Spiss (Tirol)

Spiss
Wappen von Spiss
Spiss (Tirol) (Österreich)
Spiss (Tirol)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Landeck
Kfz-Kennzeichen: LA
Fläche: 24,57 km²
Koordinaten: 46° 58′ N, 10° 26′ O46.95916666666710.4313888888891653Koordinaten: 46° 57.55′ 33″ N, 10° 25.883333333333′ 53″ O
Höhe: 1653 m ü. A.
Einwohner: 134 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 5,45 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6544
Vorwahl: 05474
Gemeindekennziffer: 7 06 25
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Spiss 20
6544 Spiss
Website: www.spiss.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Richard Jäger
Lage der Gemeinde Spiss im Bezirk Landeck
Faggen Fendels Fiss Fließ Flirsch Galtür Grins Ischgl Kappl Kaunerberg Kaunertal Kauns Ladis Landeck Nauders Pettneu am Arlberg Pfunds Pians Prutz Ried im Oberinntal St. Anton am Arlberg Schönwies See Serfaus Spiss Stanz bei Landeck Strengen Tobadill Tösens Zams TirolLage der Gemeinde Spiss (Tirol) im Bezirk Landeck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Spiss ist eine Gemeinde mit 134 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Landeck im Bundesland Tirol (Österreich). Die Gemeinde ist Teil des Gerichtsbezirks Landeck.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Spiss im Samnauntal an der Grenze zum Schweizer Kanton Graubünden (Gemeinde Samnaun) ist die höchstgelegene Gemeinde Österreichs und zählt einwohnermäßig zu den kleinsten. Die Streusiedlung aus mehreren Weilern und exponierten Hängen erstreckt sich im Gebiet entlang der Spisser Landesstraße, die von Pfunds nach Samnaun führt.

Nachbargemeinden

Pfunds
in Graubünden (Schweiz): Samnaun, Tschlin

Geschichte

In römischer Zeit gehörte Spiss zur Provinz Raetien, worauf heute noch rätoromanische Orts- und Flurnamen hinweisen. Im obersten Inntal und im Vinschgau wurde noch bis ins 15. Jahrhundert die rätoromanische Sprache gesprochen, in Samnaun noch bis zum 19. Jahrhundert, die dann aber zugunsten eines bairisch-tirolischen Dialekts aufgegeben wurde. Der Name "Spiss" leitet sich vom lateinischen Wort "spissus" ab, was Dickicht, Gestrüpp bedeutet.

Die ersten Siedler kamen vermutlich um 1000 in das Tal, sind aber historisch nicht belegt. Eine erste urkundliche Erwähnung von Spiss findet sich aus dem Jahr 1302, damals noch als Teil der Gemeinde Nauders. Erst 1547 wurde Spiss eine selbständige Gemeinde.

1621 waren im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs österreichische Truppen in das Engadin eingefallen, wonach ein Jahr später die Engadiner in einem Rachefeldzug das Dorf plünderten und niederbrannten. Spiss musste einen Teil seines Gemeindegebiets an das schweizerische Tschlin abgeben.

In den 1960er und 1970er Jahren wurden Grundzusammenlegungen durchgeführt, Erschließungswege angelegt und Bauplätze erschlossen, um einer Abwanderung entgegenzuwirken.

Die unwegsame Schlucht am Schalklbach, der hier die Grenze zwischen Österreich und der Schweiz bildet, war lange ein Verkehrshindernis, vom Inntal führte nur ein schmaler Saumpfad nach Spiss. Die Hauptverbindung führte über Samnaun. Eine bessere Zugänglichkeit brachte erst der Ausbau der Spisser Landesstraße im Jahr 1980, die auch von der Gemeinde Samnaun mitfinanziert wurde. Spiss hat nun eine Verbindung auf rein österreichischer Seite, die wesentlich lawinensicherer ist als die Straße auf Schweizer Seite und somit auch Samnaun zugute kommt.

Spiss war bis Ende 1920 Teil des Gerichtsbezirks Nauders, der jedoch in Folge des Ersten Weltkriegs aufgelöst und dem Gerichtsbezirk Ried in Tirol zugeschlagen wurde. Seit 1978 ist die Gemeinde Teil des Gerichtsbezirks Landeck.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft

Zwei Drittel der Bewohner pendeln täglich in das Zollfreigebiet und Skigebiet Samnaun, das als Wintersportgebiet Silvretta-Samnaun (mit Ischgl verbunden) viele Arbeitsplätze bietet. Daneben hält sich bescheidene Landwirtschaft und ein paar Tourismusbetriebe im Einzugsgebiet von Samnaun.

Weblinks

 Commons: Spiss (Tirol) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien