspangberg-St. Peter Breitenau Breitenstein Buchbach Bürg-Vöstenhof Edlitz Enzenreith Feistritz am Wechsel Gloggnitz Grafenbach-St. Valentin Grimmenstein Grünbach am Schneeberg Höflein an der Hohen Wand Kirchberg am Wechsel Mönichkirchen Natschbach-Loipersbach Neunkirchen (Niederösterreich) Otterthal Payerbach Pitten Prigglitz Puchberg am Schneeberg Raach am Hochgebirge Reichenau an der Rax Scheiblingkirchen-Thernberg Schottwien Schrattenbach Schwarzau am Steinfeld Schwarzau im Gebirge Seebenstein Semmering St. Corona am Wechsel St. Egyden am Steinfeld Ternitz Thomasberg Trattenbach Warth Wartmannstetten Willendorf Wimpassing im Schwarzatale Würflach Zöbern NiederösterreichLage der Gemeinde Semmering (Niederösterreich) im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick auf Semmering vom Hang des Hirschenkogels
Blick auf Semmering vom Hang des Hirschenkogels
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Semmering ist ein Luftkur- und Fremdenverkehrsort im Bezirk Neunkirchen, an der südlichen Grenze Niederösterreichs zur Steiermark (Österreich) mit 552 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012)

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Semmering liegt auf einer Höhe von 962 m ü. A., und hat eine Fläche von 8,66 km². Der Ort liegt an der Scheitelhöhe des Semmering-Passes an der Semmering Schnellstraße (S6), die seit 2004 den Pass und damit den Ort in einem Tunnel unterfährt, und an der Südbahn, hier Semmeringbahn genannt.

Tourismus und Wirtschaft

Seit dem 19. Jahrhundert ist der Ort ein beliebtes Ferienziel der „feinen Gesellschaft“ Wiens im Sommer. In den Villen des mondänen Kurortes versammelten sich nicht nur der Adel (Habsburg-Kaiser Karl verbrachte hier in der Nähe mit seinem Sohn Otto oft die Ferien), sondern auch die Zweite Gesellschaft sowie Künstler (etwa Oskar Kokoschka, Adolf Loos, Peter Altenberg oder Karl Kraus[1]). Sie gaben und geben dem Lebensgefühl hier diesen Namen.

Berühmte Hotels wie das Südbahnhotel (erbaut 1882[2]) oder das Hotel Panhans (erbaut 1888[2]) und das Kurhaus Semmering (erbaut 1909) sowie das Hotel Erzherzog Johann auf der Passhöhe (letzteres 1945 zerstört) waren bis in die Zwischenkriegszeit Magneten für die Touristen und Wanderer. Nach 1945 litt der Kurort unter den Folgen der Kämpfe zu Kriegsende, der russischen Besatzung und am Verlust der großbürgerlich-jüdischen Klientel. Aktuell positioniert er sich vor allem als Wintersportort. Das Hotel Panhans wurde revitalisiert, das Schicksal des Südbahnhotels ist aber - nach Teilsanierung - ungewiss.

Aufgeblüht ist der Ort vor allem mit dem Bau der Eisenbahn über den Semmering, die 1854 eröffnet wurde. Mit ihr war der Semmering vom kaum 80 km entfernten Wien in wenigen Stunden zu erreichen.

Dem mondänen Charakter des Ortes entsprechend versuchte man seine Gäste zu unterhalten. So gab es bereits 1899 das erste Semmering-Bergrennen, eine Motorsportveranstaltung über 10 km für die damals noch wenig ausgereiften Automobile und Motorräder. Bis 1933 fanden mit einigen Unterbrechungen jährlich Rennen statt, in die Siegerlisten trugen sich so bekannte Namen wie Rudolf Caracciola und Hans Stuck ein.[3] Heute ist der Semmering wohl der beliebtes Austragungsort für Oldtimer-Rallyes und den historischen Motorsport im Wiener Nahgebiet.

In den 1920er und 1930er Jahren fanden mehrere hochrangig besetzte Schachturniere auf dem Semmering statt, unter den Teilnehmern so klingende Namen wie die Schachweltmeister Alexander Aljechin und José Raúl Capablanca, die Schachweltmeisterin Vera Menchik oder die Großmeister Paul Keres, Efim Bogoljubow und Rudolf Spielmann.[4]

Ab dem Anfang der 1930er Jahre bis etwa 1960 zählte das Alpenstrandbad Semmering zu den Attraktionen der Gegend. Seit der Jahrhundertwende ist Semmering auch ein Wintersportort. Heute führen Liftanlagen auf den Hirschenkogel (der wieder den Beinamen Zauberberg erhalten hat). Außerdem finden am Hirschenkogel regelmäßig Weltcup-Skirennen statt.

Im Sommer werden die Liftanlagen am Zauberberg für den Bikepark Semmering, der seit 2006 von Downhill- und Freeride-Mountainbikern befahren wird, genutzt. Die Lifte stehen den Bikern von Juni bis Oktober zur Verfügung. Im Bikepark befinden sich mehrere Strecken mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden (u. a. Familystrecke, Freeridestrecke, Downhillstrecke) und zahlreichen Sprüngen, Wurzelpassagen, Steilkurven etc. Darüber hinaus wurde 2006 das erste 24-Stunden Downhillrennen veranstaltet.

Auch sind im Sommer die Aufführungen der Festspiele Reichenau im Südbahnhotel Anziehungspunkt für die Besucher. Im Jahr 2007 erlebte auch Alma, das Stück über Alma Mahler-Werfel, im Kurhaus Semmering zahlreiche Aufführungen. Alma Mahler-Werfel besaß eine Villa am Semmering und ihre Tochter Anna Mahler hatte sich während eines Aufenthalts im Kurhaus mit ihrem späteren Mann Paul Zsolnay verlobt. Der Semmering wurde vor allem um 1900 von den Wienern als Naherholungs- und Ausflugsgebiet geschätzt. Auch heute noch sind der Wintertourismus und der Kurtourismus von großer wirtschaftlicher Bedeutung (180.000 Übernachtungen pro Jahr Tendenz stark steigend).

Am Semmeringpass gelegen, kam dem Ort auch große Bedeutung hinsichtlich des Nord-Süd-Verkehres zu. Die immer stärker zunehmenden Gütertransporte auf der Straße führten dazu, dass eine Untertunnelung des Semmerings geplant und im Jahr 2004 abgeschlossen wurde (Semmering Schnellstraße). Der Ortskern befindet derzeit sich in Umgestaltung, unter anderem wurde dabei auch das im Jahr 2007 geschlossene Restaurant "Erzherzog Johann" Anfang März 2010 wiedereröffnet.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Religion

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 75,2 % der Einwohner römisch-katholisch und 3,1 % evangelisch. 1,1 % gehören orthodoxen Kirchen an. 11,8 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Politik

Gemeinderatswahlen
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
72,47 %
(-1,75 %p)
13,90 %
(-5,09 %p)
7,66 %
(+0,87 %p)
5,97 %
(n. k.)
2005

2010

  • Bürgermeister der Gemeinde ist Horst Schröttner.
  • Die ÖVP hatte bei der letzten Wahl im Jahr 2010 12 Mandate und 558 Stimmen (72,47 %). Die SPÖ bekam mit 107 Stimmen und damit 13,90 % aller gültigen Stimmen 2 Mandate. Mit 59 Stimmen und somit mit 7,66 % der gültigen Stimmen erhielt die FPÖ ein Mandat.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Historische Landkarten

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Semmering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.semmering.or.at/geschichte/semm1900.html
  2. a b http://www.semmering.or.at/geschichte/geschichte.html Geschichte des Semmering auf //www.semmering.or.at/
  3. http://www.kolumbus.fi/leif.snellman/hca6.htm Sieger des Bergrennens von 1899 bis 1933
  4. http://members.aon.at/noesv/geschich.htm